Journal MED
Medizin
Inhaltsverzeichnis

Die DG-Pro e.V. richtet den Fokus auf methodologische Fortschritte auf dem Gebiet der Messung und Bewertung patientenberichteter Daten – und hier insbesondere in den Bereichen der Patient-Reported Outcomes Measures (PROMs), Patient Reported Experience Measures (PREMs) und Health Preference Research (HPR) [1]. Mit der Verleihung im Rahmen der Fachtagung der DG-Pro e. V. habe der Quality of Life Preis ein institutionelles zu Hause erhalten, so Markus Felten, Vorstandsvorsitzender der Lilly Deutschland Stiftung. Der Preis, der erstmalig 1996 ausgeschrieben wurde, würdigt wissenschaftliche Leistungen, die sich mit der systematischen Erfassung gesundheitsbezogener Lebensqualität (HRQoL) beschäftigen. Ziel des Preises ist es, HRQoL-Parameter in Therapieentscheidungen zu integrieren und routinehaft zur Anwendung zu bringen. Die eingereichten Arbeiten wurden von vier Jurymitgliedern aus den Universitäten Hamburg-Eppendorf, Greifswald, Charité Berlin und Rostock bewertet [2].

Welche vier Arbeiten wurden prämiert?

Posttraumatische Belastungssymptome (PTBS) nach Intensivstation

Rund 20% der Überlebenden eines Intensivaufenthalts entwickeln PTBS. Hausärzt:innen sind in den meisten Fällen der erste Kontakt nach dieser Erfahrung. Prof. Dr. Jochen Gensichen, LMU München, konnte in der PICTURE-Studie zeigen, dass eine kurze narrative hausärztliche Gesprächstherapie die Lebensqualität (vor allem Flashbacks und Stimmung) noch zwölf Monate nach Behandlungsbeginn messbar verbesserte.

Videogestützte Konsultationen

Depression oder Angststörungen sind häufig, aber eine spezialisierte Versorgung ist schwer zugänglich. Apl. Prof. Dr. Markus Haun, Universitätsklinikum Heidelberg, untersuchte, ob videogestützte psychotherapeutische Konsultationen direkt in der Hausarztpraxis Symptome von Depression/Angst im Vergleich zur Routineversorgung deutlich verbessern können. In der versorgungsnahen PROVIDE-C-Studie zeigten sich nach fünf solcher Sitzungen stabile Effekte bis zu einem Jahr.

Alter und Krebs

Ein systematischer Review wertete 87 internationale Studien zu älteren Krebspatient:innen aus. Das Durchschnittsalter lag bei 74,2 Jahren. Die verschiedenen Krebsarten war entweder neu diagnostiziert oder lagen bis zu 15 Jahre zurück. Während die körperliche Lebensqualität mit dem Alter sinke, bliebe die psychische Lebensqualität oft stabil oder steige sogar, so Dr. Franziska Springer, Universitätsklinikum Leipzig. Die Arbeit decke aber auch Versorgungslücken in den Bereichen koordinierte altersgerechte Versorgung und soziale Unterstützung und Teilhabe auf, so die Preisträgerin.

Transition von Heimkindern ins Erwachsenenalter

PD Dr. Marc Schmid und M.Sc. Milou Leiting, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, untersuchten in einem Follow-up des JAEL-Projekts die Lebensqualität von 231 „Care Leaver:innen“ rund zehn Jahre nach ihrem Heimaufenthalt. Im Ergebnis zählen psychische Belastungen zu den stärksten Risikofaktoren für eine reduzierte Lebensqualität, stabile soziale Beziehungen hingegen wirken schützend.

Verändert Social Media die psychische Diagnostik?

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

Verändert Social Media die psychische Diagnostik?

Jetzt lesen
Quelle:

Preisverleihung des Quality of Life Preises im Rahmen der 1. Fachtagung der DG-Pro e. V., 29.05.2026, Berlin

Literatur:

(1)

Deutsche Gesellschaft für patientenberichtete Outcomes und Gesundheitsdaten e.V. Abrufbar unter: https://dg-pro.org/home, zuletzt abgerufen am 05.06.2026.

(2)

Die Jury. Abrubar unter: https://lilly-stiftung.de/hrqol-preis/, abgerufen am 05.06.2026.