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Weltadipositastag 2022: gemeinsamer Kampf gegen Adipositas im Fokus

Weltadipositastag 2022: gemeinsamer Kampf gegen Adipositas im Fokus
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Der 4. März 2022 bringt mit dem Weltadipositastag (World Obesity Day, WOD) Adipositas wieder in die Medien und die Köpfe der Bevölkerung. In Deutschland sind 13,9 Millionen Erwachsene von der chronischen Erkrankung betroffen – bis 2025 kommen voraussichtlich weitere knapp 3 Millionen hinzu (1). Doch viele Menschen mit Adipositas erhalten immer noch keine Diagnose und keine entsprechende Behandlung. Ärzt:innen können den Unterschied machen und ihren Patient:innen auf ihrem Weg zu einem gesünderen Gewicht helfen. Novo Nordisk setzt sich dafür ein, dass die Volkskrankheit Adipositas über den Aktionstag hinaus in den Köpfen bleibt. Denn als chronische Erkrankung bedarf sie permanenter Aufmerksamkeit und Unterstützung der Betroffenen.

Folgen von Adipositas vielfältig

Adipositas ist mit etwa 200 Komorbiditäten und Komplikationen assoziiert (2). Die komplexe Ätiologie umfasst genetische, physiologische sowie psychologische Ursachen und wird durch sozioökonomische und andere Umweltfaktoren beeinflusst (3–6). Die Folgen sind vielfältig, doch neben teils stark geminderter Lebensqualität haben Menschen mit Adipositas vor allem eine um bis zu 10 Jahren reduzierte Lebenserwartung (7, 8). Was viele Patient:innen aber auch Ärzt:innen nicht wissen: Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die seit Sommer 2020 sogar vom Deutschen Bundestag als solche anerkannt ist (9). Trotzdem wird sie nach wie vor nicht ausreichend diagnostiziert und behandelt (10).

Umfrage zeigt: Stigmatisierung behindert Kommunikation

Um Menschen mit Adipositas im Kampf gegen diese Erkrankung zu unterstützen, müssen Ärzt:innen mit Betroffenen ins Gespräch kommen. Doch nur ein knappes Drittel glaubt, dass Patient:innen überhaupt motiviert sind, Gewicht zu verlieren. Rund 71% der Befragten sprechen ihre Patient:innen mit Adipositas nicht an, weil Sie glauben, dass kein direktes Interesse für Gewichtsreduktion besteht. Im Gegensatz dazu berichteten nur 7% der Betroffenen, dass sie kein Interesse an einer Gewichtsreduktion hätten (10). Hier zeigt sich: Das Thema wird oft als unangenehm empfunden und vermieden. Weiterhin ergab eine aktuelle repräsentative Umfrage in Deutschland, dass 75% der Befragten glauben, dass sich Menschen mit Adipositas gesellschaftlich nicht akzeptiert fühlen. Zwar wünschen sich Menschen mit Adipositas, dass sie auf das Thema angesprochen werden, aber nur 51% würden starkes Übergewicht von sich aus mit ihrer behandelnden Ärztin oder dem Arzt besprechen (11). Diese Barriere verhindert, dass beide Seiten zueinander finden und so bleibt die dringend benötigte Unterstützung häufig aus.
 
 

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„Es gibt bei der Thematik große Berührungsängste und eine Stigmatisierung der Betroffenen. Als Vertrauenspersonen müssen wir Ärzt:innen um der Gesundheit Willen offen und neutral mit dem Patienten oder der Patientin kommunizieren und Handlungsoptionen aufzeigen“, ordnet Dr. med. Sylvia Weiner, Chefärztin der Klinik für Bariatrische und Metabolische Chirurgie am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt a. M., die Zahlen ein. Sie wirbt dafür, dass Ärzt:innen wertschätzend und behutsam auf Menschen mit Adipositas zugehen – das Thema vor dem Hintergrund der massiven gesundheitlichen Auswirkungen aber auf keinen Fall aussparen.

Gewichtsreduktion rettet Leben

Denn nur wenn Patient:innen eine entsprechende Diagnose erhalten, kann auf deren Grundlage auch eine langfristige Therapie erfolgen. Jede nachhaltige Gewichtsreduktion hat positive Effekte für die Gesundheit von Betroffenen. Das zeigen etwa folgende Zahlen: Für eine Abnahme des BMI um 5 kg/m2 oberhalb von 25 kg/m2 sinkt die Gesamtmortalität um 30% (8). Schon eine moderate Gewichtsreduktion im Bereich von 5 bis 15% des Ausgangsgewichtes verbessert diverse klinisch relevante Risikofaktoren und kann sich vorteilig auf unterschiedliche Komorbiditäten auswirken – so zum Beispiel auf Typ 2 Diabetes, Schlafapnoe und andere Atemwegserkrankungen, nichtalkoholische Fettlebererkrankung, Osteoarthritis oder kardiovaskuläre Erkrankungen (12).

Digitaler Service für Ärzt:innen

Fakt ist: Adipositas lässt sich – wie auch andere chronische Erkrankungen – behandeln. Doch allein ist der Kampf nicht zu gewinnen. Patient:innen benötigen daher aktive Unterstützung, etwa indem gemeinsam ein realistischer Plan entwickelt wird, wie Gewicht reduziert werden kann. Die Therapiemöglichkeiten reichen von Lebensstilinterventionen über Verhaltens- und Pharmakotherapie bis zu bariatrischer Chirurgie (13).
 
 

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Ärzt:innen können Betroffenen helfen eine klinisch signifikante und dauerhafte Gewichtsabnahme zu erreichen und so für ihre Patient:innen den Unterschied machen. „Das Thema ist uns sehr wichtig. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Patient:innen mit der chronischen Erkrankung Obesity optimal unterstützt werden. Und deshalb machen wir auch rund um den Weltadipositastag wieder darauf aufmerksam“, sagt Dr. Matthias Axel Schweitzer, Vice Präsident, Clinical, Medical & Regulatory Deutschland, Novo Nordisk.

Mehr zu den Themen Patientenansprache, Diagnose, Therapie und Fortbildungen erfahren Sie auf www.Rethink-Obesity.de. Dort finden Sie zudem weitere Hintergrundinformationen und Servicematerialien zum Download.

Quelle: Novo Nordisk

Literatur:

(1) Anzahl der Erwachsenen in Deutschland nach Body-Mass-Index (BMI) im Jahr 2014 und Prognose für das Jahr 2025. Statista GmbH. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/760961/umfrage/anzahl-erwachsene-in-deutschland-nach-bmi-2014-und-2025/; Zugriff 10.02.2022.
(2) Yuen M, Earle R, Kadambi N, et al. A systematic review and evaluation of current evidence reveals 195 Obesity-Associated Disorders (OBAD). The Obesity Society 2016 abstract book 2016:92.
(3) Ralston J, Brinsden H, Buse K, et al. Time for a new obesity narrative. Lancet. 2018; 392(10156):1384-1386.
(4) Bray G, Kim K, Wilding J, et al. Obesity: a chronic relapsing progressive disease process. A position statement of the World Obesity Federation. Obes Rev. 2017; 18:715–723.
(5) Bray GA, Frühbeck G, Ryan DH, et al. Management of obesity. Lancet. 2016; 387:1947-56.
(6) Ghanemi A, Yoshioka M & St-Amand J. Broken Energy Homeostasis and Obesity Pathogenesis: The Surrounding Concepts. J Clin Med . 2018; 7(11):453.
(7) Taylor VH, Forhan M, Vigod SN, et al. The impact of obesity on quality of life. Best Pract. Res. Clin. Endocrinol. Metab. 2013; 27:139-146.
(8) Whitlock G, Lewington S, Sherliker P, et al. Body-mass index and cause-specific mortality in 900 000 adults: collaborative analyses of 57 prospective studies. Lancet. 2009; 373:1083–1096.
(9) Rede von Alexander Krauß, MdB, CDU, vom 3. Juli 2020: www.bundestag.de/mediathek?videoid=7456146#url=L21lZGlhdGhla292ZXJsYXk/dmlkZW9pZD03NDU2MTQ2&mod=mediathek; Zugriff 10.02.2022 .
(10) Caterson I, Alfadda A, Auerbach P, et al. Gaps to bridge: Misalignment between perception, reality and actions in obesity. Diabetes Obes Metab. 2019;21:1914–1924.
(11) APPINIO GmbH, Hamburg, Germany – BCW Umfrage Übergewicht, 2022.
(12) Ryan DH & Yockey SR. Weight Loss and Improvement in Comorbidity: Differences at 5%, 10%, 15%, and Over. Curr Obes Rep. 2017; 6: 187–194.
(13) Durrer Schutz D, Busetto L, Dicker D, et al. European practical and patientcentred guidelines for adult obesity management in primary care. Obes Facts. 2019; 12:40–66.



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