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P-tau 217 ist präklinisch nur moderat aussagekräftig

Die Auswertung zeigt, dass unterschiedliche Biomarker in verschiedenen Krankheitsstadien dominieren. „P-tau 217 zeigte eine hervorragende diagnostische Leistung, sobald die Alzheimer-Erkrankung das klinische Stadium erreicht hatte“, so Klaus Gerwert. Seine Genauigkeit entsprach der etablierter Biomarker wie dem Aβ42/40-Verhältnis im Liquor (CSF) und der Amyloid-PET-Bildgebung. Im präklinischen, symptomfreien Stadium war die Vorhersagekraft jedoch nur moderat (AUC = 0,67). Zum Vergleich: Werte ab etwa 0,8 gelten als hoch aussagekräftig.

Proteinfehlfaltung zeigt hohe Vorhersagekraft ohne Symptome

Im Gegensatz dazu war der Biomarker für die Amyloid-β-Proteinfehlfaltung bereits bei kognitiv unauffälligen Personen prädiktiv und erreichte eine AUC von 0,79. In Kombination mit demografischen, genetischen und weiteren Blutbiomarkern erzielte das daraus entwickelte, auf Proteinfehlfaltung basierende Biomarker-Panel eine sehr hohe AUC von 0,87 und ermöglichte damit eine hochpräzise Vorhersage einer späteren Alzheimer-Diagnose lange bevor klinische Symptome auftraten. „Gerade in diesem frühen Stadium könnten Prävention und Anti-Amyloid-Therapien das Auftreten von Symptomen spürbar verlangsamen, vielleicht sogar weitgehend verhindern““, unterstreicht Gerwert.

Frühestes messbares Alzheimer-Signal im Blut identifiziert

„Unsere Studie zeigt, dass die Proteinfehlfaltung das früheste messbare blutbasierte Kennzeichen der Alzheimer-Krankheit ist“, sagt Klaus Gerwert. „P-tau 217 ist ein hervorragender Biomarker, sobald die Erkrankung klinisch manifest ist. Für die Identifizierung von Menschen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko viele Jahre vor dem Auftreten erster Symptome liefert jedoch der Biomarker für Proteinfehlfaltung die aussagekräftigsten prädiktiven Informationen.“

Neue Alzheimer-Therapien erfordern frühe Diagnose

Die Ergebnisse erscheinen zu einem entscheidenden Zeitpunkt nach der Zulassung krankheitsmodifizierender Anti-Amyloid-Therapien. Diese Behandlungen können das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, sollten nach den Zulassungskriterien jedoch in einem frühen Krankheitsstadium – bei leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) oder leichter Alzheimer-Demenz – begonnen werden. Zudem können sie schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen, darunter Amyloid-bedingte Bildgebungsanomalien (ARIA), zu denen Schwellungen sowie Mikroblutungen im Gehirn gehören. Aufgrund der erforderlichen diagnostischen Voraussetzungen und der möglichen Risiken kommt die Behandlung derzeit nur für einen Teil der Patient:innen infrage.

Proteinfehlfaltung als Basis für Alzheimer-Screenings

„Die Möglichkeit, die Alzheimer-Krankheit bereits in ihrem frühesten molekularen Stadium zu behandeln, entwickelt sich daher zu einer der wichtigsten Herausforderungen der Prävention gegen Alzheimer“, sagt Klaus Gerwert. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Proteinfehlfaltung künftig das Fundament Blut-basierter Screening-Strategien bilden sollte. Dadurch könnten Risikopersonen deutlich früher identifiziert, Patient:innen gezielter für präventive Therapien und klinische Studien ausgewählt sowie kosteneffiziente bevölkerungsweite Screening-Programme ermöglicht werden.

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Literatur:

(1)

Trares K et al. (2026) Predictive value of plasma p-tau217 for Alzheimer's dementia compared to other blood-based biomarkers, EMBO Molecular Medicine, DOI: 10.1038/s44321-026-00483-9

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