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Fehlende Datenstrategien als größte Hürde für nachhaltigen KI-Nutzen

Künstliche Intelligenz wird im Krankenhaus häufig in einzelnen Pilotprojekten erprobt – etwa in der Dokumentation, der medizinischen Bildanalyse oder der Entscheidungsunterstützung. Der nachhaltige Nutzen bleibt jedoch oft begrenzt. Das Whitepaper des Fraunhofer IAIS zeigt: Die größten Hürden liegen weniger in der Technologie als vielmehr in fehlenden Datenstrategien, unklaren Zuständigkeiten, regulatorischer Unsicherheit und mangelnder Akzeptanz bei Mitarbeitenden.

„KI entfaltet ihren Mehrwert im Krankenhaus nur dann, wenn sie als strategisches Thema verstanden wird – nicht als isoliertes IT-Projekt„, sagt Dario Antweiler, Teamleiter Healthcare Analytics am Fraunhofer IAIS. „Wir zeigen, wie Krankenhäuser den Übergang von der Pilotierung zur nachhaltigen Implementierung systematisch gestalten können.“

Dreistufiges Vorgehensmodell für erfolgreiche KI-Strategie

Die Autor:innen des Whitepapers schlagen ein dreistufiges Vorgehensmodell zur Entwicklung einer KI-Strategie im Krankenhaus vor:

  • Analyse und Aufbau (KI-Readiness): Bewertung von Datenqualität, IT-Architektur, Organisation und Kompetenzen.

  • Strategie: Definition eines Zielbilds, Priorisierung geeigneter KI-Use-Cases und Entwicklung einer Umsetzungsroadmap.

  • Umsetzung und Betrieb: Integration in klinische Prozesse, Etablierung von Governance-Strukturen und kontinuierliche Qualitätssicherung.

Der Ansatz verbindet technologische, organisatorische und regulatorische Perspektiven und zeigt, wie KI-Initiativen in bestehende Digital- und Unternehmensstrategien eingebettet werden können.

Organisatorische und kulturelle Transformation als Schlüssel zum Erfolg

Darüber hinaus machen die Autor:innen deutlich, dass der erfolgreiche Einsatz von KI im Krankenhaus nicht allein eine technologische, sondern vor allem eine organisatorische und kulturelle Transformationsaufgabe ist. Entscheidend sei, KI frühzeitig in bestehende Digital- und Unternehmensstrategien einzubetten, klare Verantwortlichkeiten zu definieren und medizinisches sowie pflegerisches Personal aktiv einzubeziehen. Nur wenn Mitarbeitende den Nutzen von KI im Arbeitsalltag konkret erleben und Vertrauen in Transparenz, Nachvollziehbarkeit und regulatorische Absicherung haben, könne KI ihr volles Potenzial entfalten. Die Publikation zeigt auf, wie Krankenhäuser durch gezieltes Change Management, Qualifizierung und Governance-Strukturen Akzeptanz schaffen und den Übergang von einzelnen Pilotprojekten hin zu skalierbaren, wirtschaftlich tragfähigen Lösungen gestalten können.

Rechtliche und ethische Rahmenbedingungen für KI-Einsatz im Fokus

Außerdem werden die rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen für den KI-Einsatz im Krankenhaus beleuchtet. Insbesondere der EU AI Act, die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und die Medizinprodukteverordnung (MDR) stellen neue Anforderungen an Krankenhäuser – nicht nur als Anwender, sondern auch als Betreiber von KI-Systemen. Eine strukturierte KI-Governance wird damit zum zentralen Erfolgsfaktor.

Orientierungshilfe für Entscheider:innen im Gesundheitswesen

Das Whitepaper richtet sich an Geschäftsführungen, ärztliche und pflegerische Leitungen, IT- und Digitalverantwortliche sowie Qualitäts- und Innovationsmanager:innen in Krankenhäusern. Es bietet eine fundierte Orientierungshilfe, um KI gezielt zur Entlastung des Personals, zur Qualitätssteigerung und zur Sicherung der wirtschaftlichen und organisatorischen Zukunftsfähigkeit einzusetzen.

Praxiserprobte Lösungen und Beratung auf der DMEA 2026

Auf der DMEA in Halle 2.2, Stand D109 zeigt das Fraunhofer IAIS KI-Lösungen für den Klinikalltag. Dazu gehören bereits im Praxiseinsatz bewährte, sichere Sprachmodelle zur Beschleunigung der medizinischen Dokumentation, eine umfassende KI-Kliniksuite zur Optimierung administrativer Prozesse entlang der Versorgungskette sowie intelligente Agentensysteme zur Unterstützung von Versorgungs- und Informationsflüssen – insbesondere in der Erstversorgung.

Ergänzt wird das technologische Portfolio durch Beratungsleistungen, mit denen Krankenhäuser bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer individuellen KI-Strategie unterstützt werden. „Krankenhäuser, die jetzt die strategischen Grundlagen schaffen, können die Potenziale von KI gezielt nutzen – statt in Einzelprojekten stecken zu bleiben", so Antweiler.

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Quelle:

Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS

Literatur:

(1)

Strategischer Einsatz von Künstlicher Intelligenz als Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit von Kliniken, abrufbar unter: https://www.iais.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2026/ki-strategie_im_krankenhaus.html

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