Neue Umfrage zeigt deutliche Lücken in der FSME-Aufklärung und hohen Bedarf an Impfprävention
Der Aufklärungsbedarf über das Zeckenstichrisiko und Vorsorgemaßnahmen ist hoch, wie eine aktuelle Umfrage [1] zeigt: Ein Großteil der Befragten wurde bereits von Zecken gestochen. Dabei weiß fast ein Viertel nicht (23%), ob sie in einem Risikogebiet für die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) leben – und das, obwohl sich die Mehrheit der Befragten häufig in der Natur aufhält. Eine vollständige Impfung bietet laut Robert Koch-Institut (RKI) den zuverlässigsten FSME-Schutz [2]: Es wird empfohlen, jeden Praxisbesuch für die Überprüfung und gegebenenfalls Vervollständigung des Impfstatus zu nutzen [2].
Wissenslücken trotz häufiger Zeckenstiche: 23% kennen ihr Risiko nicht
Die Umfrage bei Erwachsenen zum FSME-Risikobewusstsein zeigt deutlich, wie wichtig die ärztliche Aufklärung und Prävention weiterhin sind: Zwar gaben 60% aller Befragten an, bereits mindestens einmal von einer Zecke gestochen worden zu sein – 13% davon sogar fünfmal oder häufiger –, dennoch wissen 23% nicht, ob sie in einem Risikogebiet leben. 59% der Befragten informieren sich außerdem vor einem Ausflug nicht darüber, ob ihr Ziel in einem FSME-Risikogebiet liegt. Dabei zählt fast die Hälfte aller deutschen Stadt- und Landkreise zu den FSME-Risikogebieten [3]. Die FSME-Impfung wird allen empfohlen, die sich in Risikogebieten aufhalten und mit Zecken in Kontakt kommen können [2].
Impfung als zuverlässigster Schutz gegen FSME
Die Impfung ist ab Vollendung des ersten Lebensjahres beispielsweise mit FSME-IMMUN möglich [4, 5]. FSME-IMMUN bietet ein einfaches und bewährtes Impfschema: Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen. Die ersten beiden Impfungen werden in einem Abstand von ein bis drei Monaten verabreicht – nach weiteren fünf bis zwölf Monaten folgt die dritte Impfung, womit die Grundimmunisierung abgeschlossen ist. Die erste Auffrischimpfung erfolgt drei Jahre nach Abschluss der Grundimmunisierung und anschließend alle fünf Jahre bzw. ab dem 60. Lebensjahr alle drei Jahre. Sollte eine Auffrischimpfung verpasst werden, können Patient:innen zu jedem Zeitpunkt in das reguläre Impfschema zurückkehren. Eine einzige Auffrischungsdosis genügt, unabhängig vom Abstand zur letzten Dosis (≤ 20 Jahre) – vorausgesetzt, die ersten beiden Dosen wurden gemäß Impfschema verabreicht [4, 5].
Muss für einen Urlaub oder Tagesausflug kurzfristig ein Impfschutz aufgebaut werden, besteht mit FSME-IMMUN die Möglichkeit einer Schnellimmunisierung. Dabei wird die zweite Impfung bereits nach 14 Tagen verabreicht. Nach den ersten beiden Dosen wird ein ausreichender Impfschutz für die aktuelle Zeckensaison erwartet. Die Verabreichung der dritten Dosis erfolgt auch hier nach dem Standardimpfschema und schließt die Grundimmunisierung ab [4, 5]. Die Kosten der Impfung werden bei Aufenthalten in Risikogebieten und möglicher Zeckenexposition über den Sprechstundenbedarf erstattet.
FSME wird zum ganzjährigen Risiko
2024 wurden im gesamten Jahr nur 52 Frosttage registriert – so wenige gab es seit Beginn der Auswertungen von Kenntagen (1951) noch nie in Deutschland [6]. Die „klassische“ Zeckensaison gibt es daher nicht mehr und die ersten FSME-Fälle des Jahres treten oft bereits zwischen Januar und März auf [2]. Milde Winter bedeuten auch: Zecken sind ganzjährig aktiv [7]. Die erhöhte Zeckenaktivität macht sich auch in den steigenden FSME-Fallzahlen bemerkbar: Im Jahr 2025 wurden nach aktuellem Stand 693 Fälle von FSME gemeldet – der bisher dritthöchste Stand seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 [8]. Dabei könnte ein Großteil der Erkrankungen in Deutschland durch höhere Impfquoten verhindert werden [3].
Das RKI empfiehlt daher, jeden Praxisbesuch für die Überprüfung und gegebenenfalls Vervollständigung des Impfstatus zu nutzen [2]. Es ist deshalb wichtig, das ganze Jahr zu impfen und bereits in den Wintermonaten mit der FSME-Impfung für Ihre Patient:innen zu beginnen.
Quelle:Pfizer
Literatur:
- (1)
In der repräsentativen Umfrage von Publicis Media wurden 2.458 Erwachsene im Alter von 18 bis 69 Jahren im Zeitraum vom 01.09. bis 05.10.2025 befragt.
- (2)
Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim RKI 2026. Epid Bull 2026;4:1–79.
- (3)
RKI. FSME: Risikogebiete in Deutschland. Epid Bull 2025;9:1–27.
- (4)
Fachinformation FSME-IMMUN 0,25 ml Junior. Stand: Oktober 2024.
- (5)
Fachinformation FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene. Stand: Oktober 2024.
- (6)
Deutscher Wetterdienst (DWD). Klimastatusbericht Deutschland Jahr 2024 DWD, Geschäftsbereich Klima und Umwelt. Stand: April 2024. Abrufbar unter: https://www.dwd.de/DE/leistungen/klimastatusbericht/publikationen/ksb_2024.pdf (letzter Zugriff: 09.02.26)
- (7)
Probst J et al. Ticks Tick Borne Dis. 2023;14(6):102225. DOI: 10.1016/j.ttbdis.2023.102225
- (8)
RKI. SurvStat@RKI2.0. Web-basierte Abfrage der Meldedaten gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG). https://survstat.rki.de. Stand: 14.01.2026. Parameter: Referenzdefinition: Ja; Krankheit/Erreger: FSME; sortiert nach Meldejahr.