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18. September 2019 Was tun, wenn die Bindehaut entzündet ist?

Das Auge ist rot, es juckt und brennt. Das sind typische Symptome einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis), der mit Abstand häufigsten Augenkrankheit. Dr. Ludger Wollring, Pressesprecher des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands erläutert, weshalb auf jeden Fall eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll ist.
Mit einer Entzündung reagiert die Bindehaut des Auges auf ganz verschiedene Auslöser: Infektionen mit Bakterien, Pilzen oder Viren sind häufig die Ursache, doch es können auch Bestandteile von Make Up oder Medikamenten sein, die eine allergische Reaktion auslösen. Wer Heuschnupfen hat, erlebt oft, dass auch die Augen auf die Allergene reagieren. Umweltreize wie Staub, Zugluft, Rauch oder grelles Sonnenlicht können ebenfalls zu einer Konjunktivitis führen. Und sie kann schwerwiegende Augenkrankheiten wie eine Entzündung der Hornhaut, der Regenbogenhaut und der Lederhaut begleiten.

Es kann aber auch sein, dass hinter den Symptomen, die der Betroffene für eine harmlose Bindehautentzündung hält, etwas anderes steckt, zum Beispiel eine Hornhautverletzung, die man vielleicht gar nicht wahrgenommen hat, oder ein Fremdkörper. Eine augenärztliche Untersuchung schafft hier Klarheit und eine sichere Diagnose als Grundlage für das weitere Vorgehen.

„Hausmittel“ können Allergien auslösen

Denn so verschieden die Ursachen der Entzündung sind, so unterschiedlich ist dann auch die Behandlung. Hier einfach wahllos Augentropfen zu nehmen, die einem Bekannte empfehlen oder auf vermeintlich altbewährte Hausmittel zu setzen, kann das Problem noch vergrößern. Wenn beispielsweise Viren die Entzündung auslösen und man nun Augentropfen mit Antibiotika und/oder Kortison verwendet, dann richtet man damit möglicherweise zusätzlichen Schaden an, erklärt Dr. Wollring. Es ist auch keine gute Idee, Beutel mit Kamillentee auf gerötete Augen aufzulegen: „Viele Menschen reagieren an Augen und Lidern allergisch auf Kamille“, weiß Wollring. Deshalb ist es wichtig, zuerst einmal den Auslöser der Beschwerden festzustellen und dann die passende Therapie zu wählen.

Antibiotika mit Bedacht einsetzen

Augentropfen mit Antibiotika sollten ausschließlich gegen von Bakterien verursachte Entzündungen eingesetzt werden, denn sonst fördert man die Entwicklung von Resistenzen. Dann können immer mehr Bakterienstämme entstehen, gegen die diese Wirkstoffe nichts mehr ausrichten. Wenn Augenärzte aber doch einmal Antibiotika verordnen, dann nach dem Motto „klotzen, nicht kleckern“: Über mehrere Tage erfolgt eine intensive Behandlung, damit die Krankheitserreger im Auge keine Chance haben.

Bei einer Herpesinfektion der Augenoberfläche, die häufig anfangs sehr ähnliche Beschwerden wie eine bakterielle Bindehautentzündung verursacht, helfen Antibiotika nicht und es muss möglichst frühzeitig eine spezielle Augensalbe gegen die Herpesviren eingesetzt werden, um dauerhafte Schäden zu verhindern.

Die Nebenwirkungen im Blick haben

Bei bestimmten Augenkrankheiten wie einer Entzündung der Iris und umgebender Gewebe sind Augentropfen, die Kortison enthalten, das Mittel der Wahl. Doch dann gilt es, mögliche Nebenwirkungen zu beobachten: Kortison kann den Augeninnendruck erhöhen, so dass es zum Glaukom (Grüner Star) kommt. Auch eine Linsentrübung (Grauer Star) ist bei längerdauernder Behandlung eine mögliche Folge. Werden kortisonhaltige Augentropfen unkritisch bei einer Infektion mit Bakterien, Herpes-Viren oder Pilzen eingesetzt, dann besteht die Gefahr, dass die Krankheit noch schlimmer wird. Denn das Kortison verringert die körpereigene Abwehr.

Wollrings Fazit: „Eine Bindehautentzündung kann viele Ursachen haben. Eine augenärztliche Untersuchung stellt sicher, dass die richtige Therapie gewählt wird, damit die Beschwerden rasch abklingen.“

Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA)


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