Mittwoch, 23. Juni 2021
Navigation öffnen
Patientenbereich
22. Oktober 2019

Vorsorge: Vollmachten können Patientenverfügung ergänzen

Kranke können in einer Patientenverfügung aufschreiben, wie sie im Notfall behandelt werden sollen. Im Zweifel muss das Dokument schnell auffindbar sein. Auch Bevollmächtigte können helfen.
Anzeige:
Eigenwerbung
 
Vor einer riskanten Operation ist es für Patienten wichtig, die eigenen Vorsorgeunterlagen zu prüfen: Sie können einen rechtlichen Vertreter bevollmächtigen und in einer Patientenverfügung festhalten, welche medizinischen Maßnahmen im Notfall getroffen werden sollen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt, diese regelmäßig zu prüfen und wenn nötig zu aktualisieren. Am besten unterschreiben Betroffene dann erneut und notieren das Datum.

Außerdem wichtig: Ärzte oder Angehörige sollten wissen, dass es eine Patientenverfügung gibt. Patienten geben sie deshalb am besten im Krankenhaus oder im Pflegeheim ab, so der Rat der Verbraucherschützer. Im Ernstfall sollten die Unterlagen griffbereit sein.

Ein Hinweis auf die Existenz der Verfügung kann auch ein entsprechender Vermerk in der Krankenakte sein, erklärt die Verbraucherzentrale. Ärzte können zudem beraten, wenn es darum geht, die Verfügung zu erstellen. Sie können beispielsweise erklären, was lebensverlängernde Maßnahmen sind und welche Folgen bestimmte Behandlungen haben können.

Im Voraus festlegen, wer Entscheidungen trifft

Dennoch kann der Fall eintreten, dass der Patient nicht mehr ansprechbar ist und die Patientenverfügung nicht anwendbar ist - etwa weil ein bestimmter Fall darin nicht vorgesehen ist. Dann kann ein weiteres Vorsorgedokument helfen: Mit einer Vorsorgevollmacht kann eine vertraute Person damit beauftragt werden, bestimmte Entscheidungen zu treffen. Dazu kann auch die Einwilligung in eine bestimmte Behandlung gehören.

In einer Betreuungsverfügung kann dagegen angegeben werden, wer als Betreuer benannt werden soll. Am Ende entscheidet das Betreuungsgericht. Wer einen Bevollmächtigten oder Wunschbetreuer benennt, sollte aber rechtzeitig besprechen, was bei einem medizinischen Notfall geschehen soll, so die Verbraucherschützer.

dpa


Anzeige:
Eigenwerbung
 
Weitere Beiträge zum Thema
Vorhofflimmern: Katheter-Ablation verbessert Erfolgschancen
Vorhofflimmern: Katheter-Ablation verbessert Erfolgschancen
©psdesign1 - stock.adobe.com

Das Herz rast oder stolpert, dazu kommen Schwindel, Luftnot und eine verminderte Leistungsfähigkeit: Bis zu 2 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Vorhofflimmern. Nicht jeder Betroffene verspürt Symptome, doch die Herzrhythmusstörung birgt eine lebensbedrohliche Gefahr: Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden oder eine Herzschwäche zu entwickeln, ist bei Patienten mit Vorhofflimmern stark erhöht. „Es ist daher wichtig, Vorhofflimmern frühzeitig zu erkennen und zu behandeln“, betont der Herzspezialist Prof. Dr. med. Stephan Willems und erklärt: „Studien haben gezeigt, dass die...

„Meine Patientenverfügung“: Vorsorge, Sterbehilfe und Organspende
„Meine Patientenverfügung“: Vorsorge, Sterbehilfe und Organspende
©Alexander Raths - stock.adobe.com

Eine Patientenverfügung ist das richtige Mittel, um im Fall der Fälle das Selbstbestimmungsrecht am Lebensende wahrzunehmen. „Meine Patientenverfügung“, der neue Ratgeber der Stiftung Warentest, informiert darüber, was in solch einem Dokument bestimmt werden kann und wie eine Patientenverfügung erstellt wird. Er beschreibt auch, wie man am Lebensende gut versorgt ist und selbstbestimmt sterben kann.

Algorithmus für schuhbasiertes Blindenassistenzsystem
Algorithmus für schuhbasiertes Blindenassistenzsystem
©Africa Studio - stock.adobe.com

Ein Schuh, der sagt wo’s lang geht: Die Niederösterreichische Firma Tec-Innovation hat einen intelligenten Schuh zur Erkennung von Hindernissen entwickelt. Der als „InnoMake“ bezeichnete Schuh ist seit kurzer Zeit als zugelassenes Medizinprodukt am Markt und soll die persönliche Mobilität von blinden und sehbeeinträchtigten Menschen sicherer gestalten. „Ultraschall-Sensoren an der Schuhspitze erkennen Hindernisse in bis zu 4 Metern Entfernung. Der Träger wird daraufhin per Vibration und/oder akustischen Signalen gewarnt. „Das funktioniert sehr gut und ist auch mir persönlich schon eine...

Diabetes Typ 2: Informationen und Unterstützung trotz Kontaktbeschränkungen
Diabetes Typ 2: Informationen und Unterstützung trotz Kontaktbeschränkungen
©fotomek - stock.adobe.com

Sie kann sich schleichend entwickeln, jahrelang keine Symptome hervorrufen und trotzdem bereits unbemerkt Organe schädigen: Diabetes Typ 2 ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die häufig erst im Zusammenhang mit weiteren gesundheitlichen Beschwerden festgestellt wird, zum Beispiel am Herz-Kreislauf- oder Nervensystem. Über 90% der mehr als 8 Millionen Menschen mit Diabetes mellitus in Deutschland weisen den Typ 2 auf. Viele neudiagnostizierte Betroffene fühlen sich nach der Diagnose zunächst von der Komplexität der Erkrankung und ihrer Therapie überfordert. Aufgrund der...

Trotz Allergie mit Katzen leben
Trotz Allergie mit Katzen leben

Mit fast 15 Millionen Tieren sind Katzen die beliebtesten Haustiere der Deutschen. Leider ist das Zusammenleben mit dem Schmusetiger nicht immer ungetrübt: Bei Allergikern kann schon der Aufenthalt im selben Zimmer gerötete Augen, Schnupfen, Asthma und Atemnot hervorrufen. Die wirksamste, aber auch schwerste Gegenmaßnahme ist es, das Tier abzugeben. Nun haben Wissenschaftler eine ganz neue Lösung für das Problem entwickelt: Ein allergenreduzierendes Katzenfutter. Was es damit auf sich hat, beschreibt ein neuer Ratgeber der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V.

Das könnte Sie auch interessieren

Pflege: „24-Stunden-Betreuung“ nicht wörtlich verstehen

Pflege: „24-Stunden-Betreuung“ nicht wörtlich verstehen
© Halfpoint - stock.adobe.com

Auch wenn es so klingt: Bei Angeboten einer „24-Stunden-Betreuung“ zu Hause kann die Pflegekraft nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Es gilt das Arbeitszeitgesetz, erklärt die Verbraucherzentrale Berlin. Somit sei ein Arbeitstag in der Regel nach maximal 10 Stunden zuzüglich Pause vorbei, auch wenn die Pflegekraft mit im Haus wohnt. Wer tatsächlich auf 24 Stunden Betreuung Wert legt, muss für die Ruhe- und Pausenzeiten der Pflegekraft genügend Ersatz einplanen.

Leukämiekranke brauchen Hilfe – Jetzt!

Leukämiekranke brauchen Hilfe – Jetzt!
© freshidea - stock.adobe.com

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie fehlen der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern in diesem Jahr 20.000 Stammzellspender für Leukämiepatienten. Die dringend erforderliche Neuregistrierung von 20.000 Stammzellspendern pro Jahr ist durch die bedrohliche Situation extrem gefährdet. Für viele an Leukämie erkrankte Menschen ist aber die Stammzellspende eines passenden Spenders oft die einzige Chance auf Heilung. Leukämie ist eine Krankheit, die keinen Aufschub duldet. Zeit ist ein maßgeblicher Faktor für Erkrankte, die in Zeiten der Pandemie als...

Vorsorgevollmacht: Auch für Jüngere relevant

Vorsorgevollmacht: Auch für Jüngere relevant
©Maridav - stock.adobe.com

„Im Moment mache ich mir große Sorgen. Aus den Medien habe ich erfahren, dass ein schwerer Verlauf der Covid-19-Erkrankung auch jüngere Menschen ohne Vorerkrankungen treffen kann. Schutzmaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschenund Abstandhalten setze ich alle um. Aber wie regele ich meine Angelegenheiten, falls ich doch erkranke und das so schwer, dass ich meinen Willen nicht mehr äußern kann?“ Martin S., Hannover

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Vorsorge: Vollmachten können Patientenverfügung ergänzen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Erstes Urteil im Rechtsstreit zwischen AstraZeneca und der EU
  • Erstes Urteil im Rechtsstreit zwischen AstraZeneca und der EU