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Gesundheitspolitik
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Zentrales Reformvorhaben

Gesundheitsministerin Nina Warken hatte kurz vor ihrer Amtsübergabe an ihren Nachfolger Carsten Linnemann (beide CDU) in einem Interview die sogenannte Primärversorgung als ein zentrales Reformvorhaben für den Herbst angekündigt. „Die Versorgung der Zukunft ist digitaler und stärker auf Teamarbeit ausgerichtet“, sagte Warken der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Länder fordern stärkere Rolle nichtärztlicher Gesundheitsberufe

Schon im Juni hatten die Gesundheitsminister:innen der Länder beschlossen, dass so ein System mit Vorrang für die Hausarztpraxis rasch eingeführt werden müsse. Eine zentrale Forderung ihres einstimmigen Beschlusses ist dabei die Stärkung „der interprofessionellen Ausrichtung“. Nötig seien - so die Länder - unter anderem bessere rechtliche Voraussetzungen für „den Einsatz qualifizierter nichtärztlicher Gesundheitsberufe“ und für eine Delegation der Aufgaben, also dafür, dass die Ärzt:innen nicht alles selbst machen müssen.

Auch das Konzept der Gesundheitsexpert:innen beim Sozialverband Deutschland sieht vor, dass es Patient:innen künftig viel stärker mit nichtärztlichen Mitarbeitenden zu tun haben. Den Kern ausmachen sollen „leicht zugängliche Anlaufstellen, in denen verschiedene Gesundheitsberufe zusammenarbeiten“. SoVD-Chefin Michaela Engelmeier sagte: „Das Versorgungssystem muss einfacher, gerechter und verlässlicher werden.“ Die sogenannte Primärversorgung solle „Orientierung statt Hürden“ bringen sowie interprofessionelle Teams und niedrigschwellige Beratungsangebote.

Primärversorgungszentren nach Vorbild von MVZs

Konkret sollen die Arztpraxen verstärkt zu kleineren Zentren ausgebaut werden. Beispielhaft nennt der Verband bestehende Medizinische Versorgungszentren (MVZ), Praxisverbünde oder Gesundheitszentren. „Wo dies sinnvoll und vor Ort möglich ist, sollten solche Strukturen zu Primärversorgungszentren mit interprofessioneller Zusammenarbeit weiterentwickelt werden“, so der SoVD. „Sie können Patientinnen und Patienten eine wohnortnahe erste Anlaufstelle für medizinische Fragen, akute Beschwerden und die Begleitung chronischer Erkrankungen bieten.“

Der Verband schlägt vor, auch in Deutschland vergleichsweise neue Berufe stärker einzusetzen, etwa „Physician Assistants“, also ärztliche Assistent:innen, oder Pflegefachpersonen mit Masterabschluss („Advanced Practice Nurses“).

Reform soll zügig umgesetzt werden

Die Bundesländer hatten sich im Juni für eine schnelle und konsequente Umsetzung der Reform ausgesprochen. Erwartet wird, dass Warkens Nachfolger Linnemann das Projekt wie angekündigt vorantreibt.

Bundeskanzler Friedrich Merz vor einem Pressestatement zur Kabinettsumbildung mit Nina Warken, Bundesministerin für Gesundheit (l.), Philipp Amthor, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung (3.v.l.) und Carsten Linnemann, Generalsekretär der CDU, vor dem Bundeskanzleramt.

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Quelle:

dpa