Samstag, 25. Juni 2022
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Gesundheitspolitik

Verlässliche medizinische Informationen breit verfügbar machen

Verlässliche medizinische Informationen breit verfügbar machen
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Die Corona-Pandemie hat die Defizite der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen in besonderer Deutlichkeit offenbart. Gleichzeitig ist offensichtlich geworden, wie wichtig verlässliche, fundierte medizinisch-wissenschaftliche Informationen sind. Umso dringlicher müssen jetzt die Chancen der Digitalisierung genutzt werden, um die medizinische Versorgung von Patienten und Patientinnen zu verbessern. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) e.V. fordert daher von der künftigen Gesundheitspolitik, Leitlinienwissen verstärkt in digitale Versorgungsstrukturen zu implementieren. Aus Sicht der AWMF braucht es eine nationale Strategie, um evidenzbasiertes Wissen in digitalen Gesundheitsanwendungen, Patienteninformationen oder Arztinformationssystemen zu integrieren.
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Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Big Data im Gesundheitswesen bietet neue Chancen. Digitale Gesundheitsanwendungen können helfen, Symptome zu erkennen und somit Ärzte und Ärztinnen und weitere im Gesundheitsweisen Tätigen bei der Diagnosestellung und Versorgung unterstützen. Auch patientenorientierte Gesundheits-Apps basieren auf Daten. Diese kommen immer häufiger zum Einsatz und können Patienten und Patientinnen bei der Prävention, beim Selbstmanagement oder bei der Gesundheitsförderung unterstützen. Mit Blick auf die derzeit stattfindenden Koalitionsverhandlungen weist die AWMF deshalb auf ihre Forderungen für die Digitalisierung im Gesundheitswesen hin. „Für uns als AWMF ist klar, dass digitale Anwendungen evidenzbasiert sein müssen, also auf Leitlinienwissen basieren müssen“, sagt Professor Dr. med. Dr. med. dent. Henning Schliephake, stellvertretender Präsident der AWMF. Leitlinien fassen das medizinische Wissen auf dem jeweils aktuellen Stand zusammen und liefern die Basis für informierte Entscheidungen von Ärzte und Ärztinnen, weiteren Gesundheitsberufen sowie Patienten und Patientinnen, deren Angehörigen und Bürger und Bürgerinnen. Ihre Inhalte werden als Handlungsempfehlungen im interdisziplinären, strukturierten und evidenzbasierten Konsensprozess federführend von den in der AWMF organisierten Fachgesellschaften entwickelt und über das qualitätsgesicherte Leitlinienregister der AWMF kostenfrei zur Verfügung gestellt.
 
Das AWMF-Institut für Medizinisches Wissensmanagement (AWMF-IMWi) arbeitet derzeit intensiv daran, das Leitlinienregister der AWMF in eine digitale Softwarestruktur zu überführen. „Unser Ziel ist es, über ein digitales Leitlinienregister Leitlinienwissen in der Breite des Gesundheitswesens über Systemgrenzen hinweg nutzbar zu machen. Wir wollen dieses in digitale Informationsangebote wie Arztinformationssysteme, Lernplattformen für Medizinstudierende, Informationsportale für Patienten und Patientinnen und Bürger und Bürgerinnen und Gesundheit-Apps einbinden“, erläutert Professor Dr. med. Ina Kopp, Leiterin des AWMF-IMWi.
 
Für die Umsetzung fordert die AWMF die Aufstellung eines nationalen Aktionsplans, der Maßnahmen zur weiteren Digitalisierung der Leitlinien beinhaltet. Im Rahmen des Digitale-Versorgung-Gesetz wurde in der vergangenen Legislaturperiode begonnen, die Erstellung von qualitätsgesicherten Leitlinien für das Leitlinienregister der AWMF finanziell und operational zu unterstützen. „In der neuen Legislaturperiode muss diese Förderung verstetigt werden. Darüber hinaus muss die Implementierung von Leitlinienwissen in die verschiedenen digitalen Anwendungen gefördert werden. Nur so wird es gelingen, eine wissenschaftlich fundierte digitale Versorgung im Gesundheitswesen zu gewährleisten – im Sinne des Patientenwohls“, sagt Schliephake abschließend.
 
 

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Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)


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