Montag, 6. April 2020
Navigation öffnen

Patientenbereich

03. November 2016 Hautkrebs-Früherkennung durch Screenings

Laut der Deutschen Krebsgesellschaft erkranken hierzulande jedes Jahr rund 18.000 Menschen an Hautkrebs. Doch das muss nicht sein: Regelmäßige Haut-Screenings helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, bevor überhaupt erst Krebs entsteht. Dr. Müller-Steinmann, ärztlicher Direktor des Hautarztzentrums Kiels, erklärt, wie ein Screening abläuft und wie sich Hautkrebs-Vorstufen entfernen lassen.
Wie entsteht Hautkrebs?
UV-Strahlen greifen die Hautzellen an und können das Erbgut der Zellen schädigen. Das geschieht nicht von heute auf morgen. Doch wer sich über Jahrzehnte starken Sonnenstrahlen und UV-Strahlen aus dem Solarium aussetzt, erhöht das Risiko für schwarzen und weißen Hautkrebs. Da sich der Krebs über längere Zeit entwickelt, sind Früherkennungsuntersuchungen eine gute Methode, um Hautveränderungen rechtzeitig zu erkennen.

Wie läuft ein Hautscreening ab?
Bei einer Früherkennungsuntersuchung suchen wir die gesamte Haut - vom Scheitel bis zur Fußsohle - nach Veränderungen ab. Zusätzlich dokumentieren wir alle Pigmentflecke und fertigen einen genauen Muttermalkatalog an. Dafür nutzen wir moderne photodynamische Diagnostik. Beim nächsten Screening vergleichen wir dann die Bilder mit den aktuellen Aufnahmen und können so optische Veränderungen leichter erkennen.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für das Screening?
Ja, ab 35 Jahren zahlen die Krankenkassen alle zwei Jahre ein Screening, viele auch schon in früheren Jahren. Patienten können sich bei uns erkundigen, ob auch ihre Kasse die Kosten trägt. Jeder sollte die Haut zudem regelmäßig selbst beobachten und einen Hautarzt aufsuchen, wenn ihm Muttermale verändert erscheinen.

Was geschieht, wenn Ärzte Hautveränderungen entdecken?
Auffällige Muttermale entfernen wir operativ und analysieren das Gewebe im Labor. Vorstufen des weißen Hautkrebses können wir zudem oft schonend mit einem Laser behandeln. Durch wiederholte Behandlungen tragen wir die geschädigte Haut Stück für Stück ab. Im Gegensatz zu einer Operation verletzt der Laser die Haut nur oberflächlich, weshalb das Risiko für Narben sehr gering ist.

Gibt es Menschen, die ein besonders hohes Risiko haben, an Hautkrebs zu erkranken?
Besonders gefährdet sind Menschen mit heller Haut und diejenigen, die viel draußen arbeiten, wie Bauarbeiter, Gärtner und Briefträger. Seit Anfang 2015 zählen bestimmte Formen des hellen Hautkrebses sogar als Berufskrankheit. Betroffene sollten sich konsequent vor UV-Strahlen schützen. Dazu gehört neben dem regelmäßigen Auftragen einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auch das Tragen von langer, luftiger Kleidung. Zudem sollten sie unbedingt die starke Mittagssonne meiden.

Hautarzt-Zentrum Kiel


Weitere Beiträge zum Thema

Augenärzte testen Kontaktlinsen mit UV-Schutz

Augenärzte testen Kontaktlinsen mit UV-Schutz
© HQUALITY - stock.adobe.com

Intensive ultraviolette Strahlung des Sonnenlichts kann Bindehaut und Hornhaut am Auge schädigen. Jetzt testen Forscher, ob Kontaktlinsen mit eingebautem UV-Schutz solche Schäden verhindern können. Die Haftschalen wären hilfreich für Patienten, denen etwa nach einer Verätzung empfindliche Stammzellen der Hornhaut transplantiert wurden. Aber auch Außenarbeiter, die regelmäßig einer hohen UV-Bestrahlung ausgesetzt sind, könnten davon profitieren.   

Röntgeninstitut plant Mammografie mit audiovisueller Erlebniswelt

Röntgeninstitut plant Mammografie mit audiovisueller Erlebniswelt
© serhiibobyk - stock.adobe.com

Brustkrebs ist mit etwa 70.000 Neuerkrankungen im Jahr die häufigste onkologische Erkrankung bei Frauen. Daher wird der einst von der „American Cancer Society“ ausgerufene Internationale Brustkrebstag am 1. Oktober weltweit zum Anlass genommen, anhand von Informations- und Aufklärungskampagnen Aufmerksamkeit auf die Erkrankung zu lenken und speziell das Thema Vorsorge ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. „Werden bösartige Tumoren frühzeitig entdeckt, sind die Heilungschancen von Brustkrebs äußerst gut“, weiß Dr....

Migräne: Wenn extreme Hitze zu Kopfschmerzen führt

Migräne: Wenn extreme Hitze zu Kopfschmerzen führt
© kuznetsov_konsta / Fotolia.com

Das Wetter in Deutschland wird immer wärmer und für viele erfüllt sich der langersehnte Traum vom „richtigen Sommer“. Heiße Tage und laue Nächte erfreuen aber nicht alle. Während die einen glücklich im Café sitzen und die Sonnenstrahlen in sich aufsaugen, ist bei Migräne-Betroffenen die Freude oft gedämpft. Ein starker Temperaturwechsel kann bedeuten, dass sich innerhalb kürzester Zeit ein Pochen und Ziehen in der Schläfengegend meldet und die nächste Migräneattacke ankündigt. Gutes Trigger-Management...

Migräne: „World Brain Day“ widmet sich individualisierter Therapie

Migräne: „World Brain Day“ widmet sich individualisierter Therapie
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Der „World Brain Day“ widmet sich am 22. Juli dem Thema Migräne. In Deutschland sind etwa 10% der Bevölkerung von Migräne betroffen, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Doch viele werden nicht diagnostiziert und ärztlich behandelt – sie therapieren sich stattdessen lieber selbst. Nicht selten führt das zu Chronifizierung und neuen Kopfschmerzen, denn Schmerzmedikamente können bei häufiger Einnahme Kopfschmerzen verursachen oder verstärken. Dabei lasse sich durch eine leitliniengerechte und individualisierte Therapie...

Extreme Hitze: Was müssen Herzpatienten beachten?

Extreme Hitze: Was müssen Herzpatienten beachten?
© Korn V. - stock.adobe.com

Sommerliche Hitze mit sehr hohen Temperaturen über 30 Grad Celsius kann zur Herausforderung besonders für ältere Menschen und diejenigen werden, die bereits wegen Herz- oder Blutdruckproblemen in Behandlung sind. Mögliche Folgen der hohen Temperaturen sind Müdigkeit und Schwindel sowie Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps, außerdem Herzrhythmusstörungen oder auch Muskelkrämpfe. „Diesen Folgen können Betroffene vorbeugen, indem sie mit ihrem behandelnden Arzt Vorsichtsmaßnahmen besprechen, die je nach Herzerkrankung...

Fleisch und Milchprodukte günstig, raffinierte Kohlenhydrate schlecht

Fleisch und Milchprodukte günstig, raffinierte Kohlenhydrate schlecht
© M.studio / fotolia.com

Eine Studie mit mehr als 218.000 Teilnehmern aus über 50 Ländern zeigt: Nicht nur Obst, Gemüse und Nüsse sind herzgesund und verlängern das Leben, sondern auch nicht-verarbeitetes Fleisch und Milchprodukte. Die konsumierte Menge raffinierter Kohlenhydrate sollte begrenzt werden. Diese Studienergebnisse dürfen allerdings nicht als Freibrief für exzessiven Konsum für Fleisch und fetten Käse gesehen werden, sondern als Plädoyer für eine ausgewogene Ernährung, sagen deutsche Kardiologen.

Das könnte Sie auch interessieren

Adipositas im Kindes- und Jugendalter

Adipositas im Kindes- und Jugendalter
© kwanchaichaiudom / fotolia.com

Laut der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS Welle 2), die vom Robert Koch-Institut durchgeführt wurde, haben nach dem Referenzsystem der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 26,3% der 5- bis 17-Jährigen Übergewicht; 8,8% sind von Adipositas betroffen (1). In der Versorgung dieser Kinder und Jugendlichen gibt es erhebliche Defizite: So werden in Deutschland überzeugende, wissenschaftlich-basierte Behandlungs- und Betreuungskonzepte im Gesundheitssystem nicht unterstützt und in der Regel von den Kostenträgern nicht finanziert....

Wenn Verwandte von Krankheitserregern Gutes tun

Wenn Verwandte von Krankheitserregern Gutes tun
© science photo / fotolia.com

Es gibt Bakterien, die Wasserstoff und Naturstoffe produzieren, was sowohl für die Umwelt als auch für die Medizin wichtig ist. In Jena hat ein Forschungsteam nun die Fähigkeit zur Wasserstoff- und Naturstoffproduktion in einer Gruppe von Bakterien nachgewiesen, die bis dahin eher als Krankheitserreger bekannt waren. In Gemeinschaft mit einem methanproduzierenden Bakterium konnten diese Bakterien Milchsäure zu Methan umwandeln.

12. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) 34. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)

12. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)  34. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)
© Racle Fotodesign / fotolia.com

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, pro Woche mindestens 2,5 Stunden an mäßig anstrengender Ausdaueraktivität sowie an mindestens zwei Tagen in der Woche muskelkräftigende Aktivitäten auszuführen. Laut Daten des Robert Koch-Instituts erreicht nur etwa ein Fünftel der Frauen (20,5%) und ein Viertel der Männer (24,7%) in Deutschland beide Empfehlungen. Mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung bewegt sich weniger als 2,5 Stunden pro Woche (1). Doch regelmäßige Bewegung schützt nicht nur vor Übergewicht...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Hautkrebs-Früherkennung durch Screenings"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden