DKG: Kliniken arbeiten weiterhin im Ausnahmezustand
Die deutschen Krankenhäuser arbeiten weiterhin im Ausnahmezustand. Die Hoffnung auf eine gewisse Entlastung und einen Routinebetrieb nach 2 Jahren Pandemie löst sich gerade in Luft auf.
Der Rettungsschirm wurde aufgelegt, um Krankenhäuser in der Pandemie vor wirtschaftlich bedingten Schließungen zu schützen, weil das normale Finanzierungssystem der Krankenhäuser keine krisenfeste Absicherung bietet. Täglich neue Rekord-Inzidenzen zeigen, dass die Pandemie nicht vorbei ist. Auch die Krankenhäuser vermelden wieder deutlich steigende Zahlen bei den Corona-Neuaufnahmen, nachdem diese über viele Wochen kontinuierlich zurückgegangen sind. „Auch wenn viele es anders wahrnehmen: In den Krankenhäusern herrscht auch nach 2 Jahren noch keine Normalität. Wir erwarten zwar nicht, dass noch einmal Extrembelastungen wie in den vergangenen Jahren die Intensivstationen treffen. Aber die Lage in den Kliniken ist noch immer extrem angespannt“, so Gaß. Unabhängige Studien, wie der Krankenhaus Rating Report, zeichnen ein düsteres Bild von der wirtschaftlichen Lage der Krankenhäuser und prognostizieren eine deutlich steigende Insolvenzgefahr.
Versorgung ukrainischer Flüchtlinge wird zusätzliche Herausforderung
Eine zusätzliche Herausforderung für die Kliniken wird die Versorgung der ukrainischen Flüchtlinge sein. Die Hilfsbereitschaft der Krankenhäuser und ihrer Mitarbeiter ist riesengroß, unzählige LKW mit privat finanzierten Hilfslieferungen sind schon unterwegs oder in der Ukraine angekommen. Die Zahl der Geflüchteten wird möglicherweise die der Kriegsflüchtlinge aus dem Jahr 2015 noch einmal überschreiten. Darunter werden sich viele ältere Menschen und Kinder befinden. Darüber hinaus werden verstärkt die Patientinnen und Patienten ukrainischer Krankenhäuser in anderen Ländern behandelt werden müssen. Unter anderem haben bereits 50 krebskranke Kinder Aufnahme in deutschen Krankenhäusern gefunden. Der überwiegende Teil der Ukrainerinnen und Ukrainer ist zudem ungeimpft bzw. hat aufgrund des verwendeten chinesischen Impfstoffs praktisch keinen Schutz vor schwerer Erkrankung unter der Omikron-Variante. Diese Aufgaben werden die Krankenhäuser zusammen mit immer mehr Corona-Patienten meistern. „Wir wollen und wir werden den Menschen, die vor dem Angriffskrieg aus der Ukraine flüchten mussten, helfen. Hier erwarten wir aber auch unbürokratische Regelungen mit Blick auf die Gewährung und Finanzierung medizinisch notwendiger Leistungen“, sagte Gaß.Lesen Sie mehr zu diesem Thema:
DIVI koordiniert Versorgungsnetzwerk für intensivpflichtige Kinder aus der Ukraine
Erschienen am 16.03.2022 • Intensivmedizinische Abteilungen, die sich gerne noch am Versorgungsnetzwerk beteiligen möchten, können sich bei der Koordinierungsstelle der DIVI melden.
Erschienen am 16.03.2022 • Intensivmedizinische Abteilungen, die sich gerne noch am Versorgungsnetzwerk beteiligen möchten, können...
Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)
Bei Google bevorzugen
Sie möchten bei der Suche nach aktuellen Entwicklungen häufiger unsere Beiträge sehen? Dann fügen Sie uns jetzt zu Ihren bevorzugten Quellen hinzu.
Als bevorzugte Quelle auswählen