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Medizin | Beiträge ab Seite 87

Medizin

Prophylaxe mit Emicizumab jetzt auch bei moderater Hämophilie A

Bislang erhalten überwiegend Patient:innen mit einer schweren Hämophilie eine prophylaktische Behandlung. Im Februar 2023 wurde die Zulassung für Emicizumab auf die moderate Hämophilie mit schwerem Blutungsphänotyp erweitert. In der HAVEN 6-Studie mit Patient:innen mit überwiegend moderater Hämophilie kam es unter Prophylaxe mit Emicizumab zu einer Reduktion der Blutungsrate und zu einer effektiven Kontrolle der Blutungen.
 
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Medizin

Neue Handlungsempfehlungen für bessere Überlebenschancen von Schwerverletzten erschienen

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat ihre S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung gemeinsam mit 25 Fachgesellschaften und Berufsverbänden überarbeitet und neu herausgegeben. Es ist damit die 4. Auflage nach der Erstveröffentlichung im Jahr 2002. Die Leitlinie bietet Mediziner:innen Empfehlungen zur Behandlung Schwerverletzter am Unfallort, im Schockraum und im Operationssaal. In dem 483-seitigen Dokument mit insgesamt über 330 Empfehlungen sind 69 neu und 70 auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse weiterentwickelt worden. Neu hinzugekommen sind beispielsweise Empfehlungen zur prähospitalen Blutstillung. „Die Polytrauma-Leitlinie ermöglicht schnelles und sorgfältiges Handeln in zeitkritischen Notfallsituationen. Wir verfolgen damit die bestmöglichen Überlebenschancen für unsere Patient:innen und das Ziel, sie möglichst vollständig zu heilen“, sagt DGU-Präsident Prof. Dr. Steffen Ruchholtz, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH.
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Medizin

Immer mehr Berufstätige seelisch erschöpft

Erschöpft und depressiv: Die starken Auswirkungen der Corona-Krise auf die Psyche von Berufstätigen bilden sich nun offenbar in den Statistiken ab. Während sich im ersten und zweiten Coronajahr fast keine Veränderungen abzeichneten, zeigen sich diese im dritten Krisenjahr umso deutlicher: So hat die KKH Kaufmännische Krankenkasse im vergangenen Jahr bundesweit rund 57.500 Krankschreibungen mit 2,3 Millionen Fehltagen wegen seelischer Leiden registriert. Im Vergleich zu 2021 ist das ein Plus von rund 16%. Am meisten betroffen waren Arbeitnehmer:innen in der Krankenpflege sowie in der Erziehung und Sozialarbeit.
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Medizin

Forschende züchten Hirngewebe erfolgreich nach

Forschende der Hokkaido-Universität haben einen Schritt in Richtung Heilung von Gehirnzellen gemacht. Sie verwenden Hydrogel-Materialien in Kombination mit neuralen Stammzellen, um neues Hirngewebe zu züchten. Neurale Stammzellen sind Stammzellen im Nervensystem, mit der Fähigkeit zur Selbsterneuerung und zur Bildung differenzierter Vorläuferzellen, aus denen unter anderem Nervenzellen entstehen. Hydrogele sind meist hochporöse Kunststoffe, die mit Wasser gefüllt sind.
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Orphan Diseases

#wiedu – Awareness-Kampagne für Seltene Erkrankungen

Seltene Erkrankungen sichtbarer zu machen und das Bewusstsein für die Situation der Betroffenen zu stärken, ist das Ziel der neuen Kampagne #wiedu. Denn obwohl in Deutschland ca. 4 Millionen Menschen (1) von Seltenen Erkrankungen betroffen sind, bestehen nach wie vor große Wissenslücken. In der Folge stehen die Betroffenen oft vor langen und beschwerlichen Wegen zur Diagnose und vielen weiteren Herausforderungen.
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Medizin

Ultraschall verringert Parkinson-Symptome

Eine minimal-invasive Ultraschalltherapie reduziert bei Parkinson-Patient:innen das Zittern der Extremitäten und verbessert die allgemeine Beweglichkeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine klinische Studie unter der Leitung der University of Maryland School of Medicine (1). An der Studie nahmen 94 Parkinson-Patient:innen teil, die nach dem Zufallsprinzip in 2 Gruppen eingeteilt wurden. Die eine Gruppe erhielt eine gezielte Ultraschallbehandlung in einem bestimmten Bereich des Gehirns, die andere nur eine Scheinbehandlung.
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Medizin

Tag der Seltenen Erkrankungen – Selten sind viele

„In Deutschland leben rund 4 Millionen Menschen mit chronischen seltenen Erkrankungen. Viele dieser seltenen Erkrankungen gehen einher mit Invalidität oder verkürzter Lebenserwartung. Als Bündnispartner im Nationalen Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) setzen wir uns deshalb aktiv für eine Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung und der Lebenssituation von Menschen mit seltenen Erkrankungen ein“, sagt der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt.
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Pneumologie

Feinstaub: Die unterschätzte Gesundheitsgefahr

Luftverschmutzung ist das größte umweltbedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland und Europa und die vierthäufigste Ursache für vorzeitige Todesfälle weltweit. Die größte gesundheitliche Belastung geht von Feinstaub aus, der zu vorzeitigen Todesfällen (ca. 54.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr in Deutschland) und einer Reihe von gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt. Neue Studien zeigen gesundheitliche Auswirkungen auch bei sehr niedrigen Schadstoffkonzentrationen, doch einen sicheren Grenzwert für Feinstaub scheint es nicht zu geben. Im Rahmen eines Pressegesprächs in Berlin informierten Expert:innen der Bundesärztekammer (BÄK), der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) und der Health and Environment Alliance (HEAL) über die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Luftverschmutzung sowie die daraus folgenden politischen Handlungsempfehlungen des Gesundheitssektors.
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Medizin

100 Jahre Novo Nordisk: Innovationen für Menschen mit chronischen Erkrankungen

„Das Jahr 2023 hat für uns eine besondere Bedeutung“, erklärt Jesper Wenzel Larsen, Geschäftsführer von Novo Nordisk Deutschland. „Novo Nordisk feiert sein 100-jähriges Bestehen.“ Sein 100-jähriges Jubiläum nimmt Novo Nordisk aber nicht nur zum Anlass, auf Geleistetes zurückzublicken. Vielmehr richtet es den Blick nach vorne und bekräftigt sein Engagement für eine bessere Gesundheit, das über die vergangenen 100 Jahre stets richtungsweisend war: „Wir werden auch weiter entschlossen daran arbeiten, Veränderungen voranzutreiben, um Menschen mit chronischen Erkrankungen ein besseres und gesünderes Leben zu ermöglichen“, betont Larsen. Denn heute geht es nicht mehr allein um die Rettung von Leben, sondern um bessere Gesundheit insgesamt und mehr Wohlbefinden. „Natürlich müssen wir alles dafür tun, dass Menschen gar nicht erst krank werden“, erklärt er. „Aber wir müssen uns auch um diejenigen kümmern, die bereits erkrankt sind, und ihnen ein gesünderes Leben ermöglichen.“  Gerade im Bereich chronischer Erkrankungen ist es entscheidend, frühzeitig zu behandeln und somit das Fortschreiten der Krankheit und mögliche Folgeerkrankungen zu verhindern.
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Medizin

Junge Ärztinnen: Karriereknick durch Schwangerschaft?

Junge Ärztinnen und Medizinstudentinnen fühlen sich in der Schwangerschaft häufig unter Druck und von ihren Arbeitgeber:innen wenig unterstützt. Das ist eines der Ergebnisse der bundesweit größten Befragung unter schwangeren Ärztinnen und Medizinstudentinnen mit rund 4.800 Teilnehmerinnen. Zur Teilnahme aufgerufen waren angestellte und angehende Ärztinnen, die seit dem 1. Januar 2016 schwanger waren oder sind.
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Medizin

Genetische Ursache für Vorhofflimmern identifiziert

Die bisher größte genetische Studie zu Herzrhythmusstörungen unter der Leitung des RIKEN Center for Integrative Medical Sciences berichtet von der Entdeckung mehrerer Gene und individueller genetischer Variationen, die mit Vorhofflimmern in Verbindung stehen. Das Team um die Forschungsleiter Kazuo Miyazawa und Kaoru Ito hat die Daten von rund einer Mio. Menschen analysiert. Dabei wurden die "Polygenic Risk Scores" auf Basis genetischer Daten berechnet. Diese Scores sagen bei Menschen mit einem bestehenden Risiko ein Vorhofflimmern sowie sogar einen Schlaganfall und damit die Sterblichkeit voraus.
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Medizin

Erfolgreiche Heilung einer HIV-Infektion nach Stammzelltransplantation

Eine hämatopoetische Stammzelltransplantation zur Behandlung schwerer Blutkrebsarten ist die einzige medizinische Intervention, mittels derer in der Vergangenheit bereits 2 mit dem HI-Virus lebende Menschen geheilt werden konnten. Ein internationaler Verbund aus Ärzt:innen und Forschenden aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Spanien und den USA hat nun einen weiteren Fall identifiziert, in dem eine HIV-Infektion auf die gleiche Weise nachweislich geheilt werden konnte. In einer jetzt in Nature Medicine veröffentlichten Studie, an der DZIF-Wissenschaftler:innen aus Hamburg und Köln federführend beteiligt waren, wurde über 10 Jahre hinweg der erfolgreiche Heilungsprozess dieses 3. Patienten erstmalig detailliert virologisch und immunologisch charakterisiert.
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Colitis ulcerosa

Tofacitinib erweitert Behandlungsportfolio bei RA und CU

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat Empfehlungen zur Verringerung des Risikos schwerwiegender unerwünschter Ereignisse, die mit Januskinase-Inhibitoren in Verbindung gebracht werden, ausgesprochen. Das Bewertungsverfahren der EMA ist noch nicht beendet und die Europäische Kommission hat ebenfalls noch keine Entscheidung getroffen. In das Bewertungsverfahren sind alle Januskinase-Inhibitoren (JAKi) involviert, die für die Behandlung von verschiedenen chronisch-entzündlichen Erkrankungen geeignet sind. Die meisten Erfahrungen sind mit Tofacitinib gemacht worden und es hat sich gezeigt, dass sowohl bei der Rheumatoiden Arthritis als auch bei Colitis ulcerosa – selbstverständlich unter Beachtung des Risikoprofils – diese Therapie eine gute Option darstellt.
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Medizin

Enzephalitis: Hohes Risiko für Selbstverletzung und Suizid

Die Encephalitis Society macht am Welt-Enzephalitis-Tag 2023 auf die erhöhte Selbstverletzungs- und Suizidrate unter den Betroffenen aufmerksam, denn Suizidalität kann eine ernsthafte Manifestation der Enzephalitis sein: 37,5% der Überlebenden von Enzephalitis gaben an, dass sie an Suizid gedacht oder einen Suizidversuch unternommen haben (4,4%), 12,5% der Patient:innen zeigten in den frühen Stadien der Krankheit suizidale Verhaltensweisen, wobei fast die Hälfte (5,83%) einen Suizidversuch unternahm.
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Medizin

Gastroparese: Phase-IIb-Studie zu Naronaprid startet

Die ersten Patient:innen wurden in der Phase-IIb-Studie mit Naronaprid – einem potenziellen Best-in-Class-Prokinetikum für gastrointestinale Erkrankungen – behandelt. Bei dieser Phase-IIb-Studie handelt es sich um eine multizentrische, randomisierte und Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie, mit der die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Naronaprid bei Patient:innen mit Gastroparese untersucht werden soll. Studienzentren werden dafür ungefähr 300 Patient:innen in die Studie aufnehmen und randomisieren, die 12 Wochen lang entweder eine von 3 Dosen Naronaprid oder täglich ein Placebo erhalten. Der primäre Endpunkt der Studie ist eine Verbesserung von Anzeichen und Symptomen idiopathischer oder diabetischer Gastroparese am Ende der Behandlungsphase im Vergleich zum Beginn. Zusätzliche sekundäre und explorative Endpunkte werden ebenfalls untersucht, um das Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil von Naronaprid im Vergleich zu Placebo herauszuarbeiten.
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Medizin

Cellzome – Schnittstelle zwischen Forschung und Pharmaindustrie

„20-10-5 years of innovation, impact collaboration“ war das Motto der Jubiläumsveranstaltung des Biopharma-Unternehmens GSK (GlaxoSmithKline) und seines Tochterunternehmens Cellzome auf dem EMBL-Campus (Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie) in Heidelberg, die eigentlich bereits im Jahr 2020 stattfinden hätte sollen, doch durch die Corona Pandemie auf 2023 verschoben werden musste. Im Rahmen der Veranstaltung wurden gleich 3 Jubiläen gefeiert - 20 Jahre seit der Gründung von Cellzome durch ein Forschungsteam um Dr. Gitte Neubauer, 10 Jahre als 100%ige Tochtergesellschaft von GSK und 5 Jahre erfolgreiche Kooperation der Cellzome Labore mit dem EMBL. Die Wissenschaftler:innen von Cellzome erforschen mit Hilfe modernster Omics-Technologien (Transkriptomik, Proteomik, Metabolomik und Genomik) in Kombination mit künstlicher Intelligenz (KI) und Methoden des maschinellen Lernens die Grundlagen molekularer Veränderungen in Zellen und Geweben. Auf diese Weise entstehen in vitro Forschungsergebnisse, die mit klinischen Studien vergleichbar sind. Mit Hilfe dieser Methoden können so Angriffspunkte in Zellen und Geweben identifiziert werden, die es ermöglichen gezielt wirkende Medikamente zur Bekämpfung von Krankheiten, wie Krebs und Infektionskrankheiten, zu entwickeln.
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