Samstag, 15. August 2020
Navigation öffnen

Patientenbereich

04. Oktober 2019 Mit achtsamer Lebensweise Burn-out vorbeugen

Nach einer Studie des Lebensversicherungskonzerns Swiss Life lag der Personalausfall im Jahr 2018 zu 37 Prozent an Krankheiten bedingt durch psychische Belastung am Arbeitsplatz. Zu den häufigsten Gründen der Krankmeldungen zählten Burn-out und Depressionen. „Menschen leben heute in einer Welt von stetiger Erreichbarkeit. Auch am späten Abend nach der eigentlichen Arbeitszeit, am Wochenende oder sogar im Urlaub erreichen sie E-Mails oder Anrufe, sodass sie nicht zur Ruhe kommen. Deshalb fühlen sich immer mehr Menschen körperlich sowie emotional erschöpft und sehnen sich nach Entlastung“, sagt Andreas Kolos, Coach, Speaker und Buchautor, und ergänzt: „Was zunächst von vielen als Stress abgetan und häufig lange nicht ernst genommen wird, kann zu einem Burn-out-Syndrom oder sogar bis zu einer Depression führen. Prävention und Therapien zielen deshalb darauf ab, den Umgang mit Belastungssituationen zu verbessern und Entlastungsmöglichkeiten zu schaffen – also insgesamt eine achtsamere Lebensweise zu führen.“
Individuelle Beschwerden

Viele Personen identifizieren sich mit dem Begriff „ausgebrannt“ – der deutschen Übersetzung des englischen burnt out. Doch bei dem Burn-out-Syndrom handelt es sich um keine medizinische Diagnose. Es gibt auch keine eindeutigen und beweisenden Krankheitsanzeichen. Das Beschwerdebild unterscheidet sich von Person zu Person, zu häufig genannten Symptomen zählen jedoch anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung, nachlassende Leistungsfähigkeit, Rückzug von Familie und Freunden, innere Leere sowie Sinnverlust. Symptome wie Antriebslosigkeit, Müdigkeit und das Gefühl der Leere überschneiden sich dabei auch mit den Beschwerden einer Depression. Kommen situative sowie persönliche Faktoren zusammen und wirken belastend auf die jeweilige Person, entwickelt sich häufig solch ein Zustand permanenter Erschöpfung. Beispielsweise Faktoren wie Angst um den Arbeitsplatz, schlechtes Betriebsklima sowie Konflikte mit Vorgesetzten oder Kollegen, große Verantwortung unter Zeitdruck, unerfüllbare Vorgaben oder mangelnde Kontroll- und Einflussmöglichkeiten führen letztlich zu einer nicht zu bewältigenden Arbeitsbelastung und Stress.

Negatives Mindset

Doch auch Menschen, die keinen oder nur wenig Arbeitsstress haben, leiden mitunter am Burn-out-Syndrom. Häufig liegt es an der Persönlichkeit des Betroffenen – Menschen, die hohe Ansprüche an sich selbst stellen, zu Perfektionismus neigen und gleichzeitig ein geringes Selbstwertgefühl haben, gelten als anfällig. Private Rückschläge, aber auch ein fehlendes oder instabiles Sozialleben, begünstigen ebenfalls die Erschöpfungserscheinungen. „Vor allem das Unterbewusstsein bestimmt die Gedankenwelt und somit auch das eigene Handeln. Dadurch manifestiert sich ein Mindset, das je nach Persönlichkeit und Erfahrungen vornehmlich positiv oder negativ ausgeprägt ist. Die Sorgen, Ängste und Zweifel, die häufig im Verbogenen liegen, dominieren bei Burn-out oder einer Depression die Gedanken“, berichtet Kolos.

Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele

Vor allem Psychotherapien wie die Verhaltenstherapie erweisen sich bei anhaltendem beruflichem Stress und Burn-out-Syndromen als hilfreich. Im Fokus liegen dabei meist das Erlernen von Strategien im Umgang mit den aktuellen Belastungen, das Stärken des Selbstbewusstseins sowie das Definieren von erreichbaren Zielen. Betroffene üben während dieser Maßnahmen, ihre Gefühle wahrzunehmen und – auch gegenüber anderen – auszudrücken. „Letztlich geht es darum, sich selbst zu ergründen, die eigenen Erwartungen zu überprüfen und Körper, Geist und Seele zusammenzubringen. Bei anhaltenden Erschöpfungszuständen signalisiert der eigene Körper, dass dieser Zustand belastend und zu viel ist. Betroffene müssen also die Verhaltensweisen und Umstände, die zu der Überlastung und Überforderung geführt haben, ändern“, erklärt Kolos. Lässt sich der Zustand beispielsweise auf die Arbeitssituation zurückführen, helfen möglicherweise klärende Gespräche mit Vorgesetzten oder Kollegen oder auch ein Jobwechsel. Außerdem gilt es Partner, Freunde oder Familie in die eigene Gedankenwelt einzuweihen und mit ihnen über Belastungen und Beschwerden zu sprechen – ein starkes soziales Umfeld bietet Betroffenen Rückhalt und Unterstützung. „Um solchen Erschöpfungszuständen gar vorzubeugen, empfiehlt sich, generell eine achtsame Lebensweise zu führen und ausreichend Erholungspausen, beispielsweise durch Freizeitaktivitäten und Urlaube, einzuplanen. Dazu zählt auch, auf eine ausgewogene Ernährung, feste Schlafenszeiten sowie regelmäßige Bewegung zu achten. Dies stärkt den Körper, fördert das Wohlbefinden und steigert gleichzeitig die persönliche Ausstrahlung“, sagt Kolos abschließend.

Cutumi GmbH


Weitere Beiträge zum Thema

Haustierbisse nicht unterschätzen - Mit Bissverletzungen immer zum Arzt gehen

Haustierbisse nicht unterschätzen - Mit Bissverletzungen immer zum Arzt gehen
©helga1981 - stock.adobe.com

Bissverletzungen von Haustieren dürfen keinesfalls unterschätzt werden. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hin. Was manchmal zunächst harmlos aussieht, sollte trotzdem ernst genommen werden. Denn bei einem Biss werden Krankheitserreger des Tieres auf den Menschen übertragen. Die Eintrittspforte kann sich dabei sofort verschieben und somit verschließen. Unbehandelt können schwere Entzündungen entstehen, bei denen neben der Haut auch Muskeln, Sehnen, Nerven und Knochen dauerhaft geschädigt werden können. Daher...

Vorsorgevollmacht: Auch für Jüngere relevant

Vorsorgevollmacht: Auch für Jüngere relevant
©Maridav - stock.adobe.com

„Im Moment mache ich mir große Sorgen. Aus den Medien habe ich erfahren, dass ein schwerer Verlauf der Covid-19-Erkrankung auch jüngere Menschen ohne Vorerkrankungen treffen kann. Schutzmaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschenund Abstandhalten setze ich alle um. Aber wie regele ich meine Angelegenheiten, falls ich doch erkranke und das so schwer, dass ich meinen Willen nicht mehr äußern kann?“ Martin S., Hannover

Migräne: Attacken durch falsches Essen?

Migräne: Attacken durch falsches Essen?
Daniel Vincek / Fotolia.com

Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme. Frisch zubereitet und in Ruhe genossen, können Mahlzeiten einen wichtigen Beitrag zu unserem Wohlbefinden leisten. In der Hektik des Alltags sieht die Realität jedoch meist so aus: Zum Frühstück gibt es nur Kaffee, mittags sorgt die Currywurst oder der Schokoriegel für schnelle Energie. Regelmäßige Mahlzeiten sind aber insbesondere für Migränepatienten wichtig: Sie können helfen, die Anzahl der Attacken zu reduzieren.

10 populäre medizinische Irrtümer des Volksmundes

10 populäre medizinische Irrtümer des Volksmundes
©Halfpoint - stock.adobe.com

Ist der Schlaf vor Mitternacht wirklich der gesündeste? Müssen wir tatsächlich jeden Tag mindestens 2 Liter Wasser trinken? Wachsen nach dem Tode Haare und Nägel weiter? Wissenschaftler aus USA und Deutschland haben eine Reihe von medizinischen Mythen unter die wissenschaftliche Lupe genommen. Ergebnis: Bei vielen populären Empfehlungen, die selbst viele Ärzte weitergeben, handelt es sich in Wahrheit um Märchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Arzneimittelbehörden rufen weltweit zur verstärkten Meldung von Nebenwirkungen auf

Arzneimittelbehörden rufen weltweit zur verstärkten Meldung von Nebenwirkungen auf
© nmann77 / fotolia.com

In einer gemeinsamen Kampagne fordern derzeit Arzneimittelbehörden weltweit Patientinnen und Patienten dazu auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf dem Appell, Verdachtsfälle von Nebenwirkungen bei Kindern zu melden. Weitere Zielgruppen sind Schwangere sowie stillende Frauen, die eine sichere Anwendung von Arzneimitteln sowie die Meldung möglicher Nebenwirkungen sensibilisiert werden sollen. In Deutschland werden diese Meldungen durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte...

Handhygiene stärken – Krankenhausinfektionen vermeiden

Handhygiene stärken – Krankenhausinfektionen vermeiden
© Picture-Factory / fotolia.com

Es ist die denkbar einfachste Hygienemaßnahme der Welt: das Händewaschen. Vielleicht wird seine Effizienz gerade deshalb oft unterschätzt. Anlässlich des Internationalen Tages der Händehygiene, den die WHO am 5. Mai begeht, erinnert die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) daran, dass eine sorgsame Händehygiene das mit Abstand wichtigste und effektivste Mittel ist, um die Übertragung und Ausbreitung von Infektionen zu begrenzen. Dies gilt nicht nur im Alltag, sondern gerade auch in Kliniken und Gesundheitseinrichtungen. Anstatt ineffiziente...

Vorsorgevollmacht: Auch für Jüngere relevant

Vorsorgevollmacht: Auch für Jüngere relevant
©Maridav - stock.adobe.com

„Im Moment mache ich mir große Sorgen. Aus den Medien habe ich erfahren, dass ein schwerer Verlauf der Covid-19-Erkrankung auch jüngere Menschen ohne Vorerkrankungen treffen kann. Schutzmaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschenund Abstandhalten setze ich alle um. Aber wie regele ich meine Angelegenheiten, falls ich doch erkranke und das so schwer, dass ich meinen Willen nicht mehr äußern kann?“ Martin S., Hannover

Migräne: Wenn extreme Hitze zu Kopfschmerzen führt

Migräne: Wenn extreme Hitze zu Kopfschmerzen führt
© kuznetsov_konsta / Fotolia.com

Das Wetter in Deutschland wird immer wärmer und für viele erfüllt sich der langersehnte Traum vom „richtigen Sommer“. Heiße Tage und laue Nächte erfreuen aber nicht alle. Während die einen glücklich im Café sitzen und die Sonnenstrahlen in sich aufsaugen, ist bei Migräne-Betroffenen die Freude oft gedämpft. Ein starker Temperaturwechsel kann bedeuten, dass sich innerhalb kürzester Zeit ein Pochen und Ziehen in der Schläfengegend meldet und die nächste Migräneattacke ankündigt. Gutes Trigger-Management...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Mit achtsamer Lebensweise Burn-out vorbeugen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Italien verlängert Notstand bis Oktober (dpa, 29.07.2020).
  • Italien verlängert Notstand bis Oktober (dpa, 29.07.2020).