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01. April 2021
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Diabetes und COVID-19: Management, Risiko und Versorgung in Lockdown-Zeiten

Diabetes und COVID-19 beeinflussen sich gegenseitig (1). Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für einen ungünstigen Verlauf einer COVID-19-Erkrankung, da sie weitere Faktoren aufweisen, die die Prognose verschlechtern (höheres Alter, kardiovaskuläre und renale Vorerkrankungen, Adipositas, Inflammation). SARS-CoV-2 hat ungünstige Effekte auf die insulinproduzierenden β-Zellen und könnte möglicherweise einen Diabetes verursachen (1). Menschen mit Diabetes sind eine besonders von COVID-19 betroffene Bevölkerungsgruppe. Ein Drittel der Todesfälle mit COVID-19 in Krankenhäusern in UK trat bei Menschen mit Diabetes auf (2).
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In Zeiten der Pandemie ist es besonders wichtig, den Glukosestoffwechsel bei Diabetes gut einzustellen. Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes und COVID-19, deren Blutglukosewerte während des stationären Aufenthaltes zwischen 3,9 bis 10,0 mmol/L (70–180 mg/dl) gehalten
wurden, wiesen eine erheblich geringere Mortalität auf (1,1% vs. 11,0% nach 28 Tagen) (3). Nüchtern-Glukosewerte ≥7,0 mmol/l (≥126 mg/dl) bei stationärer Aufnahme waren auch bei COVID-19-Patienten ohne Diabetes ein Prädiktor für eine um 70% höhere Mortalität (4). Blutglukosetests sind bei COVID-19-Patienten zu empfehlen, auch ohne Vorliegen eines Diabetes.
 

Typ-1-Diabetes und COVID-19?

Es zeigten sich keine kurzfristigen Auswirkungen der Pandemie auf das Typ-1-Diabetesrisiko. Die Inzidenz des Typ-1-Diabetes (<18 Jahre) in 2020 in
Deutschland folgte ohne Abweichungen dem leicht ansteigenden Trend zwischen 2011 und 2019 (5). In pädiatrischen Zentren wurde während der COVID-19-Pandemie ein Anstieg der schweren Stoffwechselentgleisungen (Ketoazidose) bei Typ-1-Diabetesdiagnose bei Kindern und Jugendlichen beobachtet (2020: 45%; 2019: 25%) (6). Eine verzögerte Diabetesdiagnose aufgrund der eingeschränkten medizinischen Versorgung und Ängste vor der Kontaktaufnahme mit dem medizinischen Versorgungssystem wurden als Ursachen diskutiert. Eltern und Personen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, sind aufgefordert, Warnsignale einer Diabetesmanifestation wie gesteigerten Durst, Harndrang, Adipositas und Müdigkeit ernst zu nehmen.
 

Diabetesversorgung in Lockdown-Zeiten

Während des ersten Lockdowns im März 2020 mussten Praxen die Besuchskontakte verringern, in Kliniken wurden die Kapazitäten auf Patientinnen und Patienten mit COVID-19 konzentriert. Typ-2-Diabetes ist eine progressive Erkrankung, die häufig eine Intensivierung der glukosesenkenden
Therapie erfordert. In hausärztlichen Praxen in Deutschland war die Anzahl der Menschen mit Typ-2-Diabetes, die eine Umstellung der glukosesenkenden Therapie erhielten, im Zeitraum von März bis Juli 2020 niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (DPP-4-Hemmer: -15%; SGLT2-Inhibitoren: -3%; andere orale Glukosesenker: -6%; Insulin: −21%) (7). Bei früheren Naturkatastrophen wurde ein negativer Effekt auf das Diabetesmanagement und die Qualität der Stoffwechseleinstellung (HbA1c) beobachtet (8, 9). Internationale Daten zeigen eine Zunahme des HbA1c-Wertes und des Körpergewichts während des COVID-19-Lockdowns (10, 11), Studien aus Deutschland fehlen bisher.

Praxen haben mittlerweile effektive Hygienekonzepte implementiert. Zunehmend ergänzen auch telemedizinische Angebote (Video und Telefon) die Versorgung. Telemedizinische Möglichkeiten können bei Menschen mit Diabetes aber nicht dauerhaft den Arztbesuch ersetzen, vor allem bei akuten Stoffwechselentgleisungen oder Komplikationen (z.B. Fußulzerationen).
 
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