Samstag, 13. April 2024
Navigation öffnen
Infografik
Chancen und Risiken

KI-Nutzung entwickelt sich in deutschen Unternehmen nur langsam

Infografik: KI entwickelt sich in Deutschland nur langsam | Statista
Laut einer von Bitkom im Jahr 2022 in Auftrag gegebenen Studie ist das Interesse von deutschen Unternehmen an der Verwendung von künstlicher Intelligenz (KI) rückläufig. Obwohl 97% der Unternehmen Vorteile in der Verwendung von KI erkennen, setzen nur 9% KI ein. Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist laut Verband das Umschalten in den Krisenmodus.

Fast jedes 2. Unternehmen in Deutschland mit über 2.000 Mitarbeiter:innen verwendet KI

9% der Unternehmen in Deutschland setzen laut der von Bitkom in Auftrag gegebenen Studie bereits KI ein. Das sind zwar nur 1% mehr als im Vorjahr 2021, aber immerhin 7% mehr als noch 2019 (2%). Aktuell ist der KI-Einsatz vor allem eine Frage der Unternehmensgröße. Während nur in 5% der Unternehmen mit 20-99 Beschäftigten KI eingesetzt wird, setzt beinahe jedes 5. Unternehmen (18%) mit 100-1.999 Beschäftigten KI ein. Bei den Unternehmen mit über 2.000 Beschäftigten ist die Verwendung von KI bereits in der breiten Masse angekommen – fast jedes 2. Unternehmen (48%) dieser Größenordnung gab in der Befragung an, künstliche Intelligenz zu verwenden.

Rückgang: rund 2 von 3 Unternehmen in Deutschland schließen KI-Einsatz aus

Die Befragung zeigt auch, dass nicht nur der Anteil an Unternehmen, in denen KI verwendet wird, angestiegen ist. Auch der Anteil an Unternehmen, in denen KI kein Thema (mehr) darstellt, ist 2022 gestiegen – und das sogar um 5% von 59% auf 64%. Vor dem Hintergrund, dass 2019 noch 86% der befragten Unternehmen Angaben „KI sei kein Thema“, sieht  Bitkom-Präsident Achim Berg diese Entwicklung vor allem als eine Folge der akut zu bewältigenden Krisen: „Viele Unternehmen sind gezwungen, in einen Krisenmodus zu schalten: Steigende Energiekosten und hohe Inflationsraten sowie unterbrochene Lieferketten als Folge von Corona-Pandemie und dem Krieg gegen die Ukraine setzen der Wirtschaft zu. Da bleibt wenig Raum, an neue Technologien und Geschäftsmodelle für die Zukunft zu denken“, erklärt Berg die Abnahme des Interesses.
 
 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

Space2Health: Wie Raumfahrt und Medizin voneinander profitieren können

Erschienen am 25.01.2023Wie können Raumfahrt und Medizin voneinander profitieren? Auf der DHC 2022 wurden 3 Projekte der fruchbaren Zusammenarbeit vorgestellt. Hier mehr lesen!

Erschienen am 25.01.2023Wie können Raumfahrt und Medizin voneinander profitieren? Auf der DHC 2022 wurden 3 Projekte der...

© adobe.stock.com - neirfy

Fast 2 Drittel der befragten Unternehmen fehlen Anwendungsfälle für KI

Obwohl 97% der Befragten Unternehmen Vorteile in der Verwendung von KI sehen, ist KI nur in 9% der 606 Befragten Unternehmen im Einsatz. Die größten Hemmnisse für den KI-Einsatz in Unternehmen sind laut Umfrage:
 
  • fehlende personelle Ressourcen (62%),
  • fehlende Daten für den KI-Einsatz (62%),
  • fehlende finanzielle Ressourcen (50%),
  • Verunsicherung durch rechtliche Hürden (49%),
  • fehlendes technisches Know-how (48%),
  • fehlende Zeit (46%),
  • fehlende Akzeptanz der Beschäftigten (37%),
  • allgemein fehlendes Vertrauen in KI (33%) und
  • fehlen an Use cases für KI im Unternehmen (22%).

Künstliche Intelligenz in deutschen Unternehmen: Chancen & Risiken

Die Studie zeigt aber auch, dass jedes Unternehmen neben Chancen und Erwartungen auch Risiken bei der Integration von KI in Arbeitsabläufen sieht. „Unternehmen sollten die Möglichkeiten von KI für neue oder verbesserte Produkte und Dienstleistungen stärker nutzen. Mit KI lassen sich nicht nur bestehende Prozesse optimieren, KI kann auch das Geschäftsmodell verändern“, erklärt Berg. Zudem brauche es laut Bitkom-Präsidenten auch mehr Aufklärung zum KI-Einsatz: „An dieser Stelle sind auch die Anbieter gefordert – und wir müssen aufpassen, dass wir nicht Regulierung vor Ermöglichung stellen.“
 
 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

Fortschritte in der Radiologie: Neue Kontrastmittel und Innovationen im Bereich KI

Erschienen am 30.11.2022Erfahren Sie hier mehr über Fortschritte in der Radiologie in Bezug auf neue Kontrastmittel und künstliche Intelligenz!

Erschienen am 30.11.2022Erfahren Sie hier mehr über Fortschritte in der Radiologie in Bezug auf neue Kontrastmittel und künstliche...

© Tyler Olson – stock.adobe.com

Erwartete Vorteile des KI-Einsatzes

  • schnellere und präzisere Problemanalysen (52%)
  • allgemein gestärkte Wettbewerbsfähigkeit (46%)
  • beschleunigte Prozesse (43%)
  • geringerer Ressourcenverbrauch (39%)
  • Vermeidung menschlicher Fehler (38%)
  • Möglichkeit, Expertenwissen ins Unternehmen zu holen (36%)
  • Entwicklung verbesserter Produkte (27%)
  • Beschäftigte können sich auf andere Aufgaben konzentrieren (26%)
  • Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen (21%)
  • Kostensenkungen (11%)

Erwartete Risiken des KI-Einsatzes

  • neue IT-Sicherheitsrisiken (79%)
  • Verstöße gegen Datenschutzvorgaben (61%)
  • mögliche Anwendungsfehler (59%)
  • mangelnde Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse (49%)
  • Fehler bei der Programmierung (48%)
  • mangelnde Beherrschbarkeit von KI-Systemen (48%)
  • schwer erkennbare Fehlerquellen in den Lerndatenbeständen (47%)
  • fehlende Lerndatenbestände (42%)
  • Haftungsverpflichtungen bei Schäden (40%)
  • Know-how-Verlust im Unternehmen (39%)
  • möglicher Image-Schaden durch KI-Debatte in der Öffentlichkeit (33%)
  • Ablehnung in der Belegschaft (27%)
  • Verunsicherung der Beschäftigten (27%)
  • Kontroll- bzw. Kompetenzverlust bei Führungskräften (27%)
  • Förderung der Unmündigkeit der Beschäftigten (16%)

* Für die von der Bitkom in Auftrag gegebenen Studie wurden 606 Unternehmen ab 20 Beschäftigten aus allen Branchen in Deutschland befragt.

Quelle: bitkom/statista

Literatur:

KI gilt in der deutschen Wirtschaft als Zukunftstechnologie – wird aber selten genutzt (Letzter Zugriff: 07.02.2023)



Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

" KI-Nutzung entwickelt sich in deutschen Unternehmen nur langsam"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der MedtriX GmbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: rgb-info[at]medtrix.group.