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23. Mai 2017

Faktencheck: Welchen Nutzen haben Vitamin-D-, Vitamin-E- und Selen-Präparate?

Jede vierte deutsche Frau und etwa jeder fünfte deutsche Mann nehmen Präparate zur Nahrungsergänzung. Im Zeitraum April 2015 bis März 2016 wurden insgesamt 177 Millionen Verpackungen verkauft.1 Doch schützt die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln tatsächlich vor Krankheiten? Die AOK Hessen hat Fakten zu Nutzen und Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln übersichtlich zusammengestellt.
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Nahrungssupplemente sind in zahlreicher Form auf dem Markt erhältlich und versprechen doch alle das Gleiche: Die zusätzlichen Vitamine und Mineralstoffe gleichen einen Mangel aus und beugen Krankheiten vor. Ob das wirklich so stimmt, hat die AOK Hessen für die Vitamine D und E sowie Selen zusammengefasst, um Verbrauchern die Entscheidung zu erleichtern.

Vitamin D – Prävention vor Knochenbrüchen, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Zur Vorbeugung von Knochenbrüchen konnte kaum ein Nutzen durch die zusätzliche Vitamin-D-Einnahme festgestellt werden. Lediglich in Kombination mit zusätzlichem Kalzium halfen die Präparate. Demgegenüber stehen die Nebenwirkungen: Einige Probanden klagten über Magen-Darm-Erkrankungen durch die Einnahme der Kombiwirkstoffe. Für Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde kein Nutzen festgestellt. Von je 100 Probanden erkrankten insgesamt 17 Personen innerhalb von vier Jahren. Die zusätzliche Einnahme von Vitamin D spielte dabei keine Rolle.

Selen – Schutz vor Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Zu wenig Selen im Körper führt zu Mangelerkrankungen. Diese kommen bei uns jedoch recht selten vor. Selen kann mit der Ernährung über Fisch, Fleisch und Eier aufgenommen werden. Ein Zusammenhang zwischen Selen als Nahrungsergänzungsmittel und der Vorbeugung von Krebs konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Hingegen wurde eine Studie zur Wirksamkeit von Selen sogar abgebrochen, da eine Verbindung mit Typ-2-Diabetes vermutet wurde. Als Nahrungsergänzungsmittel steht es zudem in Verdacht, Haarausfall und Hauterkrankungen bei Männern zu begünstigen.

Vitamin E gegen Schwangerschaftskomplikationen?

Auch hier wurde kein erkennbarer Nutzen festgestellt. Eine zusätzliche Einnahme von Vitamin E konnte weder Blutungen aufgrund einer Plazenta-Ablösung noch Frühgeburten oder andere bekannte Schwangerschaftskomplikationen verhindern. Stattdessen wurde festgestellt, dass die Einnahme von Vitamin E während der Schwangerschaft Bauchschmerzen begünstigen kann.

Über eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann der menschliche Körper in der Regel ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt werden. Viele Nahrungsergänzungsmittel hingegen haben im besten Fall keinen Effekt, im ungünstigen Fall ist mit Nebenwirkungen zu rechnen. Anders ist dies jedoch bei bestimmten Personengruppen, wie beispielsweise Schwangeren, Stillenden oder Patienten, die dauerhaft bestimmte Medikamente einnehmen. Sie haben einen erhöhten Nährstoffbedarf und benötigen unter Umständen zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe. Genauere Angaben zu den Risikogruppen und deren Nährstoffbedarf können behandelnde Ärzte geben.

In den „Faktenboxen Gesundheit“ nimmt die AOK Hessen viele Gesundheitsthemen, zum Beispiel zum Röntgen, zu Impfungen, dem Organspendeausweis und der Pille unter die Lupe.

AOK Hessen

Literatur:

1 Quelle: Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V.  (https://www.bll.de/de/presse/pressemitteilungen/pm-20161104-marktdaten-nem)


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