Influenza-Impfstoffe: Paul-Ehrlich-Institut hat erste Impfstoffchargen freigegeben
Die Stammanpassung der Influenza-Impfstoffe für die Grippesaison 2026/2027 wurde abgeschlossen. Das Paul-Ehrlich-Institut hat bereits erste Impfstoffchargen freigegeben.
Influenza-Impfstoff: Erste Impfstoffdosen freigegeben
Da sich Influenzaviren fortlaufend verändern, passen die Hersteller ihre Impfstoffe jedes Jahr an die Virusstämme und –varianten an, die voraussichtlich in der kommenden Grippesaison zirkulieren. Diese Stammanpassung ist für die Grippesaison 2026/2027 inzwischen abgeschlossen, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in einer Pressemitteilung berichtet. Das Bundesinstitut hat die ersten Influenza-Impfstoffchargen geprüft und rund 6,7 Millionen Impfstoffdosen für den Markt freigegeben (Stand: 31.08.2026).
Stammanpassung besonders umfangreich
Die Influenza-Impfstoffe für die Saison 2026/2027 setzen sich aus den Antigenen weltweit zirkulierender Varianten der Influenzavirusstämme, A/H1N1, A/H3N2 und B/Victoria, zusammen – gemäß der Empfehlungen der WHO und des Ausschusses für Humanarzneimittel (Committee for Medicinal Products for Human Use, CHMP) bei der EMA. Da für die bevorstehende Saison alle drei in den Impfstoffen enthaltenen Stämme angepasst werden mussten, war die Stammanpassung in diesem Jahr besonders umfangreich und hat bei den Herstellern mehr Zeit in Anspruch genommen, so das PEI.
Acht trivalente saisonale Influenza-Impfstoffe
Folgende Influenza-Impfstoffe werden in der Saison 2026/2027 in Deutschland vermarktet, so das Bundesinstitut:
Efluelda 2026/2027 (trivalenter Hochdosis-Spaltimpfstoff mit 60 statt 15 Mikrogramm HA/Stamm, für Erwachsene ab einem Lebensalter von 60 Jahren)
Fluad 2026/2027 (trivalenter Influenza-Untereinheiten-Impfstoff mit Wirkverstärker, für Erwachsene ab einem Lebensalter von 50 Jahren)
Flucelvax 2026/2027 (trivalenter Influenza-Untereinheiten-Impfstoff aus Zellkulturen, ab einem Lebensalter von sechs Monaten)
Fluenz 2026/2027 (trivalenter Influenza-Nasalimpfstoff, lebend-abgeschwächt, ab einem Lebensalter von zwei Jahren bis einschließlich 17 Jahren)
Influsplit 2026/2027 (trivalenter Influenza-Spaltimpfstoff, ab einem Lebensalter von sechs Monaten)
Influvac 2026/2027 (trivalenter Influenza-Untereinheiten-Impfstoff, ab einem Lebensalter von sechs Monaten)
Vaxigrip 2026/2027 (trivalenter Influenza-Spaltimpfstoff, ab einem Lebensalter von sechs Monaten)
Xanaflu 2026/2027 (trivalenter Influenza-Untereinheiten-Impfstoff, ab einem Lebensalter von sechs Monaten)
Weitere Informationen zu den saisonalen Influenza-Impfstoffen finden sich auf der Webseite des PEI. Dort informiert das Institut auch über den Fortschritt der Chargenfreigaben. Die Zahlen der freigegebenen Influenza-Impfstoffdosen werden wöchentlich aktualisiert, so das PEI.
Influenza: Wer sollte geimpft werden?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenza-Impfung für bestimmte Personengruppen. Geimpft werden sollen dabei auch Gruppen, die ein erhöhtes berufliches Risiko aufweisen. Weitere Informationen und Begründungen für die Empfehlungen finden sich auf der Webseite des RKI. Aktuelle Empfehlungen zu Impfungen und der Impfkalender für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene finden sich außerdem im Epidemiologischen Bulletin 4/2026 des RKI. Für folgende Personengruppen liegt eine Empfehlung für eine Influenza-Impfung vor (Stand: 17.07.2025):
für alle Personen ab 60 Jahre
für alle Schwangeren ab dem 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab 1. Trimenon
für Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens (wie z.B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Grundkrankheiten wie z.B. Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben, angeborene oder erworbene Immundefizienz oder HIV)
für Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
für Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt Lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können
für Personen, die im privaten Umfeld häufigen, regelmäßigen und direkten Kontakt zu z.B. Schweinen, Geflügel sowie Wildvögeln (frei und gehalten) und Robben haben
Im Rahmen eines erhöhten beruflichen Risikos sollten geimpft werden:
Personen mit erhöhter Gefährdung (z.B. medizinisches Personal)
Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr
Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren können
Personen, die arbeitsbedingt einen häufigen, regelmäßigen und direkten Kontakt zu z.B. Schweinen, Geflügel, Wildvögeln (frei und gehalten) und Robben haben und tätig sind in z.B. Nutztierhaltungen, Zoos und Tierparks, Tierheimen oder Auffangstationen, Tierarztpraxen sowie Schlachthöfen
PEI, RKI