Gastritis
Dr. rer. nat. Marion AdamDie Magenschleimhautentzündung oder Gastritis ist eine häufige Erkrankung, an deren akuter Form in Deutschland ca. 20 von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens erkranken.
Was ist eine Gastritis?
Gastritis ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von Erkrankungen, die eines gemeinsam haben: eine Entzündung der Magenschleimhaut. Die Magenwand wird von einer Schleimhaut ausgekleidet. Diese schützt sie im Normalfall vor der aggressiven Magensäure, die zur Verdauung notwendig ist. Ist die Magenschleimhaut geschwächt oder verletzt, können die Verdauungssäfte die Magenschleimhaut schädigen und entzünden. Die häufigste Ursache für eine Magenschleimhautentzündung ist das Bakterium Helicobacter pylori.
Man unterscheidet die akute Magenschleimhautentzündung, die plötzlich auftritt, von der chronischen Magenschleimhautentzündung, die sich langsam im Laufe der Zeit entwickelt. Beiden können jeweils verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Bei der chronischen Magenschleimhautentzündung unterscheidet man die Gastritis-Typen: Typ A, Typ B und Typ C, wobei die Typ-A-Gastritis die seltenste Form der chronischen Gastritis darstellt.
In einigen Fällen kann eine Magenschleimhautentzündung zu Geschwüren führen und das Risiko für Magenkrebs erhöhen. Bei den meisten Menschen ist die Magenschleimhautentzündung jedoch harmlos und heilt mit der richtigen Behandlung schnell ab.
Was ist eine akute Gastritis?
Eine akute Gastritis ist eine plötzliche Entzündung der Magenschleimhaut. Sie kann starke Schmerzen verursachen, die jedoch vorübergehend und meist nur von kurzer Dauer sind. Mögliche Ursachen sind:
akute Magen-Darm-Infekte durch Bakterien wie Helicobacter pylori oder Viren
Verletzungen, z.B. durch ein Schädel-Hirn-Trauma oder das Verschlucken von Säuren oder Laugen
Stress
übermäßiger Alkoholkonsum
Einnahme von Medikamenten wie nicht-steroidale Antirheumatika, Steroiden, Bisphosphonaten
exzessiver Leistungssport
Was ist eine chronische Gastritis?
Im Gegensatz zur akuten Gastritis, bei der die Reizung der Magenschleimhaut schnell auftritt, entwickelt sich die chronische Gastritis allmählich und hält länger an. Die chronische Form kann schwieriger zu heilen sein. Eine chronische Gastritis bessert sich in der Regel mit der Behandlung, kann aber eine ständige Überwachung erfordern. Lang anhaltende Entzündungen können zu Erosionen führen, die die Magenschleimhaut zerstören und weitere medizinische Probleme verursachen.
Was sind Risikofaktoren für eine Gastritis?
bakterielle Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori
regelmäßiger Gebrauch von bestimmten Medikamenten, z.B. NSAIDs, Cortison, etc.
Alter: Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko, an Gastritis zu erkranken, weil die Magenschleimhaut mit zunehmendem Alter dünner wird. Zudem leiden ältere Menschen häufiger an einer Infektion mit Helicobacter pylori oder an Autoimmunerkrankungen als jüngere.
Übermäßiger Alkoholkonsum: Alkohol kann die Magenschleimhaut reizen und erodieren, wodurch der Magen anfälliger für Verdauungssäfte wird
Welche Symptome verursacht eine Gastritis?
Die Symptome der Magenschleimhautentzündung sind von Person zu Person unterschiedlich und bei vielen Menschen treten sogar keine Gastritis-Symptome auf. Häufige Symptome einer Gastritis sind:
Magen-Darm-Beschwerden, die sich beim Essen verschlimmern oder bessern können
Übelkeit, Erbrechen
Blähungen und Bauchschmerz
Sodbrennen
Schluckauf
Appetitlosigkeit
Wie erfolgt die Diagnose der Gastritis?
Anamnesegespräch, um Beschwerden, Lebensgewohnheiten (Rauchen, Alkohol, Stress) und eingenommene Medikamente zu ermitteln
Gastroskopie
Biopsie aus der Magenschleimhaut, um diese auf Zellveränderungen und Infektionen zu testen
13C-Harnstoff-Atemtest, der Helicobacter pylori mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Ausatemluft nachweisen kann
Stuhluntersuchung auf Helicobacter pylori
Wie wird eine Gastritis therapiert?
Während die Beschwerden einer akuten Gastritis meist nach ein paar Tagen von selbst abklingen, sind chronische Magenschleimhautentzündungen, z.B. Typ-A-Gastritis, nicht immer heilbar. Je nach Ursache stehen Gastritis-Patient:innen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:
Auf die Ernährung achten: Vermeiden von scharfen Gewürzen und Speisen, Verzicht auf reizende Nahrungsmittel wie Laktose aus Milchprodukten oder Gluten aus Weizen
Medikamentöse Behandlung: Antazida, Protonenpumpenhemmer oder H2-Rezeptor-Antagonisten zur Verringerung der Magensäure, ggf. antibiotische Therapie zur Behandlung einer Helicobacter-pylori-Infektion
Welche Komplikationen können bei einer Gastritis auftreten?
Unbehandelt kann eine Gastritis über einen längeren Zeitraum zu Magengeschwüren und Magenblutungen führen. In seltenen Fällen können einige Formen der chronischen Gastritis das Risiko für Magenkrebs erhöhen, insbesondere wenn die Magenschleimhaut stark ausgedünnt ist und sich die Zellen der Schleimhaut verändert haben.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Gastritis
Rund um das Thema Gastritis stellen sich für Betroffene und Angehörige oft viele Fragen: zur Diagnose, zu Behandlungsmöglichkeiten, zu Nebenwirkungen oder zum Alltag mit der Erkrankung. In dieser Patient:innen-FAQ finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen.
Literatur:
- (1)
Bornemann R und Gaber E.: Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 55. RKI 2013. Abrufbar unter: https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/H/HelicobacterPylori/gastritis.pdf?__blob=publicationFile&v=1, Zuletzt abgerufen am 26.03.2026.
- (2)
Fischbach W., Bornschein J. et al. Aktualisierte S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Abrufbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/021-001l_S2k_Helicobacter-pylori-gastroduodenale-Ulkuskrankheit_2023-06.pdf. Zuletzt abgerufen am 26.03.2026.
- (3)
Helicobacter-Infektion – Was haben Magenbeschwerden mit Bakterien zu tun? Gesundheitsinformation. Januar 2023. AWMF online. Abrufbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/021_D_Ges_fuer_Verdauungs-_und_Stoffwechselkrankheiten/021-001ki_S2k_Helicobacter-pylori-gastroduodenale-Ulkuskrankheit_2023-01.pdf. Zuletzt abgerufen am 26.03.2026.