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Medizin

Unterstützung für Ärzt:innen auf Intensivstationen

Die Leitlinie richtet sich an in Kliniken tätige Ärzt:innen, die auf Intensivstationen schwersterkrankte Patient:innen behandeln. „Wer nicht täglich mit solchen Infektionen zu tun hat, kann unmöglich alles überblicken, was man wissen muss, um sie gezielt zu behandeln", erklärt Sören Gatermann den Nutzen der Leitlinie. Sie gibt Hinweise darauf, welche Erreger für welchen Wirkstoff empfänglich sind und wie sich das anhand von mikrobiologischen Tests vorhersagen lässt.

Komplexe Resistenzmechanismen erfordern präzise Diagnostik

Allein die Gruppe der multiresistenten gram-negativen Erreger umfasst rund 100 verschiedene Bakterien mit etwa 10.000 unterschiedlichen Resistenzmechanismen. Hinzu kommen andere Bakterienarten mit den ihnen eigenen Resistenzen. Demgegenüber stehen neue oder kombinierte Wirkstoffe, die teils ein enges Wirkspektrum haben und nur für sehr spezifische Einsatzbereiche geeignet sind. „Es geht darum, hier ausschließlich ganz gezielt zu behandeln", unterstreicht Sören Gatermann.

Zweijährige Entwicklungsarbeit mit breiter Beteiligung

Die Leitlinie basiert auf über zweijähriger Arbeit der beteiligten Expert:innen. Insgesamt 14 Fachgesellschaften und Patientenorganisationen aus Deutschland und Österreich waren daran beteiligt. „Jeder Einsatz antimikrobieller Agentien ist verantwortungsbewusst zu gestalten", betont die Leitliniengruppe. Antibiotika seien im Gegensatz zu anderen Arzneimitteln als sozial-wirksame Medikamente zu betrachten, da ihr Einsatz nicht nur Auswirkungen auf den einzelnen Patienten, sondern durch Selektionsdruck und Resistenzverbreitung auf die gesamte Gesellschaft hat.

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Quelle:

Ruhr-Universität Bochum

Literatur:

(1)

S3-Leitlinie Antibiotikatherapie schwerer Infektionen mit multiresistenten Bakterien, abrufbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/067-011

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