Dienstag, 6. Dezember 2022
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Wie weniger Menschen an Darmkrebs sterben

Wie weniger Menschen an Darmkrebs sterben
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Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung und auch die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Die gesetzliche Vorsorgeleistungen wurde seit ihrer Einführung 2002 von 8,5 Versicherten in Anspruch genommen, wodurch bereits über 150.000 Todesfälle verhindert werden konnten. Rückgänge von Neuerkrankungsraten und der Sterblichkeit sind hierbei vor allem in der Altersgruppe zu beobachten, die die gesetzlichen Vorsorgeleistungen in Anspruch nehmen kann. Besonders auffällig ist die jährliche Steigerungsrate bei den 20- bis 29-Jährigen von fast 8% laut der Wissenschaftler:innen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Neben den möglichen Gründen des Anstiegs setzen sie sich auch mit der Frage auseinander, inwieweit ein erhöhtes Darmkrebsrisiko in jungen Jahren das Erkrankungsrisiko in den späteren Lebensjahren steigert.

Wie kann akut vor Darmkrebs-Neuerkrankungen geschützt werden?

Jede 10. Darmkrebs-Neuerkrankung in Deutschland betrifft Menschen unter 50 Jahren, besonders dann, wenn es bei denjenigen bereits Fälle von Darmkrebs in deren Familien gibt. Gerade in solchen Fällen kommt die gesetzliche Früherkennung ab 50 oft zu spät. Das bayerische Modellprojekt FARKOR, welches kürzlich seine Forschungsergebnisse präsentierte sagt dazu: „Wenn bei Versicherten eine Familienanamnese positiv ausfällt, ist die Vorsorge – mit Stuhltest oder Darmspiegelung – bereits ab 30 Jahren kosteneffektiv und verhindert Todesfälle.“ Es gibt allerdings noch eine andere Problematik, die den Vize-Präsident Dr. Berndt Birkner, Gründungsmitglied des Netzwerk gegen Darmkrebs und niedergelassener Gastroenterologe, beschäftigt: Eine im Juli veröffentlichte Prognose des DKFZ zeigte selbst für die anspruchsberechtigten Versicherten über 50 einen Rückgang des positiven Trends. Eine zunehmend ältere Gesellschaft bedeutet auch eine Zunahme an Krebs. Die Wissenschaftler:innen errechneten daher, wie sich zukünftig die Zahl der Neuerkrankungen bei Darmkrebs aufgrund der Demographie entwickeln wird und zeigt Prognosen bis ins Jahr 2060 mit über 75.000 neuen Diagnosen. Das heißt, dass die Teilnahmerate erheblich steigen muss, um auf dem bisherigen, immer noch zu hohem Niveau an Neuerkrankungen zu bleiben.

Netzwerk gegen Darmkrebs präsentiert Agenda

„Die neue Studie des DKFZ macht deutlich, dass auf dem Gebiet der Darmkrebs-Prävention dringend mehr geschehen muss“, betont Birkner. Das Ziel des Netzwerkes ist es, nicht nur das vorherige Niveau an verhinderten Krebserkrankungen fortzuführen, sondern auch die Neuerkrankungen zu senken. Die Vorsorge mittels Stuhltest und Koloskopie bietet hierfür hervorragendes Potenzial. Allerdings kann dieses nur mit einer weitaus höheren Teilnahmerate ausgeschöpft werden. Ein Positionsstatement der American Gastroenterological Association (AGA) vom Juni 2022 fordert: „Es sollte alles unternommen werden, um die Teilnahmequoten in einen Bereich von 60-70% zu steigern. In Deutschland sind wir hiervon noch weit entfernt." Das Präsidium des Vereins Netzwerk gegen Darmkrebs hat daher eine Agenda für die nächsten 36 Monate verabschiedet. Ihr Ziel ist die Prävention von Darmkrebs in Deutschland sowie die qualitative und quantitative Verbesserung.

Kernpunkte der neuen Agenda gegen Darmkrebs

  1. Verbesserung der Identifikation und Versorgungssituation für Versicherte mit einem familiären Risiko für Darmkrebs.
  2. Verbesserung und Ausweitung der Digitalisierung in der Früherkennung.
  3. Verbesserte Qualitätssicherung der Vorsorge-Koloskopie als Gold-Standard der Prävention.
  4. Ausweitung der betrieblichen Darmkrebsvorsorge im deutschen Mittelstand als wichtigsten Arbeitgeber.
Eine notwendig höhere Teilnahmerate bedeutet gleichzeitig auch mehr Koloskopien, welche aufgrund der Personalsituation, vor allem im Bereich der MFAs, nur schwer zu gewährleisten ist. Daher hat das Netzwerk gegen Darmkrebs ein weiteres berufspolitisches Ziel definiert: Sicherstellung der flächendeckend verfügbaren Vorsorge-Koloskopie für die Bevölkerung in Deutschland und Gewährleistung einer zeitnahen Terminvergabe durch eine verlässliche Personalplanung. Der aktuelle Fachkräftemangel geht zu Lasten der Gesundheit in Deutschland.

Netzwerk gegen Darmkrebs


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