Mittwoch, 14. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Breezhaler
Breezhaler
Medizin
25. Februar 2021

COVID-19-Impfung nach Herzinfarkt oder Rhythmusstörungen

Herz-Kreislauf-Patienten gelten als besonders gefährdet für einen schweren Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus. Eine Impfung gegen COVID-19 trägt ohne Zweifel zum individuellen Schutz und zur Pandemieeindämmung bei. Deshalb rät die Herzstiftung Herz-Kreislauf-Patienten entschieden zur COVID-19-Impfung mit den Wirkstoffen auf mRNA-Basis (Biontech/Pfizer, Moderna) als auch auf Basis des neu zugelassenen Vektor-Impfstoffs.
Anzeige:
Xarelto
Der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren ist laut Robert Koch-Institut (RKI) in Bezug auf die Sicherheit mit den mRNA-Impfstoffen vergleichbar. Viele Herzkranke stehen der COVID-19-Impfung mit gemischten Gefühlen gegenüber, etwa wegen möglicher Nebenwirkungen. „Zwar kommt es – wie bei jeder Immunisierung – auch bei der COVID-19-Impfung gelegentlich zu Nebenwirkungen“, sagt der Herzspezialist und Pharmakologe Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung, betont aber, dass „die Schutzwirkung der Impfung vor einem schwerwiegenden COVID-19-Krankheitsverlauf die Risiken von Nebenwirkungen bei Weitem überwiegt“. Häufige Fragen und Experten-Antworten aus der Herz-Sprechstunde zur Corona-Impfung finden Herzpatienten und Angehörige unter www.herzstiftung.de/corona-impfung
 
Alle 3 Impfstoffe „gleich gut“


Stärkere, jedoch harmlose Impfreaktionen, wie sie bei dem AstraZeneca-Impfstoff berichtet wurden, seien zwar lästig, sie ähnelten aber denen anderer Virusimpfungen. Solche Impfreaktionen, die auch bei mRNA-Impfstoffen vorkommen können, scheinen bei jüngeren Menschen eher aufzutreten als bei Älteren. „Die Ablehnung einer angebotenen Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff ist in Anbetracht der gut dokumentierten Wirksamkeit unbegründet und unvernünftig“, so Meinertz. Alle 3 verfügbaren Impfstoffe seien in aller Regel sehr gut verträglich, das hätten Millionen von Impfungen gezeigt. „Für Herzpatienten sind die 3 zugelassenen Impfstoff-Präparate in ihrer Schutzwirkung vor einem schweren COVID-19-Verlauf gleich gut. Dies gilt sowohl für Patienten nach Herzinfarkt, mit implantierten Herzklappen als auch Herzschrittmachern und implantierbaren Defibrillatoren wie den ICD-/CRT-Geräten“, so Meinertz.
 
Nach Herzinfarkt mit der Impfung mindestens 8 Tage warten


Inzwischen wurden weltweit viele Millionen Menschen geimpft – darunter auch zahlreiche Patienten mit Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder anderen Vorerkrankungen. Je nach Schwere der Krankheit sollten sich Betroffene aber vor ihrem Impftermin mit ihrem Arzt besprechen. „Beispielsweise sollte die Impfung nicht innerhalb der akuten Phase eines Herzinfarktes stattfinden, das heißt nicht innerhalb der ersten 8 Tage nach dem Infarkt”, betont Meinertz. Wichtig ist auch, dass die Patienten im Hinblick auf ihre Vorerkrankungen wie Bluthochdruck medikamentös gut eingestellt sind. Keinesfalls sollten Betroffene ihre Medikamente eigenmächtig absetzen. „Patienten sollten im Aufklärungsgespräch vor der Impfung aber sämtliche Vorerkrankungen sowie die regelmäßig eingenommenen Medikamente erwähnen“, empfiehlt der Mediziner.
 
Impfung auch mit künstlicher Herzklappe oder Herzschrittmacher möglich


Menschen mit einem Stent, einem Herzschrittmacher oder einer biologischen Herzklappe können sich ebenfalls problemlos gegen COVID-19 impfen lassen. Auch für Patienten mit einer mechanischen Herzklappe aus Metall, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, ist die Impfung ratsam. Das RKI empfiehlt, für diese Patienten besonders feine Kanülen zu verwenden und die Einstichstelle im Anschluss etwa 5 Minuten zu komprimieren. Auch raten Experten vorsichtshalber zu einer längeren Nachbeobachtungszeit von 15 bis 30 Minuten. Das Risiko für Nebenwirkungen sollten Betroffene nicht fürchten – im Gegenteil: Da Herzpatienten ein besonders hohes Risiko haben, bei einer Corona-Infektion lebensbedrohlich zu erkranken, profitieren sie von einer Schutzimpfung gegen COVID-19 besonders stark.
 
Vorsicht bei überstandenem Allergieschock


Ganz frei von Nebenwirkungen ist die COVID-19-Impfung allerdings nicht. Zu den häufigsten bislang beobachteten Nebenwirkungen zählen Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Fieber. In vereinzelten Fällen kam es zu schweren allergischen Reaktionen. „Davon betroffen waren allerdings vor allem Menschen, die schon zuvor schwere allergische Reaktionen gezeigt haben“, unterstreicht Meinertz. Nach bisherigem Kenntnisstand können Patienten mit einfachen Allergien, beispielsweise gegen Hausstaub, Medikamente oder Kontaktallergien problemlos geimpft werden. Menschen mit multiplen Allergien sollten vorher mit ihrem behandelnden Facharzt sprechen. Nicht geimpft werden sollten Patienten, die schon einmal einen anaphylaktischen Schock erlitten haben.

Quelle: Deutsche Herzstiftung


Anzeige:
OFEV
OFEV

Das könnte Sie auch interessieren

Wenn die Eltern trinken: Über 2,6 Millionen Kinder wachsen mit alkoholabhängigem Elternteil auf

Wenn die Eltern trinken: Über 2,6 Millionen Kinder wachsen mit alkoholabhängigem Elternteil auf
© Africa Studio / Fotolia.com

Kinder von alkoholkranken Eltern haben keinen normalen Alltag und ihre Sorgen beschränken sich nicht mehr auf Schule oder Freizeit-Aktivitäten. Oftmals müssen sie sich viel zu früh Aufgaben und Sorgen eines Erwachsenen stellen und sind der Situation ausgeliefert. In Deutschland leben mehr als 2,6 Millionen Kinder in einer solchen Situation. Mindestens ein Elternteil dieser Kinder ist alkoholabhängig.

Tag gegen den Schlaganfall: COVID-19 kann einen Hirninfarkt begünstigen

Tag gegen den Schlaganfall: COVID-19 kann einen Hirninfarkt begünstigen
©SciePro - stock.adobe.com

Schwere Atemwegserkrankungen und Lungenentzündungen – das sind bekannte gravierende Auswirkungen von COVID-19. Doch das Virus kann – insbesondere bei schweren Verläufen – auch zu einem Schlaganfall führen. Darauf macht die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) anlässlich des Tages gegen den Schlaganfall aufmerksam, der am 10. Mai als bundesweiter Aktionstag stattfindet. Zudem betont die DSG, dass ein Schlaganfall immer ein medizinischer Notfall ist und Erkrankte ihre Anzeichen ernst nehmen und sich in Behandlung begeben sollten – auch...

Schlaflose Nächte und grüner Star gehen oft Hand in Hand

Schlaflose Nächte und grüner Star gehen oft Hand in Hand
© HQUALITY - stock.adobe.com

Menschen, die an der Augenerkrankung grüner Star (Glaukom) leiden, sind häufig auch von Schlafstörungen betroffen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass verschiedene Probleme beim Ein- oder Durchschlafen mit einem grünen Star verbunden sind1. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Schlafstörungen entweder ein Risikofaktor für das Glaukom oder eine Folge dessen sein könnten. Die DOG – Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft erinnert vor diesem Hintergrund daran, dass der grüne Star nur durch eine augenärztliche Untersuchung entdeckt...

Mehr allergische Reaktionen nach Wespenstichen

Mehr allergische Reaktionen nach Wespenstichen
© abet - stock.adobe.com

Experten warnen in diesen Tagen in den Medien vor einem extremen Wespen-Sommer 2019. Normalerweise gehen uns die schwarz-gelben Insekten erst im August und September auf die Nerven, doch dank der Saharahitze gehen Fachleute nun von einer verfrühten Saison mit mehr Wespen aus. In den vergangenen beiden Sommern hielt sich die Plage laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse dagegen in Grenzen: Demnach wurde knapp jeder Fünfte von rund 1.000 Befragten mindestens einmal von einer Wespe gestochen. Nur 13 Prozent der Betroffenen sagten, dass...

Tipps vom Augenarzt für die kalte Jahreszeit

Tipps vom Augenarzt für die kalte Jahreszeit
© K.- P. Adler / Fotolia.com

Draußen wird es ungemütlich kalt, da bleibt man lieber in wohlig geheizten Räumen. Das ist verständlich, es kann aber dazu beitragen, dass man öfter das unangenehme Gefühl müder, trockener Augen hat. Prof. Dr. Gerd Geerling, Leiter des Ressorts „Trockenes Auge und Oberflächenerkrankungen“ im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands gibt einige Ratschläge, wie man gerade während der Heizperiode diese Beschwerden vermeiden kann.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"COVID-19-Impfung nach Herzinfarkt oder Rhythmusstörungen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Kabinett beschließt Bundes-Notbremse: Nächtliche Ausgangssperren und geschlossene Läden
  • Kabinett beschließt Bundes-Notbremse: Nächtliche Ausgangssperren und geschlossene Läden