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Medizin

22. Februar 2020 Lyme-Borreliose: Cryptolepis zeigt bessere Wirksamkeit als Antibiotika

Gegenwärtig werden in den USA jedes Jahr mehr als 300.000 neue Borreliose-Fälle gemeldet, gegenüber 65.000 in Europa – aufgrund des Klimawandels und der Zersiedelung der Landschaft mit steigender Tendenz. Die Standardversorgung bei der Borreliose, eine Behandlung mit Antibiotika über 2-4 Wochen, ist nicht immer wirksam: Mindestens 10-20% der behandelten Patienten zeigen auch nach der Behandlung noch Symptome. Lyme-Borreliose-Patienten im Spätstadium können viele verschiedene Symptome aufweisen, darunter Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Gedächtnisprobleme, Gesichtslähmung, Schmerzen, Nackensteifheit, Herzklopfen und schwere Kopfschmerzen. Die Entdeckung neuer Behandlungsmethoden gegen die Borreliose ist daher von großem Interesse.
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In einer neuen Studie, die in „Frontiers in Medicine“ veröffentlicht wurde, haben Forscher der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health zusammen mit Kollegen des California Center for Functional Medicine und Focus Health die Wirksamkeit von 14 pflanzlichen Extrakten zur Abtötung von Borrelia burgdorferi im Vergleich zu den derzeit verwendeten Lyme-Antibiotika Doxycyclin und Cefuroxim untersucht.

Kräuter wie Cryptolepis stärker als Antibiotika

Die Forscher testeten die Wirksamkeit dieser Extrakte in vitro gegen die freischwimmende „planktonische“ Form des Bakteriums sowie gegen Mikrokolonien. Die Extrakte übertrafen die Wirksamkeit der getesteten Antibiotika: „Diese Studie liefert den ersten überzeugenden Beweis dafür, dass einige der von Patienten verwendeten Kräuter wie Cryptolepis, Schwarzwalnuss, süßer Wermut, Katzenkralle und Japanischer Knöterich eine starke Aktivität gegen Borreliose-Bakterien haben, insbesondere die ruhenden, persistenten Formen, die von den derzeitigen Lyme-Antibiotika nicht abgetötet werden“, sagt Dr. Ying Zhang, Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health.

Silber, Monoglycerid Monolaurin und antimikrobielles Peptid LL37 unwirksam

Allerdings erzielten nicht alle getesteten Verbindungen oder Kräuter positive Ergebnisse gegen das Bakterium. Extrakte von Grapefruitkernen, grüner Chiretta, Ashwagandha, Süßigkeitenblatt (Stevia), Fuller's Teasel und japanischem Kardendistel hatten wenig oder keine Wirkung, ebenso wenig wie die Chemikalien kolloidales Silber, Monoglycerid Monolaurin oder das antimikrobielle Peptid LL37 aus menschlichen Immunzellen. Dies war überraschend, da präklinische Studien darauf hindeuteten, dass sie wirksam sein könnten; bei Borreliose-Praktikern und -Patienten finden sie häufigen Einsatz.

Übers. SM

Quelle: Johns Hopkins University

Literatur:

https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fmed.2020.00006/full


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