Montag, 2. August 2021
Navigation öffnen
SchwerpunktMai 2020
01. Mai 2020
Seite 1/2

Periphere arterielle Verschlusskrankheit: Update Therapie

Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) – auch Schaufensterkrankheit genannt – handelt es sich um eine Durchblutungsstörung, die insbesondere die Beine betrifft. Etwa 25% der Patienten über 55 Jahre sind von der PAVK betroffen – Männer 4mal häufiger als Frauen. Raucher und Diabetiker sind besonders gefährdet. Letztere weisen ein 6fach erhöhtes Risiko für PAVK im Vergleich zu Nicht-Diabetikern auf. 2 große neue Studien liefern wichtige Hinweise auf die besten Therapieoptionen bei PAVK.
Anzeige:
Medical Cloud
Medical Cloud
 
Verlauf

Bei PAVK-Betroffenen entstehen durch Ablagerungen in den Arterien Engstellen, die eine störungsfreie Durchblutung verhindern. Häufig kommt es zu Schmerzen beim Gehen oder Treppensteigen, die beim Stehenbleiben rasch nachlassen.

Der Verlauf ist unbehandelt progredient. Es können Blutgerinnsel entstehen, die zu lebensbedrohlichen Situationen führen, auch kommt es zu Gefäßverschlüssen, die zu offenen Beinen führen können. Im schlimmsten Fall kommt es zum Verlust der Gliedmaßen. Ein Fortschreiten der Krankheit muss daher unbedingt verhindert werden: Je früher eine PAVK entdeckt wird und ihre Risikofaktoren eliminiert werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für einen positiven Verlauf. Risikofaktoren sind: Rauchen, Bluthochdruck, zu hohe Blutfettwerte, Diabetes und Übergewicht. Über 80% der PAVK-Patienten weisen mindestens einen oder 2 dieser Risikofaktoren auf. Allerdings spielen auch Alter, Geschlecht und erbliche Veranlagung bei der Entstehung der PAVK eine Rolle. Ein wichtiger Schutzfaktor ist Bewegung.

Stadien

Die PAVK wird in 4 Stadien eingeteilt:
  • Stadium I: Engstellen, jedoch keine Schmerzen bzw. nur bei höherer Belastung
  • Stadium II: Claudicatio Intermittens – die Schmerzen beim Gehen zwingen zu regelmäßigen Pausen
  • Stadium III: Ruheschmerzen, insbesondere nachts
  • Stadium IV: offene Wunden entstehen, die schlecht heilen

Symptomatik

Zu Beginn verläuft die Krankheit schmerzlos. Arteriosklerose und die damit verbundenen Durchblutungsstörungen beginnen oft schleichend und verursachen lange Zeit keine Schmerzen. Diese treten erst auf, wenn die Durchblutung so weit eingeschränkt ist, dass die betroffenen Muskeln unter Sauerstoffmangel leiden – der Patient verspürt mehr oder minder heftige, krampfartige Schmerzen in der Wade, aber auch im Fuß, Oberschenkel oder im Gesäß.

Da Verengungen an der Halsschlagader oder an den Herzgefäßen lange asymptomatisch bleiben, kann eine frühzeitige (medikamentöse) Behandlung Leben retten. Sie reduziert das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse erheblich. Zudem sollten bei Gefäßverschlüssen und starken Durchblutungsstörungen in den Beinen auf jeden Fall vorsorglich auch Halsschlagader und Herzgefäße auf Verengungen untersucht werden.
 
Vorherige Seite

Anzeige:
Trelegy
Trelegy

Das könnte Sie auch interessieren

Blasenentzündung: Erstmal ohne Antibiotikum behandeln

Blasenentzündung: Erstmal ohne Antibiotikum behandeln
© absolutimages - stock.adobe.com

Blasenentzündungen sind kein Phänomen der kalten Jahreszeit, auch in den Sommermonaten tritt die Infektion häufig auf. Denn wenn nasse Badekleidung nicht rasch genug ausgezogen oder die abendliche Kühle unterschätzt wird, macht man es Bakterien unfreiwillig leicht. Harnwegsinfektionen werden oft sofort mit einem Antibiotikum behandelt. Noch immer zu wenig bekannt ist: Antibiotika sind bei diesem Krankheitsbild in vielen Fällen unnötig. Ihr unkritischer Einsatz trägt zudem zur Entstehung von Antibiotikaresistenzen bei. Darauf weist die Deutsche...

Forsa-Umfrage: Jede dritte Frau hat Sorgen vor Klinikaufenthalt

Forsa-Umfrage: Jede dritte Frau hat Sorgen vor Klinikaufenthalt
© VILevi / Fotolia.com

Vergessenes OP-Besteck im Körper, Komplikationen durch fehlerhafte Medizinprodukte oder Infektionen mit Keimen – immer wieder kommt es in deutschen Krankenhäusern zu solchen Zwischenfällen. Laut Medizinischem Dienst der Krankenkassen (MDK) lag die offizielle Zahl der bestätigten Behandlungsfehler im vergangenen Jahr bundesweit bei knapp 3.500. Das verunsichert Patienten verständlicherweise vor wichtigen medizinischen Eingriffen. Frauen sorgen sich häufiger als Männer vor einem Klinikaufenthalt, so das aktuelle Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag...

Coronavirus: Die Angst geht um

Coronavirus: Die Angst geht um
© dottedyeti - stock.adobe.com

Das Coronavirus hält die Welt seit Wochen in Atem. Drastische Maßnahmen werden in China, aber zum Beispiel auch in Deutschland ergriffen, um die Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit zu verhindern. Auch wenn das Kern-Infektionsgebiet Wuhan rund 8.300 Kilometer Luftlinie von Deutschland entfernt liegt: Bei vielen Menschen weckt das Ängste. So sind in hiesigen Apotheken beispielsweise vereinzelt Mund- und Atemschutzmasken ausverkauft. Michael Falkenstein, Experte für Psychologie von der KKH Kaufmännische Krankenkasse, erklärt, woher solche Ängste kommen...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

" Periphere arterielle Verschlusskrankheit: Update Therapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)