Samstag, 16. Februar 2019
Navigation öffnen

Patientenbereich

14. September 2018 Sport macht stark

Sportmediziner und Kanusportler, Kindertraumatologie und Welt-Hockeyverband – zum Thema Sport bringt der Kongress für Kinder- und Jugendmedizin 2018 viele unterschiedliche Stimmen zusammen.
Kinder- und Jugendärzte sind häufig einbezogen in die sportliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen -  und dies nicht nur bei der Versorgung von Verletzungen! Während früher überwiegend Sportbefreiungsatteste für die Schule von ihnen erwartet wurden, aber auch Tauglichkeitszeugnisse für Sportvereine und für den Berufseintritt, ist Sport in der Kinder- und Jugendmedizin mittlerweile anerkannter Teil des Behandlungskonzeptes: insbesondere von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Gesundheitsstörungen wie Asthma, Adipositas, Rheuma und Muskelerkrankungen.

Und auch bei sehr intensivem sportlichem Engagement ist die kinderärztliche Sicht gefragt: „Leistungssport von Kindern und Jugendlichen wird häufig mit Überforderung, übergroßem elterlichem Ehrgeiz und sogar Doping assoziiert“, erläutert Tagungspräsident Prof. Dr. Gerhard Jorch von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). „Kinder- und Jugendärzte sehen vielmehr, dass bei verantwortungsvollem Training erhebliche Potentiale für die Persönlichkeitsentwicklung genutzt werden können, die den Bedarf an sozialpädagogischen Interventionen senken und die sozialpädiatrische Arbeit ergänzen können.“

Dr. Christoph Kretzschmar von der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) erläutert die Chancen, die Sport eröffnen kann: „Die sportliche Betätigung ist ein wesentlicher Grundpfeiler für das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen - sowohl in physischer als auch in psychischer Hinsicht. Einerseits ist regelmäßiger Sport im Kindesalter eine Voraussetzung dafür, dass man als Erwachsener einfacher den Zugang zur sportlichen Freizeitbetätigung findet und diese zur Regeneration nutzen kann, andererseits unterstützt und fördert ein kontinuierliches Training die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes: Ausdauer, Durchhaltevermögen, Zielorientierung und der Umgang mit Sieg und Niederlagen sind nur einige Eigenschaften, die durch sportliches Training gefördert werden.“

Kinder, Sport – und Verletzungen

Viele Eltern denken bei dem Thema Kinder und Sport eher an Bänderrisse und Zerrungen, und so wird auch der Kongress die typischen Sportverletzungen im Kindesalter aufgreifen, die eine konservative oder eine operative Behandlung erfordern. Prof. Dr. Lucas Wessel, Tagungspräsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH), betont: „Akute Verletzungen heilen in der Regel rasch und komplikationsfrei aus, auch wenn manchmal eine von vielen Jugendlichen nur schwer auszuhaltende Sportkarenz von einigen Wochen nötig ist. Anders sieht es bei Verletzungen aus, die durch Überlastung entstehen, denn hier sollte auf das individuelle Leistungsprofil des Kindes und auf eine sorgfältige Rekonvaleszenz geachtet werden.“

Spitzensportler zu Gast in Leipzig

Für eine interdisziplinäre Bearbeitung  dieses Themas konnten Eckhard Leue und Lukas Mundelsee gewonnen werden, die als ehemalige Hochleistungssportler und Trainer von Spitzensportlern im Schwimm- und Kanusport aus ihrer langjährigen Erfahrung berichten.

Aktuelle objektive Daten aus den Jahren 2014-17 zu Sport und Adipositas aus der KIGGS-Studie Welle 2 ergänzen die Fachsitzung „Sport macht stark!“, die zu den ersten Veranstaltungen des Kongresses am Donnerstag, 13. September gehört. Ein „Workshop Kindersportmedizin“ und eine spezielle Sitzung zum „Leistungssport im Kindesalter“ komplettieren das Programm.

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)


Weitere Beiträge zum Thema

Es ist mehr als nur eine Ausrede: Migräne am Arbeitsplatz

Es ist mehr als nur eine Ausrede: Migräne am Arbeitsplatz
© deagreez / fotolia.com

Mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit zur Arbeit? Für viele Migränepatienten ist das Alltag. Ein Großteil der 900.000 an Migräne leidenden Deutschen schleppt sich trotz starker Schmerzen zur Arbeit – aus Angst einen schlechten Eindruck bei Arbeitskollegen und Vorgesetzten zu hinterlassen. Denn wer über Kopfschmerzen klagt, trifft immer noch auf Vorurteile. Nicht selten wird Migräne belächelt und als Ausrede abgetan. Zum Tag der Arbeit berichten Migränepatienten und Nutzer der Kopfschmerz- und...

Wenn die Eltern trinken: Über 2,6 Millionen Kinder wachsen mit alkoholabhängigem Elternteil auf

Wenn die Eltern trinken: Über 2,6 Millionen Kinder wachsen mit alkoholabhängigem Elternteil auf
© Africa Studio / Fotolia.com

Kinder von alkoholkranken Eltern haben keinen normalen Alltag und ihre Sorgen beschränken sich nicht mehr auf Schule oder Freizeit-Aktivitäten. Oftmals müssen sie sich viel zu früh Aufgaben und Sorgen eines Erwachsenen stellen und sind der Situation ausgeliefert. In Deutschland leben mehr als 2,6 Millionen Kinder in einer solchen Situation. Mindestens ein Elternteil dieser Kinder ist alkoholabhängig.

Ängste und Zurückweisung beim Thema AIDS abbauen

Ängste und Zurückweisung beim Thema AIDS abbauen
© psdesign1 / Fotolia.com

Dank moderner Medikamente können die rund 87.000 Menschen in Deutschland mit HIV beziehungsweise AIDS heute fast normal leben. Stattdessen belasten mitunter Ausgrenzung, Zurückweisung und Angst Betroffene heute schwerer als die eigentliche Erkrankung. „Vorurteile und mangelndes Wissen sind oft die Hauptursachen für Ausgrenzung und Zurückweisung von HIV-Positiven. Dem wollen wir unter anderem mit einer Telefon-Hotline entgegenwirken“, so Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der BARMER.

Rauchen ist Hauptursache für chronische Lungenkrankheit, die nicht heilbar ist

Rauchen ist Hauptursache für chronische Lungenkrankheit, die nicht heilbar ist
© Eric Limon / Fotolia.com

COPD – diese vier Buchstaben stehen für eine chronische Lungenkrankheit (chronic obstructive pulmonary disease). Sie stehen gleichzeitig auch für die weltweite Nummer Drei unter den Todesursachen. Bei 90 Prozent aller Fälle hierzulande ist die Hauptursache ziemlich klar bestimmt: das Rauchen. Zum Welt-COPD-Tag am 15. November weist Prof. Hubert Wirtz, Leiter der Abteilung für Pneumologie am UKL, auf unangenehme Wahrheiten rund um diese Krankheit hin: "COPD verkürzt die Lebenserwartung. Es ist nicht heilbar."

Opioid-Abhängigkeit: Notstand in USA ausgerufen

Opioid-Abhängigkeit: Notstand in USA ausgerufen
© Eisenhans / Fotolia.com

Nachdem der amerikanische Präsident Donald Trump aufgrund der massiven Zunahme an Drogentoten den nationalen Notstand bezüglich Opioiden erklärt hat, gibt die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) Entwarnung: In Deutschland sei aktuell kein Gesundheitsnotstand aufgrund von Opioid-Abhängigkeit zu befürchten. Die gesetzlichen Regelungen sowie die vorhandenen Leitlinien zum Einsatz von Opioiden verhinderten in den meisten Fällen die Entwicklung einer Abhängigkeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt
© Darren Baker / Fotolia.com

Naturheilmittel oder neuer Trend der Bio-Welle? 94 Prozent der Deutschen können mit dem Begriff Biopharmazeutika nichts anfangen (1). Oftmals werden hinter dem Begriff Naturheilmittel vermutet. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die biotechnisch hergestellt oder aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen werden und mit dem Ziel der Bekämpfung einer Krankheit in die Vorgänge des Körpers eingreifen. Insulin ist ein bekanntes Beispiel. Wem das erklärt wird, der ist gerne zur Einnahme eines solchen Arzneimittels bereit. Das sind Ergebnisse einer...

Die wichtigsten Tipps zur Grippe-Impfung

Die wichtigsten Tipps zur Grippe-Impfung
© Konstantin Yuganov / fotolia.com

Es geht wieder los: Die Grippe-Zeit beginnt! Insbesondere ältere Patienten sind durch Influenza-Viren gefährdet. Aber auch Schwangere, Kinder und Pflegepersonal sind besonders betroffen. Deswegen raten Experten jetzt zur gezielten Grippeschutzimpfung. „Für ältere Menschen eignen sich insbesondere die sogenannten tetravalenten Impfstoffe, die nun auch von den Krankenkassen bezahlt werden“, sagt Dr. Andreas Leischker (Foto), Impfexperte der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie des Alexianer-Krankenhauses...

Diabetes geht auch auf die Knochen: Osteoporose vorbeugen, Brüche vermeiden

Diabetes geht auch auf die Knochen: Osteoporose vorbeugen, Brüche vermeiden
© lev dolgachov / Fotolia.com

Die Osteoporose ist in Deutschland weit verbreitet: Etwa 6,3 Millionen sind davon betroffen. Die Techniker Krankenkasse fand im Jahr 2009 bei nahezu einem Viertel der über 50-jährigen Frauen in Deutschland einen Osteoporose-bedingten Knochenbruch oder knochenstabilisierende Medikamente. Auch Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 haben ein erhöhtes Osteoporoserisiko und dadurch auch für Knochenbrüche. Diese können Folgeerkrankungen wie Immobilität, Lungenentzündungen oder Langzeitbehinderung nach sich ziehen. Folgeerkrankungen sind mit erheblichen...

Arzneimittelbehörden rufen weltweit zur verstärkten Meldung von Nebenwirkungen auf

Arzneimittelbehörden rufen weltweit zur verstärkten Meldung von Nebenwirkungen auf
© nmann77 / fotolia.com

In einer gemeinsamen Kampagne fordern derzeit Arzneimittelbehörden weltweit Patientinnen und Patienten dazu auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf dem Appell, Verdachtsfälle von Nebenwirkungen bei Kindern zu melden. Weitere Zielgruppen sind Schwangere sowie stillende Frauen, die eine sichere Anwendung von Arzneimitteln sowie die Meldung möglicher Nebenwirkungen sensibilisiert werden sollen. In Deutschland werden diese Meldungen durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Sport macht stark"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.