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Medizin

10. Februar 2014 Asthma und COPD: Wie sich Exazerbationen in der kalten Jahreszeit vermeiden lassen

In der Langzeitbehandlung von Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale oder COPD geht es in erster Linie darum, eine gute Kontrolle der Erkrankung zu erreichen. Ziel ist es, Symptome zu lindern und die Belastbarkeit und Lebensqualität zu verbessern. Darüber hinaus sollen einer Verschlechterung der Lungenfunktion vorgebeugt und Exazerbationen verhindert werden.

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Jedoch können insbesondere in den Wintermonaten Kälte, Nebel und trockene Heizungsluft den Atemwegen zusetzen und Asthma- bzw. COPDPatienten stark beeinträchtigen. Symptomverschlechterungen, Exazerbationen und Hospitalisierungen treten im Winterhalbjahr verstärkt auf und stellen Ärzte wie Betroffene vor erhebliche Herausforderungen (1). Dennoch kann es durch eine adäquate Behandlung und bei Berücksichtigung einfacher Grundregeln auch in den risikoreichen Wintermonaten gelingen, Verschlechterungen der beiden Krankheitsbilder in vielen Fällen zu vermeiden und die Lebensqualität von Patienten mit Asthma und COPD zu erhalten. Einfach anzuwendende Inhalationssysteme wie Easi-Breathe® und Autohaler® helfen, Inhalationsfehler zu vermeiden. Handhabungsfehler mit Inhalatoren sind mit schlechterer Krankheitskontrolle und höherem Exazerbationsrisiko assoziiert (2).

Asthma- und COPD-Patienten erleiden vor allem in der kalten Jahreszeit verstärkt Exazerbationen. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Zum einen werden Exazerbationen häufig durch virale Atemwegsinfekte ausgelöst, welche besonders in den Wintermonaten kursieren und die alljährlichen Erkältungswellen hervorrufen. Zum anderen stellen die kalte Luft per se, aber auch die trockene Heizungsluft in Räumen Stressfaktoren für das Bronchialsystem dar und können bei Menschen mit Asthma und COPD Symptomverschlechterungen bis hin zu Exazerbationen verursachen. Schon eine Abnahme der Lufttemperatur um 1o Celsius ist bei COPD-Patienten mit einer Zunahme der Exazerbationsrate um 0,8% assoziiert (3). Ältere Patienten und solche, die keine adäquate inhalative Therapie erhalten, sind daher im Winter besonders gefährdet (3).

Exazerbationen treten in den Wintermonaten jedoch nicht nur häufiger auf, sie sind auch schwerwiegender. Britische Forscher stellten in einer Langzeitstudie über 14 Jahre fest, dass sich Dauer und Art der COPD-Symptome im Sommer und Winter unterscheiden. 307 Patienten mit COPD führten regelmäßig Tagebuch und verzeichneten zwischen November und Februar 1.052 Exazerbationen, in den Sommermonaten von Mai bis August hingegen nur 676. Dabei dauerten die Erholungsphasen der Patienten von Exazerbationen in den Wintermonaten länger an und Krankenhausaufenthalte waren fast doppelt so oft nötig wie im Sommer. Das spiegelte sich wiederum in einem erhöhten Vermeidungsverhalten der Patienten wider: Sie verbrachten in der kalten Jahreszeit deutlich weniger Zeit im Freien und vermieden sportliche Aktivitäten (1).

Exazerbationen verschlechtern Prognose und Lebensqualität Patienten, die häufig Exazerbationen erleiden, weisen im Vergleich zu Patienten mit seltener auftretenden Exazerbationen eine schlechtere Lebensqualität und eine höhere Mortalität auf (4,5). Darüber hinaus führen häufige Exazerbationen auch zu einer schnelleren Abnahme der Lungenfunktion (6). Das erhöhte Risiko für eine Symptomverschlechterung und für das Auftreten von Exazerbationen kann dazu führen, dass sich Menschen mit Asthma bzw. COPD in den risikoreichen Wintermonaten zurückziehen und Bewegung sowie sportliche Aktivitäten im Freien vermeiden, obwohl sie bei einer effektiven Behandlung kaum Abstriche machen müssten.

Adäquate Therapie ermöglicht auch im Winter ein aktives Leben

Um Asthma- und COPD-Patienten im Winterhalbjahr vor Exazerbationen und unnötigen Krankenhauseinweisungen zu schützen und eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten, sollte der behandelnde Arzt die betroffenen Patienten zu Beginn der kalten Jahreszeit insbesondere auf die Relevanz einer regelmäßigen und vor allem korrekt durchgeführten Inhalation hinweisen. Eine kontinuierliche, adäquate Inhalationstherapie kann das Exazerbationsrisiko senken und dazu beitragen, dass Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen auch in der kalten Jahreszeit ein aktives Leben führen und sich körperlich betätigen können. Die fehlerhafte Anwendung von Inhalatoren korreliert dagegen mit vermehrtem Auftreten von Exazerbationen (2).

Um die Therapietreue und die korrekte Durchführung der Inhalation zu fördern, empfiehlt sich die Verwendung möglichst einfach anzuwendender Devices. So bieten atemzugsausgelöste Inhalationssysteme wie Easi-Breathe® oder Autohaler® besondere Vorteile: Sie lösen schon bei geringem Atemfluss aus und erfordern keine Koordination von Einatmen und Auslösen. Beide Systeme sind für das extrafeine Beclometasonspray Ventolair® verfügbar (7,8).

Neben einer regelmäßigen und zuverlässigen Krankheits- und stadien- adaptierten Therapie mit inhalativen Kortikosteroiden und/oder Bronchodilatatoren sollten auch ein paar einfache Grundregeln beachtet werden: Mit Hilfe simpler Vorkehrungen wie regelmäßigem Lüften, Herstellen eines korrekten Luftfeuchtegehaltes in Räumen, ausreichender Bewegung sowie dem Verzicht auf Nikotin kann das Management chronischer Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD unterstützt werden. Ferner sollte auch auf einen angemessenen Impfschutz bei Risikopatienten geachtet werden (z. B. Grippeschutzimpfung oder Pseudomonas aeruginosa-Impfung).

Literaturhinweise:
(1) Donaldson G et al. Chest 2012; 141: 94-100.
(2) Melani AS et al. Respir Med 2011; 105: 930-938.
(3) Tseng C-M et al. PLoS One. 2013; 8(3): e57066. doi:
10.1371/journal.pone.0057066.
(4) Seemungal TA et al. Am J Respir Crit Care Med 1998; 157(5 Pt 1):
1418-1422.
(5) Soler-Cataluña JJ et al. Thorax 2005; 60: 925-931.
(6) Kanner RE et al. Am J Respir Crit Care Med 2001; 164: 358-364.
(7) Fachinformation Ventolair® 100 μg Easi-Breathe®, Stand: Mai 2012.
(8) Fachinformation Ventolair® 100 μg Autohaler®, Stand: August 2013.

Quelle: Teva


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