Dienstag, 29. November 2022
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Gesundheitspolitik

Geteiltes Echo auf Ende der Quarantäne-Entschädigung für Ungeimpfte

Geteiltes Echo auf Ende der Quarantäne-Entschädigung für Ungeimpfte
© Africa Studio - stock.adobe.com
Impfpflicht durch die Hintertür oder nachvollziehbare, logische Entscheidung? Die von den Gesundheitsministern beschlossene Streichung der Entschädigung für ungeimpfte Arbeitnehmer in Corona-Quarantäne löst gespaltene Reaktionen aus.

Geteiltes Echo auf Ende der Entschädigungszahlungen für ungeimpfte Arbeitnehmer in Corona-Quarantäne

Das Ende der Entschädigungszahlungen für ungeimpfte Arbeitnehmer in Corona-Quarantäne ist auf ein geteiltes Echo gestoßen. Während der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der Sozialverband VdK sich gegen den Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern stellten, lobten ihn die Kommunen. Auch der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sprach von einer richtigen Maßnahme.

Keine Entschädigung mehr ab 1. November 2021 für nicht-geimpfte Menschen

Die Gesundheitsminister hatten am Mittwoch mehrheitlich beschlossen, dass es für Verdienstausfälle, die wegen einer angeordneten Quarantäne entstehen, für die meisten ungeimpften Arbeitnehmer spätestens ab 1. November keine Entschädigung mehr geben soll. Greifen soll dies für alle, für die es eine Impfempfehlung gibt und die sich auch impfen lassen können. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte erklärt, es gehe nicht um Druck, sondern auch um Fairness.
 

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Ende der Verdienstausfall-Entschädigung ab 01. November 2021

Erschienen am 22.09.2021In der Corona-Krise haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern diesen Mittwoch über ein einheitliches Vorgehen beim finanziellen Ausgleich für angeordnete Quarantäne beraten. Im Gespräch ist ein Ende der Entschädigungen für Verdienstausfälle wegen angeordneter Quarantäne für Ungeimpfte spätestens ab 11. Oktober. Das Ergebnis: Wer nicht gegen COVID geimpft ist, erhält bei einer verhängten Quarantäne keine finanzielle Unterstützung des Staates mehr.

Erschienen am 22.09.2021undefined

DGB-Vorsitzender kritisiert verdeckte Impfpflicht

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sagte „Es kann nicht sein, dass die Politik die Verantwortung für den Kampf gegen die Pandemie einfach bei den Beschäftigten ablädt. Eine Impfpflicht durch die Hintertür lehnen wir weiterhin ab.“ Außerdem bedeute die Neuregelung auch, dass Beschäftigte dem Arbeitgeber ihren Impfstatus offenlegen müssten.

VdK-Präsidentin prangert Existenzgefährdung an

Auch VdK-Präsidentin Verena Bentele wandte sich gegen die Übereinkunft der Gesundheitsminister. „Wir haben riesige Bedenken. Das wird jetzt auf irgendeine Weise zu einer Impfpflicht durch die Hintertür in Deutschland“, sagte Bentele. Es gebe immer noch etliche Menschen, die noch nicht über ein Attest bei einer chronischen Erkrankung verfügten, weil es noch keine ausreichende Studienlage gebe. „Und gerade für die Menschen, die deswegen Sorge haben, sich impfen zu lassen und kein Attest bekommen, wäre die Existenzgefährdung sehr hart.“

Deutscher Städte- und Gemeindebund spricht von individueller Verantwortung

Dagegen lobte der Deutsche Städte- und Gemeindebund den Beschluss. „Es ist eine individuelle Entscheidung, sich trotz des bestehenden Angebotes nicht impfen zu lassen“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. „Das bedeutet aber auch, dass die Konsequenzen dieser Entscheidung selbst zu tragen sind.“ Es gebe keinen Grund, weshalb die Allgemeinheit in diesen Fällen die Entschädigung finanzieren sollte.
 
 

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Griechenland besteht auf Impfpflicht im Gesundheitssektor

Erschienen am 01.09.2021In Griechenland ist am Mittwoch die verpflichtende Frist für Krankenhauspersonal, sich gegen Corona impfen zu lassen, abgelaufen. Athen hatte dies gesetzlich festgelegt. Wer die Impfung weiterhin verweigert, könnte vom Dienst suspendiert werden und keinen Lohn bekommen. „Das Gesetz wird Anwendung finden“, sagte der Gesundheitsminister Thanos Plevris im Staatsfernsehen. Zunächst gab es keine Informationen, ob Impfverweigerer vom Dienst suspendiert wurden.

Erschienen am 01.09.2021undefined

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Deutscher Städtetag sieht Staat nicht in der Verantwortung

Positiv auf die Entscheidung reagierte auch der Deutsche Städtetag. „Ich halte es für richtig, die Fortzahlung von Verdienstausfällen bei Quarantäne für Ungeimpfte auslaufen zu lassen“, sagte Präsident Burkhard Jung (SPD). Es gebe inzwischen ein Impfangebot für alle. Und nach dem Infektionsschutzgesetz werde bei Quarantäne nur entschädigt, wer sich nicht impfen lassen könne oder wenn keine Impfung verfügbar sei, sagte Jung, der auch Leipziger Oberbürgermeister ist. Lohnfortzahlung sollte der Staat nur übernehmen, wenn es dafür einen guten Grund gebe, wenn sich also jemand zum Beispiel aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könne.

Vorsitzender des Weltärztebundes sieht keine Gefahr, dass Quarantänepflicht umgangen wird

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery. Wer sich nicht impfen lasse, der müsse auch die Konsequenzen seines
Handelns tragen, sagte Montgomery. Dass Arbeitnehmer deshalb die Quarantänepflicht umgingen, hält der Montgomery für unwahrscheinlich: „Quarantäne ist eine im Infektionsschutzgesetz verankerte Pflichtmaßnahme. Ihr kann man sich nicht entziehen, ohne sich strafbar zu machen.“ Es sei richtig, wenn 3 Monate nach ausreichenden Impfangeboten nun finanzielle Vorteile wie der Ausgleich des Verdienstausfalls in der Quarantäne oder die Kosten für Testungen bei Ungeimpften wegfielen.

Quelle: dpa


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