Journal MED

Aktuelles | Beiträge ab Seite 298

Mit Onasemnogen-Abeparvovec (Zolgensma®) ist seit Anfang Juli die erste und bislang einzige Einmal-Gentherapie zur Behandlung der Spinalen Muskelatrophie (SMA) in Deutschland verfügbar (1). In den USA ist die FDA-Zulassung (2) bereits im Mai 2019 erfolgt, am 18. Mai 2020 folgte die Zulassung der Europäischen Arzneimittel Agentur (EMA) zur Behandlung von Patienten mit 5q-SMA mit einer biallelischen Mutation im Survival of Motoneuron (SMN)1-Gen und einer klinischen Diagnose des Typs 1 bzw. von Patienten mit 5q-SMA mit einer biallelischen Mutation im SMN1-Gen und bis zu 3 Kopien des SMN2-Gens (3). Über die seither gesammelten klinischen Erfahrungen mit der innovativen Therapie diskutierten Experten unter der Leitung von Prof. Dr. Angela Kaindl (Charité Berlin) auf dem virtuellen Symposium „Spinale Muskelatrophie – Herausforderungen bei der Diagnostik und neue Möglichkeiten der Therapie“ im Rahmen des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) „Kinder- und Jugendmedizin aktuell – DGKJ Online-Update 2020“ am 19. September 2020.
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Dapagliflozin (Forxiga®) ist das erste Medikament, das in einer Studie mit renalen Endpunkten bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz (CKD) mit und ohne Typ-2-Diabetes signifikant das Überleben verlängerte. Die detaillierten Ergebnisse der bahnbrechenden Phase-III-Studie DAPA-CKD bei Patienten mit CKD im Stadium 2‒4 und Mikroalbuminurie zeigten, dass Dapagliflozin zusätzlich zur Standardtherapie im primären Endpunkt – einer Kombination aus Verschlechterung der Nierenfunktion oder Tod kardiovaskulärer oder renaler Ursache – zu einer Reduktion um 39% im Vergleich zu Placebo führte (p < 0,0001). Die Ergebnisse waren bei Patienten mit und ohne Typ-2-Diabetes konsistent.
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Medizin
 4 Min|

Hypotonie: Ursachen und Behandlung

Die Beschwerden sind schwer von Befindlichkeitsstörungen zu unterscheiden, der Leidensdruck kann hoch sein: Schwindel, Benommenheit, Flimmern vor den Augen, morgendliche Müdigkeit, Antriebsmangel, Konzentrations- und Leistungsschwäche. Auch kalte Hände und Füße, ein Gefühl des Luftmangels, Herzklopfen und innere Unruhe können auftreten. Einen niedrigen Blutdruck durch körperliche Veranlagung, der nicht auf eine Vorerkrankung zurückgeht, haben in Deutschland bis zu 3 Millionen Menschen. „Viele Betroffene fühlen sich von Beschwerden wie Müdigkeit oder Herzrasen beeinträchtigt“, berichtet Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Diese Form des niedrigen Blutdrucks tritt (bis zur Menopause) häufiger bei jüngeren Frauen als bei älteren Personen auf.
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Praxismanagement
 2 Min|

Digitales Self-Check-in für Patienten in Arztpraxen und Krankenhäusern

Die SaaS-Lösung Idana hat eine neue Funktion – den „Patienten-Self-Check-in". Damit können Arztpraxen ihren Patienten die für den Arztbesuch benötigten Formulare auf der Website oder bei der Terminbestätigung via E-Mail zur Verfügung stellen. Der aktive E-Mail-Versand der Formulare und Fragebögen für die Anamnese ist damit nicht mehr nötig, die medizinischen Fachangestellten werden entlastet. Eine nahtlose Anbindung an die
Praxissoftware ist gewährleistet.
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Gesundheitspolitik
 1 Min|

Virologe Streeck: Nicht nur auf reine Ansteckungszahlen schauen

Der Virologe Prof. Dr. Hendrik Streeck regt eine Debatte über Umfang und Dauer der staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie an. "Ich plädiere für einen Strategiewechsel", sagte der Direktor des Institutes für Virologie und HIV-Forschung an der Universität Bonn der "Welt am Sonntag". "Wir dürfen uns bei der Bewertung der Situation nicht allein auf die reinen Infektionszahlen beschränken", sagte er. Zwar steige die Zahl der positiv getesteten Menschen in Deutschland und Europa signifikant an. "Gleichzeitig sehen wir aber kaum einen Anstieg der Todeszahlen."
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Medizin
 4 Min|

Multiple Sklerose: Infektprophylaxe per Impfung

Bei Patienten mit Multipler Sklerose ist es wichtig, für einen effektiven Impfschutz gegen Infektionserkrankungen zu sorgen. Dabei sind bei Patienten unter einer Immuntherapie generell Totimpfstoffe einzusetzen, Lebendimpfungen sind in diesen Fällen kontraindiziert, berichtete Professor Dr. Uwe Zettl aus Rostock bei der digitalen „MScience. MShift kompakt“-Veranstaltung. Dass auch unter einer immunmodulatorischen Therapie adäquate Immunantworten durch Impfungen zu erreichen sind, belegen Studien zu Teriflunomid (1, 2).
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Medizin
 1 Min|

Dapagliflozin: Reduktion des Risikos für Niereninsuffizienz und Tod kardiovaskulärer oder renaler Ursache

Dapagliflozin (Forxiga®) ist das erste Medikament, das in einer Studie mit renalen Endpunkten bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz (CKD) mit und ohne Typ-2-Diabetes signifikant das Überleben verlängerte. Die detaillierten Ergebnisse der DAPA-CKD-Studie wurden beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie, dem „ESC Congress 2020 – The Digital Experience”, präsentiert*.
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Medizin
 2 Min|

Fatigue, Adipositas und Depression: Verdachtsdiagnose PKU

Der Patient ist adipös, oft müde und leidet zusätzlich noch an einer wiederkehrenden Depression – vielleicht nur eine zufällige Verkettung? Doch manchmal steckt auch mehr dahinter (1). Zum Beispiel: eine Phenylketonurie (PKU). Die seltene autosomal-rezessive Erbkrankheit wird im Rahmen des Neugeborenenscreenings diagnostiziert und im Kindesalter mit einer strengen Diät behandelt. Doch ist die Stoffwechselstörung nicht auf das Kindesalter beschränkt, sondern eine lebenslange Erkrankung. Sie erfordert deshalb auch eine dauerhafte strenge Diättherapie.
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Infektiologie
 9 Min|

Saisonale Influenza: Basiswissen Impfstoff – Herbst 2020

Die saisonale Influenza beginnt in Deutschland meist nach der Jahreswende, umfasst über ganz Europa hinweg aber die Monate Oktober bis Mitte Mai. Der Verlauf schwankt jährlich mit 4 bis 15 Millionen Infizierten (5-20%), 2-14 Millionen Erkrankten und bis zu 8.000 Toten allein in Deutschland. Wie sich dies im Zusammentreffen mit SARS-CoV-2 entwickelt, bleibt abzuwarten (1). Die Schwere einer Grippewelle hängt von verschiedenen Determinanten ab. Ein wichtiger Faktor ist die Grundimmunität der Bevölkerung, die aus der Zahl der im Vorjahr Infizierten und der Erkrankten resultiert. Eine Wetterlage mit niedrigen Temperaturen begünstigt die Ausbreitung der Influenzaviren, hat aber wenig Einfluss auf die Schwere der Erkrankung selbst. Auch die Impfung als solche hat nur einen begrenzten Einfluss, weil die Wirksamkeit in der Regel bei etwa 50% liegt. Einer der wichtigsten Determinanten ist die Variabilität (Mutation) der zirkulierenden gegenüber der vorjährigen Virusstämme (1).
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Medizin
 2 Min|

SARS-CoV-2: Nichtstrukturprotein 1 blockiert Immunabwehr

Das neue pandemische Coronavirus SARS-CoV-2 hat die menschliche Immunantwort im Griff. Wissenschaftler der LMU München und des Universitätsklinikums Ulm haben nun gemeinsam aufgedeckt, wie das Virus durch gezielte Sabotage der zellulären Proteinproduktion das angeborene Immunsystem lahmlegt. Ein kleines Protein spielt dabei die Hauptrolle: das sogenannte Nichtstrukturprotein 1 (Nsp1). Diese bahnbrechenden Erkenntnisse wurden in der angesehenen Fachzeitschrift Science veröffentlicht.
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Medizin
 4 Min|

Aortenklappenstenose: Ozaki-Prozedur vereint Vorteile des künstlichen und des biologischen Klappenersatzes

Bei der neuen Operationsmethode für Herzklappenersatz können Chirurgen Ersatzherzklappen aus körpereigenem Gewebe formen und gegen die erkrankte Herzklappe austauschen. Das hat viele Vorteile – vor allem für jüngere Patienten. Viele Fragen rund um diese sogenannte „Ozaki-Prozedur“ sind jedoch noch offen. Für deren Klärung fördert die Deutsche Herzstiftung mit der von ihr gegründeten Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) die detaillierte Erforschung des vielversprechenden Verfahrens durch Wissenschaftler des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck (UKSH) mit der „Dr. Rusche-Projektförderung“ in Höhe von 60.000 Euro. Das Vorhaben wird von Dr. med. Buntaro Fujita, Leiter der herzchirurgischen Forschung in der Klinik für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie am UKSH mit Kollegen durchgeführt.
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Praxismanagement
 4 Min|

Emotionale Bedenken: Kommunikation zwischen Hausarzt und Patient

Hausärzte gehören zu den wichtigsten Ansprechpartnern, wenn es um die Betreuung der emotionalen Anliegen von Patienten geht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Zahl der Menschen, die zu Hausärzten gehen, nach COVID-19 zunehmen wird, da Experten einen „Tsunami“ psychischer Gesundheitsprobleme nach dem Lockdown voraussagen. Eine kürzlich durchgeführte systematische Forschungsübersicht legt nahe, dass eine positive Beziehung zwischen Patient und Hausarzt eine wirksame Kommunikation über die Sorgen der Patienten bezüglich ihrer emotionalen Gesundheit und deren Behandlung erleichtert. Es wird ebenfalls daraus hingewiesen, dass die Diagnose nicht ausschließlich dem Hausarzt vorbehalten ist, sondern eher ein in beide Richtungen ausgehandelter Prozess ist.
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Medizin
 3 Min|

Rosacea und Psoriasis: Extrem hohe Krankheitsbelastung

In dem Update der BURDEN-Studie „Beyond the visible: rosacea and psoriasis of the face“ (BURDEN 1.1) (1) wurde das wahre Ausmaß der versteckten Krankheitsbelastung von Patienten mit Rosacea und Psoriasis im Gesicht enthüllt. Prof. Peter Arne Gerber, Düsseldorf, fasste in einem auf der Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie (FOBI Digital) die wichtigsten Ergebnisse des Reports zusammen: „Die vielleicht wichtigste Erkenntnis war, dass Ärzte dazu neigen, die Krankheitsbelastung bei Rosacea zu unterschätzen und den Fokus auf die Verbesserung der sichtbaren Symptome legen. Dabei haben häufig für die Patienten die nicht sichtbaren Symptome wie Brennen, Stechen und Schmerzen einen größeren Einfluss auf die Lebensqualität. Dies sollten wir bei der Therapie unbedingt berücksichtigen.“
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Medizin
 5 Min|

Chronische PF-ILD: Zulassung von Nintedanib

Die Europäische Kommission hat Nintedanib (OFEV®) zur Behandlung von Erwachsenen mit anderen chronischen progredient fibrosierenden interstitiellen Lungenerkrankungen (chronischen PF-ILDs) abseits der idiopathischen Lungenfibrose (IPF) genehmigt (1). Basis der Zulassung war die Phase-III-Studie INBUILD®, in der Nintedanib die jährliche Abnahme der Lungenfunktion bei Patienten mit chronischen PF-ILDs signifikant um mehr als die Hälfte (57%) reduzieren konnte (2). Nach IPF und SSc-ILD ist die Zulassung bei chronischen PF-ILDs der dritte Durchbruch für Nintedanib in der Behandlung von Lungenfibrosen (3). Nintedanib ist für die gleiche Patientengruppe bereits in den USA, Kanada und Japan zugelassen (4-6).
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Typ-2-Diabetes
 2 Min|

Typ-2-Diabetes: Semaglutid zeigt ausgeprägte Wirkung bezüglich des HbA1c, Gewicht und Herz

Seit Anfang 2020 steht für Patienten mit Typ-2-Diabetes der GLP-1-Rezeptoragonist (RA) Semaglutid (Ozempic®) zur Verfügung, der im Vergleich zu anderen Therapieoptionen zu einer ausgeprägteren HbA1c-Senkung und Gewichtsreduktion führt. Es handelt sich um den einzigen GLP-1 RA mit einem durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) anerkannten kardiovaskulären Zusatznutzen. Damit stehen drei zentrale Behandlungsparameter bei Diabetes im Fokus.
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