Montag, 6. April 2020
Navigation öffnen

Patientenbereich

Experte: Patienten müssen trotzdem immer in Bewegung bleiben

15. November 2017 Rauchen ist Hauptursache für chronische Lungenkrankheit, die nicht heilbar ist

Welt-COPD-Tag am 15. November

COPD – diese vier Buchstaben stehen für eine chronische Lungenkrankheit (chronic obstructive pulmonary disease). Sie stehen gleichzeitig auch für die weltweite Nummer Drei unter den Todesursachen. Bei 90 Prozent aller Fälle hierzulande ist die Hauptursache ziemlich klar bestimmt: das Rauchen. Zum Welt-COPD-Tag am 15. November weist Prof. Hubert Wirtz, Leiter der Abteilung für Pneumologie am UKL, auf unangenehme Wahrheiten rund um diese Krankheit hin: "COPD verkürzt die Lebenserwartung. Es ist nicht heilbar."
Prof. Hubert Wirtz leitet die Abteilung für Pneumologie am UKL. Foto: Stefan Straube / UKL
Prof. Hubert Wirtz leitet die Abteilung für Pneumologie am UKL. Foto: Stefan Straube / UKL
Zwar gehe, so Prof. Wirtz, die Zahl der Raucher in den so genannten Industrieländern leicht zurück, doch noch steige die Zahl der COPD-Fälle. Schätzungen für Deutschland besagen, dass zirka acht Prozent aller hier Lebenden an dieser chronischen Krankheit leiden. Am Universitätsklinikum Leipzig werden pro Jahr etwa 2000 Patienten stationär in der Pneumologie behandelt, etwa jeder Zweite wegen COPD.

Krankheit ist fortschreitend

Bei Erkrankten verengen sich die Atemwege, Lungengewebe wird zerstört. Vermehrt wird Schleim in den Bronchien produziert, Betroffene müssen stark husten und haben Auswurf. Die Lunge erleidet einen Strukturverlust. Statt vieler kleiner Lungenbläschen gibt es größere Blasen. So geht die für den Gastaustausch notwendige Oberfläche verloren. Betroffene merken es zuerst bei Belastungen wie Treppen steigen oder Rad fahren. "Unsere Lunge besitzt zwar große Reserven. Ihre Kapazität reicht von still sitzen bis zum Marathonlauf", erläutert der UKL-Pneumologe, "doch wenn durch die Krankheit überschüssige Kapazitäten verlorengehen, führt das schon bei leichten Tätigkeiten zu Luftknappheit." Das Problem: "Was an Struktur der Lunge verloren ist, ist weg. COPD ist nicht heilbar, sondern fortschreitend. Man kann nur versuchen, den Verlust zu bremsen", betont Prof. Wirtz.

Mehr Lungensportgruppen werden benötigt

Weil auch die Elastizität des Organs verlorengegangen ist, sind die Atemwege verengt. So bleibt beim Ausatmen viel Luft im Thorax, also im Brustkorb gefangen, zu wenig neue Luft kann eingeatmet werden. Bei Belastungen verschärft sich dieser Zustand noch. Medikamente können hier zumindest helfen, die Verkrampfungen zu lösen und für eine bessere Entleerung der Lunge zu sorgen. Ganz wichtig: COPD-Patienten müssen trotzdem immer in Bewegung bleiben, sagt der Experte: "Wer an COPD erkrankt ist, muss körperliche Belastungen auf jeden Fall beibehalten, sonst wird es immer schlimmer." Dies habe man, erklärt Wirtz, in seiner Bedeutung so erst in den vergangenen Jahren erkannt. "Es bräuchte mehr Lungensportgruppen, auch als Reha-Maßnahme", meint er, "davon gibt es zu wenige in Deutschland, und sie sind zu wenig an die Bedürfnisse von COPD-Patienten angepasst." Und noch einen Behandlungsaspekt hebt der Leipziger Pneumologe hervor: "Patienten müssen breiter als nur in der Lunge untersucht werden, denn sie haben häufig Begleiterkrankungen wie Osteoporose, Diabetes, Herzerkrankungen aber auch Depressionen. Man muss den gesamten Menschen sehen", betont Prof. Wirtz.

Universitätsklinikum Leipzig


Stichwörter

Weitere Beiträge zum Thema

Ersetzt Desinfektionsspray das Händewaschen?

Ersetzt Desinfektionsspray das Händewaschen?
© Rido - stock.adobe.com

Regelmäßiges Händewaschen, gerade in der Grippe- und Erkältungszeit ist enorm wichtig und eigentlich selbstverständlich. Doch laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse von 2019 verzichten nach wie vor jeder 3. Mann und jede 4. Frau nach dem Nach-Hause-Kommen auf den Gang zum Waschbecken. Rund ein Drittel der rund 1.000 Befragten wäscht sich darüber hinaus nicht vor jeder Mahlzeit die Hände. Stattdessen greifen offenbar immer mehr Menschen zu Desinfektionsmitteln. Der aktuellen Umfrage zufolge trägt mittlerweile...

Wenn Stress den Rücken krank macht: Rückenschmerzen – eine Volkskrankheit

Wenn Stress den Rücken krank macht: Rückenschmerzen – eine Volkskrankheit
© Stasique / Fotolia.com

In Deutschland sind Rückenprobleme die Volkskrankheit Nummer 1. Laut dem DAK Gesundheitsreport leiden 75 % der Berufstätigen in Deutschland mindestens einmal im Jahr an Rückenbeschwerden – der zweithäufigste Grund für eine Krankschreibung. Manchmal ist die Ursache schnell gefunden, beispielsweise wenn der Patient kürzlich einen Unfall hatte oder an einer Erkrankung der Wirbelsäule leidet, und die Beschwerden lassen sich dementsprechend behandeln. Viel häufiger jedoch steht nach umfangreicher medizinischer Abklärung keine körperlich...

Ständig im Einsatz und am Limit: Anforderungen an Personal in Krankenhaus und Rettungsdienst

Ständig im Einsatz und am Limit: Anforderungen an Personal in Krankenhaus und Rettungsdienst
© chalabala - stock.adobe.com

Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) startet die Online-Kampagne „Danke für 24/7“. Die Fachgesellschaft bedankt sich damit bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus und Rettungsdienst. Hier tragen Ärzte und Pflegekräfte 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche Sorge für Patientinnen und Patienten. Das verdient aus Sicht der DGIIN eine besondere und öffentliche Wertschätzung.

Das könnte Sie auch interessieren

So kommen Senioren gut durch den Winter

So kommen Senioren gut durch den Winter
© ARochau / Fotolia.com

Im Winter neigen vor allem ältere Menschen dazu, sich zu Hause einzuigeln. Aber zu wenig an Bewegung, frischer Luft und Tageslicht können schnell das Immunsystem schwächen, den Stoffwechsel verlangsamen und aufs Gemüt schlagen. „Senioren sollten auch im Winter auf ausreichend Bewegung achten. Andernfalls haben sie es im Frühjahr deutlich schwerer, wieder in Schwung zu kommen“, sagt Klaus Möhlendick, Diplom-Sportwissenschaftler bei der BARMER GEK. Regelmäßige Bewegung ist deshalb so wichtig, weil sie den altersbedingten physiologischen...

Pflege: „24-Stunden-Betreuung“ nicht wörtlich verstehen

Pflege: „24-Stunden-Betreuung“ nicht wörtlich verstehen
© Halfpoint - stock.adobe.com

Auch wenn es so klingt: Bei Angeboten einer „24-Stunden-Betreuung“ zu Hause kann die Pflegekraft nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Es gilt das Arbeitszeitgesetz, erklärt die Verbraucherzentrale Berlin. Somit sei ein Arbeitstag in der Regel nach maximal 10 Stunden zuzüglich Pause vorbei, auch wenn die Pflegekraft mit im Haus wohnt. Wer tatsächlich auf 24 Stunden Betreuung Wert legt, muss für die Ruhe- und Pausenzeiten der Pflegekraft genügend Ersatz einplanen.

Die wichtigsten Tipps zur Grippe-Impfung

Die wichtigsten Tipps zur Grippe-Impfung
© Konstantin Yuganov / fotolia.com

Es geht wieder los: Die Grippe-Zeit beginnt! Insbesondere ältere Patienten sind durch Influenza-Viren gefährdet. Aber auch Schwangere, Kinder und Pflegepersonal sind besonders betroffen. Deswegen raten Experten jetzt zur gezielten Grippeschutzimpfung. „Für ältere Menschen eignen sich insbesondere die sogenannten tetravalenten Impfstoffe, die nun auch von den Krankenkassen bezahlt werden“, sagt Dr. Andreas Leischker (Foto), Impfexperte der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie des Alexianer-Krankenhauses...

Wenn das Wetter krank macht: Tipps gegen Wetterfühligkeit

Wenn das Wetter krank macht: Tipps gegen Wetterfühligkeit
© Thaut Images - stock.adobe.com

Mal Sonne, mal Regen, mal warm, mal kalt: Der Frühling bringt – oft in schneller Abfolge – die unterschiedlichsten Wetterverhältnisse mit sich. Viele Menschen leiden dann unter der sogenannten Wetterfühligkeit. Genaue Zahlen gibt es nicht, schätzungsweise kämpft aber jeder zweite Deutsche mit den entsprechenden Symptomen. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, gibt Tipps, wie Wetterfühlige gegensteuern können.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Rauchen ist Hauptursache für chronische Lungenkrankheit, die nicht heilbar ist"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden