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Medizin

05. Juni 2019 ICD: 11. Version berücksichtigt Schmerz als eigene Klassifikation

Die 11. Version der ICD, der Internationalen statistischen Klassifikation von Krankheiten und verwandten Gesundheitsproblemen, ist verabschiedet worden. Positive Auswirkungen verspricht die ICD-11 unter anderem für Schmerzpatienten. „Die ICD-11 wurde für das 21. Jahrhundert aktualisiert und spiegelt wichtige Fortschritte in Wissenschaft und Medizin wider“, so die Einschätzung der WHO.
Chronische Schmerzen eigenständig klassifiziert

Mit dem Inkrafttreten der ICD-11 zum 1. Januar 2022 wird der Schmerz erstmals nicht mehr nur als Symptom erfasst: Unter der Diagnose-Ziffer MG30 findet sich eine eigenständige Kategorie für die Klassifizierung chronischer Schmerzen.

ICD-11 Task Force der IASP

Dies ist nicht zuletzt Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede, Heidelberg, zu verdanken. Gemeinsam mit dem Psychologen Prof. Dr. Winfried Rief, Marburg ,schlug Treede, damals im Amt des Präsidenten der Internationalen Schmerzgesellschaft ISAP (International Association for the Study of Pain), der WHO eine entsprechende Änderung vor – und stieß zu seiner Freude prompt auf Zuspruch. Startschuss für die 6 Jahre währende Arbeit einer ICD-11 Task Force der IASP unter dem Vorsitz von Treede und Rief, deren Aufgabe es war, ein Klassifizierungssystem für chronische Schmerzen zu erarbeiteten. Auf der Basis umfangreicher Datensammlungen aus der modernen Schmerzforschung erstellten die Mitglieder der Task Force, die aus vielen verschiedenen Mitgliedsstaaten der WHO stammen, Diagnosecodes für chronische Schmerzen und Codes für die häufigsten und klinisch relevantesten Gruppen chronischer Schmerzzustände.

Vorteile für Fibromyalgie-Patienten

„Für die Betroffenen, beispielsweise Fibromyalgie-Patienten, ist das eine wirklich gute Nachricht“, sagt Treede. Denn: Ob eine Beeinträchtigung der Gesundheit als Diagnose anerkannt ist oder nicht, hat weitreichende Folgen sowohl für die Behandlung als auch für die Forschung. Ohne Diagnose-Ziffer keine Abrechnung mit der Krankenkasse und entsprechend nur schwer Zugang zu einer angemessen Behandlung durch den Schmerztherapeuten. Ohne Diagnose-Ziffer auch keine offiziellen internationalen Statistiken und daher weniger Forschungsgelder. „Die neuen Daten werden die Schmerzforschung und die Behandlung von Schmerzpatienten auf der ganzen Welt verändern“, davon ist Treede überzeugt.

Quelle: Universitätsmedizin Mannheim


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