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Medizin

HIV: DRIVE-AHEAD Studie – Ergebnisse zu Wirksamkeit und Sicherheit

HIV: DRIVE-AHEAD Studie – Ergebnisse zu Wirksamkeit und Sicherheit
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Neue Studienergebnisse zeigen, dass unter der Fixdosiskombination aus dem NNRTI Doravirin (DOR) und den beiden NRTIs Lamivudin (3TC) und Tenofovirdisoproxilfumarat (TDF) die virologische Suppression bei gleichzeitig guter Verträglichkeit auch nach 192 Wochen kontinuierlicher Therapie bzw. 96 Wochen nach der Umstellung von Efavirenz/FTC/TDF aufrecht erhalten werden konnte. Diese im Rahmen der 96-Wochen dauernden offenen Erweiterungsstudie im Anschluss an den doppelblinden Teil der Phase-III-Studie DRIVE-AHEAD erhaltenen Ergebnisse, wurden im Juli 2021 auf der 11th IAS Conference on HIV Science als Late-Breaking-Poster vorgestellt. Nach 192 Wochen hatten 85% der Patientinnen und Patienten mit kontinuierlicher DOR/3TC/TDF-Therapie und 80% der Switch-Patienten und -Patientinnen eine Viruslast unter der Nachweisgrenze. Medikamenten-bedingte unerwünschte Ereignisse traten in der Erweiterungsstudie weniger häufig auf als in der doppelblinden Studie. Ebenso blieb das Verträglichkeitsprofil von DOR/3TC/TDF auch während der Erweiterungsstudie vorteilhaft: Nach dem Switch von EFV/FTC/TDF traten bei den Patientinnen und Patienten weniger neuropsychiatrische Nebenwirkungen auf sowie ein verbessertes Lipidprofil.
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DRIVE-AHEAD: Primärer Endpunkt erreicht

DRIVE-AHEAD ist eine randomisierte, doppelblinde, multizentrische Phase-III-Nichtunterlegenheitsstudie, in die 734 antiretroviral behandlungsnaive Erwachsene (Viruslast über ≥ 1.000 HIV-1 RNA-Kopien/ml) eingeschlossen wurden. Die Teilnehmenden erhielten über 96 Wochen 1-mal täglich randomisiert entweder die Fixdosiskombination Delstrigo® aus Doravirin/Lamivudin/Tenofovirdisoproxilfumarat (DOR/3TC/TDF; n=364) oder die Fixkombination aus dem NNRTI Efavirenz plus Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat (EFV/FTC/TDF; n=364). Der primäre Endpunkt – Anteil der Patienten und Patientinnen mit einer HIV-1-RNA-Viruslast < 50 Kopien/ml zu Woche 48 – wurde erreicht: DOR/3TC/TDF war EFV/FTC/TDF virologisch nicht unterlegen (84,3% vs. 80,8%). Die virologische Nicht-Unterlegenheit und das vorteilhafte Nebenwirkungsprofil von DOR/3TC/TDF gegenüber EFV/FTC/TDF hielten bis Woche 96, dem Ende der doppelblinden Phase an.
 
 

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© Ezume Images / Fotolia.com

Gute Wirksamkeit auch bei offener Erweiterungsstudie

Nach Woche 96 nahmen von den 734 randomisierten Patientinnen und Patienten 560 an der offenen Erweiterungsstudie teil: 291 Teilnehmende (79%), die weiterhin DOR/3TC/TDF erhielten, und 269 (73%) Teilnehmende, die von EFV/FTC/TDF auf DOR/3TC/TDF umgestellt wurden. Nach weiteren 96 Wochen lag die Viruslast (observed failure approach) bei 95,0% der Patientinnen und Patienten mit kontinuierlicher Therapie (n=247/260) und bei 90,4% der Switch-Patienten und -Patientinnen (n=216/239) unter 50 Kopien/ml und bei 0,8% (n=2/260) bzw. 8 Patienten und Patientinnen 3,3% (n=8/239) Teilnehmenden mit ≥50 und <200 Kopien/ml. Die CD4-Zellzahl betrug unter der kontinuierlichen Therapie durchschnittlich 48,5 Zellen/ul und in der Switch-Gruppe durchschnittlich 74,0 Zellen/ul.
 
 

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DOR/3TC/TDF – Sicherheit und Verträglichkeit

DOR/3TC/TDF zeigte auch während der Erweiterungsstudie ein vorteilhaftes Verträglichkeitsprofil. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse (≥5%) unter der offenen Behandlung mit DOR/3TC/TDF (beide Gruppen) waren Nasopharyngitis (11,8%), Infektionen der oberen Atemwege (7,0%), Kopfschmerzen (6,1%), Diarrhoe (5,9%) und Syphillis (5,5%). Medikamenten-induzierte unerwünschte Ereignisse traten in der offenen Erweiterungsphase weniger häufig auf als in der doppelblinden Phase (etwa 6% in beiden Gruppen) verglichen mit DOR/3TC/TDF: 32%; EFV/FTD/TDF: 65% zu Woche 96. In der Erweiterungsstudie war kein unerwünschtes Ereignis schwerwiegend und nur ein Patient oder eine Patientin brach diese wegen eines unerwünschten Ereignisses ab (Anstieg ALT und AST 36 Wochen nach dem Switch auf DOR/3TC/TDF). Die Inzidenz vordefinierter neuropsychiatrischer unerwünschter Ereignisse (Schwindel, Schlafstörungen, veränderte Wahrnehmung, Depression und Suizid/Selbstverletzung sowie psychotische Erkrankungen) sank bei den Patientinnen und Patienten, die von EFV/FTD/TDF auf DOR/3TC/TDF umgestellt wurden (Erweiterungsstudie 6,2% vs. 9,3% und doppelblinde Studie DOR/3TC/TDF 26,4% vs. EFV/FTC/TDF 58,5% zu Woche 96). Zudem wurde nach dem Switch eine Reduktion der Nüchtern-Lipidwerte für LDL-Cholesterin, non-HDL-Cholesterin, Gesamtcholesterin und Triglyzeride beobachtet. Unter der kontinuierlichen Therapie mit DOR/3TC/TDF blieb das Lipidprofil mit nur geringen Veränderungen anhaltend stabil. Die Gewichtszunahme betrug bei den Patientinnen und Patienten mit kontinuierlicher Therapie nach 96 Wochen im Median 0,5 kg und von Tag 1 bis Woche 192 im Median 2,0 kg. Die Switch-Patienten und -Patientinnen nahmen in der Erweiterungsstudie im Median 2,0 kg zu und damit vergleichbar viel wie in der doppelblinden Phase (DOR/3TC/TDF 1,2 kg vs. EFV/FTC/TDF 1,0 kg zu Woche 96).

Quelle: MSD

Literatur:

The Safety and Efficacy of Maintenance with Doravirine/Lamivudine/Tenofovir through 192 Weeks in Adults with HIV-1: Results from the DRIVE-AHEAD Clinical Trial. E-poster Presentation PEB147. Abstract 709. C. Orkin et al.



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