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Rheumatologie
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Welche rheumatischen Erkrankungen gibt es?

Rheumatische Erkrankungen lassen sich grundsätzlich in zwei große Gruppen unterteilen:

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen

Die meisten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind Autoimmunerkrankungen. Sie entstehen durch fehlgeleitete Immunreaktionen, die eine chronische Entzündung der Gelenke, Sehnen oder Organe verursachen.

  • Rheumatoide Arthritis (RA): Eine Autoimmunerkrankung, die vorrangig die Gelenke betrifft und unbehandelt zu deren Zerstörung führen kann.

  • Spondyloarthritiden (z. B. Morbus Bechterew): Eine Gruppe entzündlicher Erkrankungen, die vor allem die Wirbelsäule, aber auch periphere Gelenke betreffen.

  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Eine Autoimmunerkrankung, die verschiedene Organe wie Haut, Nieren und das Nervensystem angreifen kann.

  • Gicht: Eine entzündliche Gelenkerkrankung, die durch erhöhte Harnsäurewerte und die Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelenken verursacht wird.

Degenerative-rheumatische Erkrankungen

Diese Erkrankungen entstehen durch den fortschreitenden Verschleiß von Gelenken, Knorpeln und Sehnen:

  • Osteoarthritis (Arthrose): Eine degenerative Erkrankung, bei der der Knorpel in den Gelenken abgebaut wird, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt.

  • Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen: Hierzu gehören Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen und Spondylose, die durch altersbedingten Verschleiß oder Fehlbelastungen verursacht werden.

Epidemiologie

Rheumatische Erkrankungen sind weltweit verbreitet und betreffen Millionen von Menschen. In Deutschland haben etwa 2,6 % der erwachsenen Bevölkerung eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, was ungefähr 1,8 Millionen Betroffenen entspricht (1). Die häufigste entzündliche Erkrankung, die rheumatoide Arthritis, tritt bei etwa 0,8 % bis 1,2 % der Erwachsenen auf, was 560.000 bis 830.000 Menschen entspricht (1). Osteoarthritis, eine degenerative Form, betrifft bis zu 17,1 % der Erwachsenen, wobei Frauen (21,6 %) häufiger betroffen sind als Männer (12,4 %) (2).

Diagnostik

Die Diagnosestellung rheumatischer Erkrankungen erfolgt durch eine Kombination aus Anamnese, klinischer Untersuchung und weiterführenden diagnostischen Verfahren:

  • Blutuntersuchungen zur Bestimmung von Entzündungswerten (CRP, BSG) und Autoantikörpern (z. B. Rheumafaktor, Anti-CCP, ANA, HLA-B27).

  • Bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT und Ultraschall zur Beurteilung von Gelenkveränderungen und entzündlichen Prozessen.

  • Gelenkpunktion zur Analyse der Gelenkflüssigkeit bei unklaren Gelenkentzündungen.

Wie werden rheumatische Erkrankungen behandelt?

  • Medikamentöse Therapie zur Reduktion von Entzündungen, Schmerzen und zur Symptomkontrolle.

  • Bewegungstherapie und Sport zur Verbesserung der Gelenkfunktion und Vorbeugung von Muskelabbau.

  • Diätetische Maßnahmen, insbesondere bei Gicht, um Harnsäurespiegel zu senken.

  • Psychosoziale Unterstützung, da chronische Erkrankungen oft mit psychischen Belastungen einhergehen.

Literatur:

(1) Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie: Rheuma in Zahlen.
(2) Robert Koch Institut: Arthrose: Prävalenz (ab 18 Jahre)

Häufig gestellte Fragen von Patient:innen

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