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Schmerz | Beiträge ab Seite 9

Medizin
 3 Min|

Volkskrankheit Migräne: Dem Tsunami im Gehirn auf der Spur

Rund jeder Zehnte in Deutschland ist von ihr betroffen: Migräne. Ein Drittel der Erkrankten leidet zusätzlich unter vorübergehenden neurologischen Symptomen. Bei ihnen geht zum Beispiel ein Flimmern vor den Augen dem Kopfschmerz voraus, die Migräne-Aura. Im Gehirn beobachtet man während der Auren ein typisches Aktivitätsmuster: Nachdem eine starke Erregungswelle wie ein Tsunami über die Hirnrinde gezogen ist, folgt eine große Stille. Ein Forschungsteam aus Tübingen und München unter Federführung von Prof. Tobias Freilinger ist nun im Tiermodell einem der zugrundeliegenden Mechanismen auf die Spur gekommen. Bei sogenannten Migräne-Mäusen, die die Erkrankung beim Menschen nachbilden, ist eine bestimmte Art von Nervenzellen überaktiv, berichtet das Team in seiner aktuellen Publikation im Journal of Clinical Investigation. Die Studie ist von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert worden.
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Migräne und Clusterkopfschmerz: Kann ein Nasenspray helfen?

Die beiden Kopfschmerzexperten PD Dr. Charly Gaul, Frankfurt, und Prof. Dr. Martin Marziniak, München, referierten anlässlich des Hausärztetages auf dem International Headache Congress der IHS (International Headache Society) und EHF (European Headache Foundation) zu Diagnostik und Therapie bei Migräne und Clusterkopfschmerzen. PD Dr. Charly Gaul betonte, wie wichtig eine gründliche Differentialdiagnostik sei, um potenziell gefährliche sekundäre Erkrankungen als Grund für starke Kopfschmerzen ausschließen zu können. Kann die Diagnose einer primären Erkrankung wie Migräne oder Clusterkopfschmerz durch die Diagnostik gestellt werden, dann stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung.
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 2 Min|

Ankylosierende Spondylitis: Zulassung für Tofacitinib

Die Europäische Kommission hat Tofacitinib für die Behandlung von erwachsenen Patient:innen mit aktiver Ankylosierender Spondylitis (AS) zugelassen. In einer Dosierung von zweimal täglich 5 mg ist Tofacitinib demnach bei erwachsenen AS-Patient:innen indiziert, die auf eine konventionelle Therapie nur unzureichend angesprochen haben (1). Damit ist Tofacitinib der erste und einzige orale Januskinase (JAK)-Inhibitor, der in der Europäischen Union (EU) in 5 Indikationen zugelassen ist: Neben der AS kann Tofacitinib auch zur Behandlung von erwachsenen Patient:innen mit mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis (RA), mit aktiver Psoriasis-Arthritis (PsA), mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa (CU) sowie bei Patient:innen ab 2 Jahren mit aktiver polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) und juveniler PsA angewendet werden (1).
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 3 Min|

HIV: Anhaltende virologische Suppression unter Kombinationstherapie

Aktuelle 144-Wochen-Daten einer noch laufenden Phase-2b-Dosisfindungsstudie zur antiretroviralen Aktivität, Verträglichkeit und Sicherheit von Islatravir in Kombination mit Doravirin im Vergleich zu Doravirin/Lamivudin/Tenofovir (DOR/3TC/TDF) bei antiretroviral therapienaiven Patient:innen mit HIV-1, zeigten eine anhaltende virologische Suppression der experimentellen, einmal täglichen, oralen Fixkombination aus den beiden Substanzen Doravirin/Islatravir (DOR/ISL). Nach 144 Wochen hatten vergleichbar viele therapienaive HIV-1 Patient:innen unter DOR/ISL eine Viruslast von < 50 HIV-RNA-Kopien/ml wie Patient:innen unter der Dreifachkombination DOR/3TC/TDF.
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 3 Min|

Morbus Parkinson: Bessere Kontrolle motorischer Fluktuationen unter ABBV‑951?

Die kontinuierliche subkutane Infusion von ABBV-951 (Foslevodopa/Foscarbidopa) über 24 Stunden/Tag zeigte in einer randomisierten, doppelblinden, wirkstoffkontrollierten Double-Dummy Studie der Phase III eine statistisch signifikante Überlegenheit gegenüber oralem Levodopa/Carbidopa in Bezug auf die Verringerung motorischer Fluktuationen bei Patient:innen mit fortgeschrittenem Morbus Parkinson. Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt – eine signifikante Verbesserung der ON-Phasen ohne beeinträchtigende Dyskinesien in Stunden pro Tag basierend auf dem Parkinson-Tagebuch – nach 12 Wochen gegenüber Baseline (1). Diese Ergebnisse werden ein wichtiger Bestandteil der weltweiten Zulassungsanträge sein.
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Capsaicin-Pflaster bei neuropathischen Schmerzen auch bei initialen Non-Respondern wirksam

Ein Capsaicin-Pflaster bietet die Möglichkeit, periphere neuropathische Schmerzen topisch zu therapieren – bei einer durchschnittlich 5 Monate lang anhaltenden Wirksamkeit nach bis zu 60-minütiger* Applikation (1, 2). Bei unbefriedigendem Ansprechen nach der ersten Anwendung können weitere Versuche doch noch zum Erfolg führen, wie Prof. Dr. med. Rainer Freynhagen vom Benedictus Krankenhaus in Tutzing beim Deutschen Schmerzkongress hervorhob. Denn viele der vermeintlichen Non-Responder erfahren nach weiteren Anwendungen doch noch eine deutliche Schmerzreduktion (3).
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Psoriasis-Arthritis: EU‑Zulassung von Risankizumab

Vor Kurzem wurde bekannt gegeben, dass die Europäische Kommission Risankizumab (150 mg zur subkutanen Injektion in Woche 0, Woche 4 und danach alle 12 Wochen) allein oder in Kombination mit Methotrexat (MTX) zur Behandlung der aktiven Psoriasis-Arthritis bei Erwachsenen mit einem unzureichenden Ansprechen oder einer Unverträglichkeit gegenüber einem oder mehreren krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) zugelassen hat. Die Zulassung für diese zweite Indikation von Skyrizi wird in allen Mitgliedstaaten der EU sowie in Island, Liechtenstein, Nordirland und Norwegen gelten.
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Mepolizumab: EU-Zulassung für 3 weitere eosinophile Erkrankungen

GlaxoSmithKline (GSK) gab heute bekannt, dass die Europäische Kommission Mepolizumab, einen monoklonalen Antikörper, der auf Interleukin-5 (IL-5) abzielt, für den Einsatz bei 3 weiteren eosinophilen Erkrankungen zugelassen hat (1). Die Zulassung folgt den positiven Stellungnahmen des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) und genehmigt Mepolizumab zur Anwendung als Zusatzbehandlung bei Hypereosinophilem Syndrom (HES), eosinophiler Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA) und chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) .
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Migräne: mehr Lebensqualität mit Galcanezumab möglich

„Migräne geht noch immer mit einem Stigma einher, unter dem viele Migräne-Patient:innen leiden“, betonte Prof. Zaza Katsarava, Klinikum Unna, beim Symposium im Rahmen des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) (1, 2). Viele Aspekte des Lebens sind betroffen: Die Erkrankung kann den Alltag mit der Familie einschränken und ungewollte Lebensstil-Änderungen notwendig machen (1, 3). Zudem ist Migräne mit Komorbiditäten wie Angststörungen und/oder Depressionen assoziiert und kann Chancen in Bezug auf Ausbildung, Einkommen und Karriere reduzieren. Damit sind die Patient:innen nicht nur während der akuten Migräne-Attacken beeinträchtigt. „Eine effektive Prophylaxe kann sich auf alle Aspekte auswirken und somit insgesamt die Lebensqualität der Betroffenen verbessern“, so Katsarava weiter (2). Eine Migräne-Prophylaxe mit Galcanezumab (4, a) reduziert die Migräne-Kopfschmerztage (MKT) stark und spürbar schnell – sowohl bei episodischer, chronischer als auch therapierefraktärer Migräne (5, 6, 7). Auch die Lebensqualität von Patient:innen kann während und zwischen den Attacken signifikant verbessert werden (8, 9, b).
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Rheuma: Empfehlung zur Glukokortikoid-induzierten Osteoporose

Schätzungen zufolge werden bis zu 1% der Bevölkerung westlicher Länder langfristig mit Glukokortikoiden, umgangssprachlich bekannt unter dem Namen Kortison, behandelt. Die Substanzen werden vielfach bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen verschiedener Organe, wie beispielsweise rheumatischen Krankheiten, eingesetzt. Eine mögliche Folge der Langzeit-Einnahme ist eine Abnahme der Knochendichte bis hin zur Osteoporose. Daher sollten Rheumapatientinnen und -patienten, die wiederholt oder langfristig Glukokortikoide einnehmen, vorbeugende Maßnahmen ergreifen und vorsorglich auf eine sich entwickelnde Osteoporose untersucht und behandelt werden. In ihrer aktuellen Empfehlung zum Management der Glukokortikoid-induzierten Osteoporose weist die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e. V. (DGRh) auf Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten dieser Folgeerkrankung hin.
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Therapieansprechen mit Scores und Algorithmen prognostizieren

Rheumatologische Erkrankungen individuell behandeln

Kann bei der Psoriasis-Arthritis vorhergesagt werden, ob ein Therapieansprechen erwartet werden kann? Welche Schlüsse können daraus für eine individualisierte Therapie gezogen werden? Welchen Beitrag können Algorithmen bei der Diagnose und Therapie von Erkrankungen aus dem rheumatologischen Spektrum leisten? Diese und weitere Fragestellungen wurden bei einem Satellitensymposium im Rahmen des 49. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) behandelt. Die Expert:innen zeigten unter anderem, dass bestimmte Scores bei der Therapie der milden und moderaten Psoriasis-Arthritis (PsA) von hohem prädiktivem Wert sein können, auch um den Erfolg einer Apremilast (1)-basierten Therapie vorherzusagen. Weiterhin waren die Diagnose des vielschichtigen Behçet-Syndroms und der Nutzen von Künstlicher Intelligenz in der Rheumatologie Thema der Vorträge.
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HCV: Glecaprevir/Pibrentasvir für Kinder ab 3 Jahren

Glecaprevir/Pibrentasvir (G/P) steht ab sofort nicht nur für die Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen, sondern auch bei Kindern ab dem Alter von 3 Jahren und einem Gewicht von mindestens 12 Kilogramm zur Behandlung der chronischen Hepatitis-C-Virus (HCV)-Infektion aller Genotypen (GT1-6) zur Verfügung (1). Die kurze und einfache pangenotypische Therapie mit der Fixdosis-Kombination aus 2 direkt antiviral wirksamen Substanzen (DAAs) erwies sich in einer multinationalen Studie bei pädiatrischen Patient:innen als hochwirksam und gut verträglich (2).
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Riesenwuchs nicht mit normalem Alterungsprozess verwechseln

Durch frühzeitige Diagnose von Akromegalie Folgeerkrankungen vermeiden

Wenn im mittleren Alter plötzlich Ehering und Schuhe nicht mehr passen und vermehrtes Schwitzen, Kopfschmerzen oder Schnarchen auftreten, könnten dies Symptome für einen gutartigen Tumor der Hirnanhangdrüse sein. Er führt dazu, dass die Hypophyse zu viel Wachstumshormone ausschüttet. Dadurch werden Knochen und innere Organe unwiederbringlich dicker. Eine frühzeitige Diagnostik der Akromegalie ist wichtig, betont die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Denn die Veränderungen beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität, sondern können auch das Leben verkürzen. Rechtzeitig erkannt und behandelt, gelinge die Heilung durch Operation in über 90% der Fälle. Leider vergingen oft viele Jahre bis zur Diagnose. Denn häufig werde die langsame Vergröberung des Aussehens als Ausdruck des normalen Alterungsprozesses fehlgedeutet.
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 4 Min|

csU: Phase-IIb-Studiendaten zu Ligelizumab

Im Rahmen des 30. jährlichen EADV-Kongresses (European Academy of Dermantology and Venereology) wurden Ergebnisse einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, aktiven und Placebo-kontrollierten Phase-IIb- Studie zur Dosisfindung von Ligelizumab bei chronischer spontaner Urtikaria (csU) präsentiert. Der primäre Endpunkt lag bei 12 Wochen, nach denen der Therapieerfolg basierend auf der Auswertung der Patientenfragebögen erhoben wurde (1). 
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Erster DGS-PraxisLeitfaden zur Behandlung akuter Kreuz- und Rückenschmerzen veröffentlicht

Um Ärztinnen und Ärzte in der Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten zu unterstützen, hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) den „DGS-PraxisLeitfaden zur Behandlung akuter Kreuz-/Rückenschmerzen“ herausgegeben. Eine der zentralen Aussagen darin: Hauptursache für die Zunahme von Rückenschmerzen ist die weitverbreitete Bewegungsarmut. Dieser PraxisLeitfaden ist der erste seiner Art und eine praxisnahe Alternative zu den bekannten ausführlicheren DGS-PraxisLeitlinien. PraxisLeitfäden zu weiteren Kernthemen der DGS sollen folgen.
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