Donnerstag, 12. Dezember 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

07. November 2019 Antibiotika-Resistenz: Effektive Alternative mit Phagen

Das Biotech-Unternehmen PhagoMed Biopharma hat einen neuen Therapieansatz zur Heilung der Bakteriellen Vaginose und zur Restabilisierung des vaginalen Mikrobiomes entdeckt. Dieser wird nun durch Etablierung eines auf diese Aufgabe fokussierten Teams mit Hochdruck weiterentwickelt. Grundlage der neuen Therapiemöglichkeit sind rekombinant hergestellte Enzyme spezieller Viren, die Bakterien auflösen und vernichten können. Der medizinische Einsatz dieser Enzyme bietet eine effektive Alternative zu Antibiotika, deren Wirksamkeit zunehmend unter den Resistenzen von Bakterien leidet.
Die zunehmende Häufigkeit von Antibiotika-resistenten Bakterien verringert den therapeutischen Nutzen von Antibiotika mehr und mehr. Eine Alternative stellen Viren dar, die Bakterien bekämpfen: Phagen. Das Wiener Biotech-Unternehmen PhagoMed Biopharma hat sich daher auf die Entwicklung von Phagen-basierten Anwendungen für die Humantherapie spezialisiert. Nun gab das Unternehmen die Erweiterung seiner Entwicklungspipeline durch ein rekombinant hergestelltes Phagen-Enzym (Endolysin) bekannt, das speziell zur Behandlung der Bakteriellen Vaginose eingesetzt werden kann.

Wirkung auch bei Antibiotika-resistenten Bakterien

„Im Rahmen unseres R&D-Programms stießen wir vor einiger Zeit auf Endolysine aus Phagen, die hohe Wirksamkeit gegen Gardnerella-Bakterien zeigten“, erläutert PhagoMed Mitgründer und Co-Geschäftsführer Dr. Lorenzo Corsini. „Diese Bakterien gelten als einer der Hauptverursacher der Bakteriellen Vaginose (BV). BV betrifft weltweit zwischen 10% und 30% aller Frauen, ist damit die häufigste vaginale Infektion und einer der häufigsten Gründe für das Verschreiben von Antibiotika“. 2 Eigenschaften machen Endolysine attraktiv – und zwar nicht nur für die Behandlung der BV, sondern für viele andere bakterielle Infektionen: Erstens wirken Endolysine gezielt und hocheffektiv nur gegen die krankheitsverursachenden Bakterien, ohne das gesunde Mikrobiom zu zerstören – und zweitens wirken sie auch auf Antibiotika-resistente Bakterien.

Isolation Gardnerella-spezifischer Endolysine

PhagoMed isolierte Gardnerella-spezifische Endolysine, optimierte diese mit gentechnischen Methoden und meldete ein Patent auf besonders wirksame Varianten an. Zur weiteren Entwicklung wird ab sofort ein eigenes Team am Standort Vienna Biocenter aufgebaut. Die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG unterstützt dies mit einer Förderung in Höhe von 1 Mio. Euro im Rahmen eines Early Stage Programmes. Als Leiterin des Lysin-Programms konnte Dr. Christine Landlinger-Schubert gewonnen werden, die zuvor bei der Affiris AG die präklinischen Programme leitete. In weiteren Programmen von PhagoMed werden Therapien auf Basis von vollständigen Phagenpartikeln gegen Harnwegsinfektionen sowie gegen Implantat-assoziierte Infektionen wie z.B. Infektionen von Hüftprothesen entwickelt.

Effektive Alternative zu Antibiotika

Insgesamt fasst Corsini die Vorteile Phagen-basierter Therapien wie folgt zusammen: „Phagen und Endolysine bieten effektive Alternativen zu den von Resistenzen abgestumpften Antibiotika und wirken darüber hinaus sehr präzise ohne gutartige Bakterien zu zerstören. Zusätzlich können sie Bakterien sogar in unzugänglichen Biofilmen bekämpfen, gegen die Antibiotika typischerweise unabhängig von Resistenzen ineffektiv sind“. Vorteile, die Phagen-basierte Therapien zu echten Alternativen zu Antibiotika machen.

Quelle: PhagoMed


Das könnte Sie auch interessieren

Antibiotika: Resistenzen vorbeugen – jeder Zweite unterschätzt seine Möglichkeiten

Antibiotika: Resistenzen vorbeugen – jeder Zweite unterschätzt seine Möglichkeiten
© anoli - stock.adobe.com

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger (55 %) glaubt irrtümlicherweise, dass sie Antibiotikaresistenzen selbst nicht verhindern können. Und das, obwohl fast 9 von 10 Bundesbürgern (86 %) schon mal ein Antibiotikum verwendet und nahezu die gleiche Anzahl an Befragten (87 %) bereits von Resistenzbildungen gehört haben. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Gesundheitsmonitors des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH) vom Mai/Juni 2019. „Daran sehen wir, wie wichtig es ist, die Bevölkerung über...

Rezeptfreie Schmerzmittel: Packungsbeilage beachten und Apotheker fragen

Rezeptfreie Schmerzmittel: Packungsbeilage beachten und Apotheker fragen
© Nenov Brothers / Fotolia.com

Rezeptfreie Schmerzmittel sind wirksam und sicher. „Sie sollten jedoch – wie alle anderen Arzneimittel – strikt nach Packungsbeilage eingenommen werden“, sagt Dr. Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft beim Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH). Er reagiert damit auf den Fernsehbeitrag des ARD-Magazins Plusminus vom 13.09.2017, der rezeptfreie Schmerzmittel als gefährlich darstellt.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Antibiotika-Resistenz: Effektive Alternative mit Phagen "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.