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Gesundheitspolitik

07. Februar 2019 Medizinische Hochschule Hannover will mehr Studienplätze schaffen

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) will die Zahl ihrer Studienplätze im Modellstudiengang Medizin zum Wintersemester 2020/2021 erhöhen. MHH-Präsident Professor Dr. Michael P. Manns betonte am Mittwoch bei einem Pressegespräch, dass dazu „gravierende Umstrukturierungsmaßnahmen unter Wahrung der Qualität des Studiums und eine rechtliche Absicherung über die Kapazitätsverordnung von Nöten sind“.
Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, lobte die geplante Aufstockung: „Angesichts der breiten öffentlichen Debatte über die Zahl der Medizinstudienplätze haben sich Ministerium und MHH darauf verständigt, die vorhandenen Studiengangstrukturen zu überprüfen und basierend auf den Ergebnissen eine Neustrukturierung vorzunehmen. Ziel ist es, möglichst ab dem Wintersemester 2020/21 50 zusätzliche Studienplätze im Bereich Humanmedizin an der MHH anbieten zu können.“

Minister Thümler traf zum ersten Mal mit Professor Manns in dessen neuer Funktion als Präsident der MHH zusammen. Professor Manns hat das Amt seit 1. Januar 2019 inne. „Mit Professor Dr. Manns hat die MHH einen exzellenten Leiter gewonnen, der die Hochschule gut kennt. Durch seine internationale Expertise und seine Erfahrungen ist er hervorragend gerüstet, um die anstehenden Herausforderungen zu meistern und wichtige Impulse für die Weiterentwicklung und weitere Vernetzung der MHH zu setzen“, sagte der Minister. „Vor der MHH liegt ein spannendes Jahr: Im Juli fällt die Entscheidung in der zweiten Runde der Exzellenzstrategie. Auf dem Weg dahin werden wir die gemeinsame Bewerbung von MHH und Leibniz Universität Hannover als Exzellenzuniversität nach Kräften unterstützen.“

„Die MHH steht vor einer Reihe von Herausforderungen“, erläuterte denn auch Professor Manns. Er sprach ebenfalls die gemeinsame Bewerbung mit der Leibniz Universität als Leibniz Alliance Hannover im Wettbewerb der Exzellenzuniversitäten an; sie hat den Schwerpunkt Gesundheit. „Außerdem wird das Milliardenprojekt Klinikneubau in ein neues Gesamtkonzept für einen Gesundheitscampus Hannover integriert, der Krankenversorgung, Forschung und Lehre umfasst“, sagte der Präsident. „Zudem müssen wir uns bei der Nachwuchsgewinnung den Bedürfnissen der Generation Y stellen, um als Standort der Wissensweitergabe, aber auch als Arbeitgeber, attraktiv zu bleiben.“ Die MHH habe ihren Platz unter den Top 5 der hochschulmedizinischen Einrichtungen in Deutschland inne. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, diesen Rang zu halten“, sagte Professor Manns, „wir müssen ständig daran arbeiten: Gleichstand ist Rückschritt.“

Der neue MHH-Präsident betonte zudem die Bedeutung der MHH für die Region und die Gesellschaft. Mit 10.000 Beschäftigten sei die MHH auch ein wesentlicher wirtschaftlicher Motor der Region. „Forschung und Lehre ist ein Ausdruck von Kultur und eine Investition in die Zukunft“, sagte Professor Manns. „Neben der exzellenten Krankenversorgung für besonders schwer kranke Menschen ist die MHH als Forschungs- und Bildungsstätte auch ein Musterbeispiel an Integration. Auf unserem Campus lernen und arbeiten Beschäftigte aus 93 Nationen sowie Studierende aus 84 Ländern erfolgreich zusammen.“

Modellstudiengang Medizin: Von Anfang an nah bei den Patienten

Mit Beginn des Wintersemesters 2005/2006 startete die MHH im Fach Humanmedizin den Modellstudiengang HannibaL – diese Abkürzung steht für Hannoversche, integrierte, berufsorientierte und adaptive Lehre. Der Unterricht ist von Anfang an patientennah und praxisorientiert. Um den Kleingruppenunterricht – insbesondere an Patientinnen und Patienten – besser zu gewährleisten werden die 270 Studierenden jeden Jahrgangs in Tertiale zu 90 Studierenden eingeteilt. Sie durchlaufen den Lehrstoff nach dem Rotationsprinzip, sodass alle Studierende in jedem Studienjahr den gleichen Unterricht erhalten – wenn auch in unterschiedlicher Reihenfolge.

Die MHH verfügt über zu wenige Hörsäle mit mehr als 300 Sitzplätzen bei ausreichend vielen Hörsälen mit 100 Plätzen. Mehr als 300 Studierende können daher mit der jetzigen Studiengangstruktur nicht aufgenommen werden, ein neues Organisationsmodell muss geschaffen werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Ausbildungsqualität erhalten bleibt. „Wir müssen die neue Struktur während des laufenden Studiengangbetriebs entwickeln und auf ihre Realisierbarkeit prüfen“, betonte Professor Manns.

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover


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