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Medizin
18. Juni 2021

Akustikusneurinom: Frühe Operation rettet meist das Hörvermögen

Das Akustikusneurinom (Vestibularisschwannom) ist ein seltener, gutartiger Tumor des Gleichgewichtsnervens, der durch Hörminderung, Schwindel und Tinnitus diagnostiziert wird. Kleinere dieser Tumoren werden grundsätzlich bestrahlt, größere Tumoren operativ entfernt. Eine klinische Studie unter Federführung der MedUni Wien konnte nun zeigen, dass eine frühe Operation des Akustikusneurinoms das Hörvermögen mit einer Erfolgsquote von bis zu 83% erhalten kann.

Neue Techniken und Monitore – Schlüssel zur Hörerhaltung

Ein Team der MedUni Wien unter der Studienleitung von Karl Rössler, MedUni Wien, untersuchte gemeinsam mit Kollegen der Universität Erlangen retrospektiv 138 Patientenfälle aus dem Zeitraum von 2014 bis 2017, denen Akustikusneurinome operativ entfernt worden waren. Es zeigte sich, dass die neuen Techniken und das Monitoring während der OP bei der Entfernung kleiner Tumoren zu einer Hörerhaltungsrate nach der Operation von bis zu 83% führt.

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Die Angst postoperativ das Gehör zu verlieren, gehört zumindest für kleine Neurinome der Vergangenheit an“, erklärt Studienleiter Karl Rössler, „unsere Arbeit bestätigt aber auch, dass die frühe Abklärung von Hörstörungen notwendig ist und Neurinome bereits in einem frühen Stadium operiert werden müssen.“

Yavor Bozhkov, Julia Shawarba, Julian Feulner, Fabian Winter, Stefan Rampp, Ullrich Hoppe, Arnd Doerfler, Heinrich Iro, Michael Buchfelder, Karl Roessler; Article first published online: May 25, 2021 https://doi.org/10.1177/01945998211012674.

Quelle: Medizinische Universität Wien


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