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Medizin

22. Juli 2019 Ernährungstherapie: Hoher Bedarf an Trink- und Sondennahrung bei verschiedensten Indikationen

Vor 50 Jahren betritt der erste Mensch den Mond. An der optimalen Ernährung für die Raumfahrer war seit den frühen 60er Jahren geforscht worden. Den Weg ins Weltall fand die sogenannte „Astronautenkost“ nie, war aber ein Meilenstein in der Entwicklung der medizinischen Ernährung und ist heute wichtiger Bestandteil der Gesamttherapie onkologischer Patienten.
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Die medizinische Ernährungstherapie mit Trink- und Sondennahrung ist in der Wissenschaft fest verankert und heute ein unverzichtbarer Bestandteil bei der Behandlung krankheitsbedingter Mangelernährung und spezifischer Krankheitsbilder. Als Pionier der medizinischen Ernährung engagiert sich Nutricia darin, Menschen zu helfen, die wegen einer Krankheit nicht mehr ausreichend normal essen und trinken können und deshalb auf eine spezielle Ernährung angewiesen sind. Dieses Jahr feiert das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen. Im Jahr 1919 als Pharmazeutische Werke Jacques Pfrimmer & Co gegründet, war das Traditionsunternehmen der Vorreiter in der medizinischen Ernährung in Deutschland und hat seine Erfolgsgeschichte als Teil der niederländischen Nutricia fortgesetzt. Heute ist Nutricia die medizinische Sparte von Danone und europäischer Marktführer in medizinischer Ernährung (1). Weltweit ist Nutricia in über 50 Ländern vertreten.

Medizinische Trink- und Sondennahrung

Mitte der 60er Jahre entwickelte das Unternehmen Pfrimmer zusammen mit der NASA eine spezielle Trinknahrung, die Allreisende auf langen Flügen und unter Extrembedingungen mit allen nötigen Nährstoffen versorgen und möglichst vollständig verstoffwechselt werden sollte. Dies war die Geburtsstunde der sogenannten Astronautenkost. Obwohl die Nahrung auf Basis freier Aminosäuren höchste ernährungsphysiologische Ansprüche erfüllte, wurde sie von den Raumfahrern wegen des unangenehmen Geschmacks abgelehnt. Und so verließ die damals entworfene Astronautenkost zwar nie die Erdatmosphäre, schuf aber die Grundlage für die moderne medizinische Trink- und Sondennahrung: 1969 wurde die bilanzierte Diät Vivasorb als erstes Präparat zur Verwendung in der enteralen Ernährung beispielsweise bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt (2), 5 Jahre später leistete Pfrimmer mit Biosorbin MCT auch auf dem Gebiet der vollbilanzierten Diät in der enteralen Ernährung echte Pionierarbeit. 1974 konnten Patienten zum ersten Mal mit einem synthetisch hergestellten Produkt vollständig ernährt und mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt werden (3). Besonders erfolgreich war der Einsatz in der Chirurgie zur Vorbereitung von Koloskopie und Darmoperationen, denn Biosorbin MCT ersparte den Patienten lange Nüchternheit vor der Operation und förderte gleichzeitig den gewünschten relativ keimarmen Zustand des Darmes.

Diätmanegement bei verschiedenen Indikationen

In den Folgejahren entwickelte das Unternehmen Pfrimmer seine Produkte kontinuierlich weiter und ging 1991 in die heutige Nutricia über. Bei allen Bemühungen und Entwicklungen von Nutricia steht das Wohl der Patienten im Mittelpunkt. So ist das Ziel intensiver Forschungsarbeit, die Produkte für die enterale Ernährung kontinuierlich weiterzuentwickeln und bestehende zu verbessern – für mehr Gesundheit und Lebensqualität der Patienten. Ein Beispiel ist die Entwicklung der bilanzierten Diät Souvenaid®, die ein neues Ernährungskonzept speziell zum Diätmanagement bei der Alzheimer-Krankheit im Frühstadium darstellt. Im hochmodernen konzerneigenen internationalen Forschungszentrum im niederländischen Utrecht arbeiten mehr als 400 Mitarbeiter an der Entwicklung von innovativen Produkten für die enterale Ernährungstherapie. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit konzentriert sich dabei vor allem auf die Therapiefelder Onkologie, Frailty/Gebrechlichkeit, Schlaganfall, Intensivmedizin und Alzheimer-Erkrankung im Frühstadium, bei der Kinderheilkunde liegt der Fokus auf dem Bereich Kuhmilchallergie, Gedeihstörung, seltene erbliche Stoffwechselstörungen und kindliche Epilepsie.
Insgesamt leiden 1,5 Millionen Menschen in Deutschland unter einer Mangelernährung (4), besonders betroffen sind Alte und chronisch Kranke. Bei der Aufnahme ins Krankenhaus zeigt jeder dritte Patient in gastroenterologischen Abteilungen, fast 40% der onkologischen Patienten und 56% der Patienten in geriatrischen Abteilungen deutliche Zeichen von Mangelernährung (5). Für die bestmögliche Ernährungstherapie bietet Nutricia ein Komplettsortiment an medizinisch enteraler Ernährung mit Sondennahrung (Nutrison®) und  Applikationstechnik wie Sonden und Ernährungspumpen (Flocare®) an. Zur oralen Supplementierung von Nährstoffen, besonders in der Onkologie, steht ein breites Sortiment an medizinische Trinknahrung (Fortimel®) zur Verfügung. Lesen Sie hierzu auch den JournalMed-Schwerpunkt „Ernährungstherapeutische Maßnahmen bei Tumorkachexie“ (https://www.journalmed.de/schwerpunkte/lesen/55361)

Spezifisch pädiatrisches Angebot

Speziell auf die Anforderungen der jüngsten Patienten ist das umfassende Pädiatrie-Sortiment mit altersadaptierten Produkten ausgerichtet. Zudem versorgt Nutricia auch Menschen mit seltenen, erblichen Stoffwechselstörungen mit maßgeschneiderten Metabolics-Produkten (wie z.B. Aminosäuremischungen für Patienten mit Phenylketonurie und Ahornsirupkrankheit) und Kinder mit Kuhmilcheiweißallergie mit non-allergenen Spezialnahrungen (Neocate®). Auch diese individuell höchst angepassten Produkte haben ihren Ursprung in der Astronautenkost und so war diese zwar nur ein kleiner Schritt in der Geschichte der Raumfahrt, aber ein großer Sprung in der Entwicklung der Ernährungsmedizin.

Quelle: Nutricia

Literatur:

(1) IMS Europe.
(2) Medizin und Ernährung (Jg. 11/1970), S. 5.
(3) http://presseservice.pressrelations.de/pressemitteilung/astronautennahrung-bei-mangelernaehrung--verordnungsfaehige-zusatznahrungen-gleichen-untergewicht-aus-66109.html
(4) Mangelernährung in Deutschland, Cepton Strategies 2007.
(5) Clin Nutr 2006; 25: 563-572.


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