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Medizin
2 Min|
Hämophilie-A: Zulassung für Damoctocog alfa pegol auf zuvor unbehandelte Patient:innen erweitert
Die Europäische Kommission hat eine Zulassung zur Indikationserweiterung für Damoctocog alfa pegol erteilt. Damoctocog alfa pegol kann damit nun auch bei zuvor unbehandelten Patient:innen ab sieben Jahren zur Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Hämophilie A eingesetzt werden. Bisher durfte der Wirkstoff nur zur Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei mit Faktor VIII vorbehandelten Patient:innen ab sieben Jahren mit Hämophilie A eingesetzt werden.
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Medizin
3 Min|
Typ-1-Diabetes: Zyklus verändert Insulinbedarf trotz AID
In der zweiten Zyklushälfte wirkt Insulin bei vielen Frauen mit Typ-1-Diabetes weniger stark: Sie benötigen mehr Insulin, um ihre Blutzuckerwerte im Zielbereich zu halten. Eine Beobachtungsstudie mit 77 Frauen und 380 Menstruationszyklen zeigt, dass in dieser Phase trotz automatisierter Insulinabgabe sowohl die tägliche Insulinmenge als auch die durchschnittlichen Blutzuckerwerte höher waren [1]. Die individuellen Muster unterschieden sich jedoch deutlich. Was dies für die Behandlung bedeutet, erläuterte Dr. Martina Rothenbühler auf der Vorab-Pressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) zur Diabetes Herbsttagung 2026.
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Medizin
6 Min|
Wie ein industrieller Lebensstil unsere Darmbakterien verändert
Zwei Forschungsteams haben parallel zwei Studien in Cell veröffentlicht, in denen sie systematisch den Einfluss der Industrialisierung auf das Darmmikrobiom, seine Genetik und mögliche Zusammenhänge mit der Krankheitsentstehung analysieren [1, 2].
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Medizin
3 Min|
Zwei Studien bestätigen Wirksamkeit von Remibrutinib bei schubförmiger MS
Zwei randomisierte Phase-III-Studien, die in The Lancet publiziert wurden [1], verglichen Wirksamkeit und Sicherheit von Remibrutinib der moderat wirksamen DMT mit Teriflunomid bei schubförmiger MS. Der hochselektive BT-Inhibitor reduzierte signifikant annualisierte Schubrate, Behinderungsprogression und entzündliche Läsionen im Gehirn. Neue Sicherheitssignale wurden nicht beobachtet. Der Wirkstoff könnte somit das Therapiespektrum erweitern - ausstehend ist jedoch ein direkter Vergleich mit bereits zugelassenen hochaktiven DMTs, wie z. B. Anti-CD20-Antikörpern.
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Medizin
3 Min|
Tabakerhitzer: Schon einmaliger Konsum belastet das Herz-Kreislauf-System
Bereits der einmalige Konsum von erhitztem Tabak kann unmittelbar die Funktion der Blutgefäße beeinträchtigen, den Blutdruck erhöhen und DNA-Schäden an Blutzellen verursachen. Das zeigt eine neue Studie unter Leitung der Universitätsmedizin Mainz. Die Forschenden untersuchten die unmittelbaren Auswirkungen von zwei hintereinander konsumierten Tabaksticks bei ansonsten gesunden Raucher:innen. Die Ergebnisse stellen Behauptungen infrage, wonach Tabakerhitzer für das Herz-Kreislauf-System wesentlich weniger schädlich seien als herkömmliche Zigaretten. Die Forschungsergebnisse wurden im European Journal of Preventive Cardiology veröffentlicht [1].
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Adipositas
3 Min|
STARKIDS-Studie: Neues Versorgungsprogramm für Kinder und Jugendliche mit Adipositas
Ein e-health gestütztes multiprofessionell entwickeltes Versorgungsprogramm zeigt Wirkung. Der Innovationsausschuss empfiehlt, zentrale Bestandteile in die Regelversorgung als Krankenkassenleistung zu übernehmen. Bundesweit könnten rund eine Million Kinder und Jugendliche profitieren.
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Medizin
2 Min|
Secukinumab zur Behandlung der Polymyalgia rheumatica zugelassen
Die Europäische Kommission hat Secukinumab zur Behandlung der Polymyalgia rheumatica (PMR) bei Erwachsenen zugelassen, die inadäquat auf Glukokortikoide (GC) angesprochen haben oder bei denen während des Ausschleichens der GC ein Rezidiv auftritt [1]. Damit ist Secukinumab der erste in Europa zugelassene IL-17A-Inhibitor für diese Indikation [1].
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Medizin
2 Min|
Ocrelizumab für Kinder mit schubförmiger MS zugelassen
Die Europäische Kommission hat Ocrelizumab zur intravenösen (i.v.) Behandlung von Kindern und Jugendlichen ab zehn Jahren mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) zugelassen. Damit steht jungen Patient:innen in Europa erstmals eine zugelassene, hochwirksame Anti-CD20-Therapie zur Verfügung. Die halbjährliche Verabreichung kann dabei die Therapieadhärenz unterstützen [1].
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Medizin
2 Min|
DGHO 2026
CRISPR/Cas9-Gentherapie bei Sichelzellkrankheit und Thalassämie
Seit Februar 2024 ist Exagamglogen-Autotemcel (Casgevy) als erste CRISPR/Cas9-basierte Gentherapie bei Sichelzellkrankheit und transfusionsabhängiger β-Thalassämie in der EU zugelassen. Die potenziell kurative Therapie bietet Betroffenen ab zwölf Jahren ohne geeigneten verwandten Stammzellspender eine neue Behandlungsoption.
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Medizin
4 Min|
Benralizumab bei eosinophilen Erkrankungen: Aktuelle Daten und neue Zulassung
Eosinophile Granulozyten (EOS) gelten als zentrale Treiber beim schweren eosinophilen Asthma (SEA), bei der eosinophilen Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA) sowie beim hypereosinophilen Syndrom (HES). Trotz ihrer unterschiedlichen klinischen Erscheinungsbilder teilen diese Erkrankungen die eosinophilengetriebene Entzündung. Der Antikörper Benralizumab adressiert zielgerichtet die eosinophile Entzündung – und mit der neuen Zulassung für HES seit Juli 2026 kann das Wirkprinzip nun bei einer weiteren, seltenen Erkrankung eingesetzt werden. Dr. Anita D’Souza, Hamburg, und Prof. Dr. Juliana Schwaab, Mannheim, ordneten aktuelle Daten zu Benralizumab ein, von neuen Real-world-Erkenntnissen zur Steroid-Reduktion bei SEA bis hin zu den Studiendaten, die zur jüngsten Zulassung bei HES geführt haben.
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Medizin
4 Min|
Hämophilie: Rebalancing-Therapien als Antwort auf Lebensqualitätseinschränkungen
Moderne Therapien bieten Patient:innen mit Hämophilie A oder B heute einen zuverlässigen Blutungsschutz. Standard zur Blutungsprophylaxe bei Hämophilie A oder B ist jedoch noch immer die Behandlung mit Faktorkonzentraten. Für viele Betroffene im Alltag ist die Belastung durch die Therapie daher weiterhin stark spürbar: 80% der Behandler:innen – und damit deutlich mehr als im Vorjahr (66%) – berichten in einer aktuellen Befragung, dass ihre Patient:innen sich durch die Faktorersatztherapie in ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlen. Gleichzeitig wächst das Interesse an innovativen Rebalancing-Therapien.
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Medizin
3 Min|
Ballaststoffe wirken im Mikrobiom nicht allein
Warum unterscheiden sich die Darmmikrobiome von Menschen aus industrialisierten und nicht-industrialisierten Regionen? Eine Studie des Forschungsteams um DZIF-Wissenschaftler Prof. Till Strowig vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL), der Universität Trient (Italien) und der Universität Tübingen zeigt, dass die Ernährung allein die Unterschiede nicht erklärt. In künstlich zusammengesetzten Darmgemeinschaften untersuchte das Team zahlreiche Nahrungsbestandteile und zeigte, dass pflanzliche Ballaststoffe das Gleichgewicht zugunsten des Bakteriums Segatella copri verschoben, das besonders in nicht-industrialisierten Regionen häufig vorkommt. Der Effekt hing jedoch auch davon ab, welche weiteren Bakterien vorhanden waren. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Nature Microbiology veröffentlicht [1].
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Bioökonomie
3 Min|
Elastisch und widerstandfähig: Spinnenseide als Biomaterial
Eigenschaften von Stabilität bis Elastizität, Nicht-immunogenität und Bioabbaubarkeit machen Spinnenseide zu einem viel beforschten Biomaterial für Nahtmaterial, Tissue Engineering bis Nervenrekonstruktion.
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Medizin
2 Min|
Östrogenassoziierte venöse Thromboembolien: niedriges Rezidivrisiko nach Antikoagulation
Eine internationale prospektive Registeranalyse untersuchte venöse Thromboembolien bei Frauen während einer Östrogentherapie. Ausgewertet wurden 13.418 Patient:innen unter 50 Jahren ohne aktive Krebserkrankung, darunter 2.786 Frauen mit einer Thromboembolie während der Östrogentherapie. Nach dem Absetzen der Antikoagulation war ihr Rezidivrisiko im ersten Jahr niedriger als bei Männern und Frauen mit nicht östrogenassoziierter venöser Thromboembolie, während Blutungen unter der Behandlung bei Frauen häufiger auftraten.
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Medizin
3 Min|
Erste deutsche S2k-Leitlinie zu frakturassoziierten Infektionen nach Osteosynthese
Infektionen nach operativ versorgten Knochenbrüchen gehören zu den schwerwiegendsten Komplikationen der Orthopädie und Unfallchirurgie. Bei offenen Frakturen können bis zu 35% der Betroffenen eine solche Infektion entwickeln. Erstmals gibt es nun in Deutschland eine eigene Leitlinie, die Empfehlungen dazu bündelt, wie Infektionen nach einem Knochenbruch verhindert, erkannt und behandelt werden können. Die „S2k-Leitlinie Frakturassoziierte Infektionen nach Osteosynthese“ wurde unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) erarbeitet [1].
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Medizin
5 Min|
Bevölkerungsweites Screening auf Typ-1-Diabetes: DDG bewertet Nutzen und Risiken
Die Früherkennung von Typ-1-Diabetes durch ein Inselautoantikörper-Screening eröffnet neue Perspektiven für Prävention, Forschung und Versorgung, denn jährlich erkranken rund 4000 Kinder und Jugendliche neu an dieser Autoimmunerkrankung. Ein Bluttest auf Inselautoantikörper kann frühe Stadien sichtbar machen. Die DDG sieht hierin ein wissenschaftlich hoch relevantes Entwicklungsfeld mit großem Potenzial für die Zukunft. Zugleich gilt für eine wissenschaftliche Fachgesellschaft der Grundsatz, dass eine breite Implementierung stets auf belastbarer Evidenz basieren muss. Daher diskutiert die DDG in ihrem Positionspapier offen verschiedene Aspekte von Nutzen, Risiken, Ethik und Gesundheitsökonomie, um künftig eine fundierte Entscheidungsgrundlage für den möglichen Einsatz eines bevölkerungsweiten Screenings zu schaffen. Ziel ist die Verbindung wissenschaftlicher Sorgfalt mit der Offenheit für Innovation und die Einordnung in die heutige Studienlage.
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Medizin
4 Min|
Gefäßerkrankungen: Warum Frauen oft später behandelt werden
Gefäßerkrankungen verlaufen bei Frauen nicht selten anders als bei Männern und werden häufig später erkannt. Ein Grund: Die Beschwerden entsprechen oft nicht den bekannten Lehrbuchsymptomen, wie eine aktuelle Übersichtsarbeit darlegt [1]. Geschlechterspezifische Unterschiede in Diagnostik, aber auch Therapie betreffen wichtige Krankheitsbilder wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit, Verengungen der Halsschlagader und Erkrankungen der Aorta. Angesichts dieser Erkenntnisse sieht die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. (DGG) Anpassungsbedarf in Versorgung und Forschung. „Wir brauchen mehr Aufmerksamkeit für weibliche Krankheitsverläufe“, sagt DGG-Expertin und Erstautorin Dr. med. Deborah Uebermuth.
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Medizin
2 Min|
cALD: Europäische Kommission erteilt die Zulassung für Leriglitazon
Die Europäische Kommission hat die Zulassung unter außergewöhnlichen Umständen für Leriglitazon erteilt. Leriglitazon ist ein selektiver PPAR-Gamma-Agonist, der die Blut-Hirn-Schranke passieren kann und zur Behandlung männlicher Patienten im Alter von 2 bis 12 Jahren mit zerebraler Adrenoleukodystrophie (cALD) und mit Gadolinium (Gd)-negativen Hirnläsionen angewendet wird.
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Medizin
2 Min|
Pneumokokken-Infektion kann Hinweis auf undiagnostizierten Blutkrebs sein
Eine schwere Pneumokokken-Erkrankung, die eine Krankenhausbehandlung erfordert, kann bei erwachsenen Patient:innen ein Hinweis auf zuvor undiagnostizierten Blutkrebs und Immunschwäche sein. Dies zeigt eine Studie der Universität Göteborg [1]. Die Forschenden untersuchten 156 Personen, die zwischen 2018 und 2023 in Schweden, an einer invasiven Pneumokokken-Erkrankung erkrankten und im Krankenhaus behandelt werden mussten. Jede vierte Person hatte M-Protein im Blut – einen Marker, der bei Blutkrebs oder Vorstufen vorhanden sein kann. Die Untersuchungen führten dazu, dass bei sieben Patient:innen Blutkrebs diagnostiziert wurde, während bei weiteren zwölf eine Vorstufe festgestellt wurde.
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Medizin
2 Min|
Rilzabrutinib: Neuer BTK-Inhibitor zur Behandlung der refraktären ITP ab Oktober verfügbar
Ab dem 1. Oktober 2026 steht für Patient:innen mit Immunthrombozytopenie (ITP), die gegenüber anderen Behandlungen refraktär sind, der Bruton-Tyrosinkinase (BTK)-Inhibitor Rilzabrutinib zur Verfügung. Rilzabrutinib adressiert über eine Multi-Immunmodulation gezielt zentrale Signalwege der ITP. In der Zulassungsstudie LUNA 3 zeigte sich u.a. eine schnelle und anhaltende Thrombozytenantwort, aber auch eine signifikante Verbesserung der körperlichen Fatigue, eines für viele Patient:innen besonders belastenden Symptoms der ITP [1]. Durch die Zulassung von Rilzabrutinib eröffnet sich ein neuer therapeutischer Ansatz zur Behandlung dieser Autoimmunerkrankung.
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