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Medizin

30. Juli 2020 MS: Schubfreiheit unter Cladribin-Tabletten

Im Rahmen der Webinar-Reihe MS 360° informierte ein virtuelles Satellitensymposium an Rande des EAN-Kongresses zur Therapie der Multiplen Sklerose (MS) mit Cladribin-Tabletten (MAVENCLAD®). Im Mittelpunkt standen aktuelle Daten aus der klinischen Versorgung und neue Erkenntnisse zur Wirksamkeit nach Schüben im ersten Behandlungsjahr.
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Fachinformation
Wirksamkeit in der klinischen Praxis

Cladribin-Tabletten sind auch in der klinischen Routineversorgung wirksam und sicher. Zu diesem Fazit kam Professorin Celia Oreja-Guevara, die dazu in dem Webinar eine am Hospital Clínico San Carlos in Madrid (Spanien) durchgeführte Kohorten-Studie vorstellte (1, 2). Eingeschlossen waren 60 Patienten mit hochaktiver, schubförmiger MS (relapsing MS, RMS). Die Teilnehmer waren im Mittel 41 Jahre alt, 63% davon weiblich und litten zwischen einem und 18 Jahren an der Erkrankung. 38 Patienten hatten im Jahr vor Studienbeginn einen Schub erlitten, 21 zeigten im MRT aktive Läsionen. Der EDSS-Wert (Expanded Disability Status Score) lag zwischen 1 und 6. Neun Patienten waren therapienaiv, bei 37% erfolgte die Umstellung von einer Erstlinien-, bei 63% von einer Zweitlinientherapie. Gründe für den Switch waren hohe Krankheitsaktivität, Nebenwirkungen, ein hoher JCV-Index (JC Polyoma-Virus-Index) oder Kinderwunsch.

Keine Schübe nach der zweiten Behandlungsphase

Wie Oreja-Guevara berichtete, erfuhren nach der ersten Behandlungsphase mit Cladribin-Tabletten 10% der Teilnehmer einen Krankheitsschub. Alle 23 Patienten, die die zweite Behandlungsphase durchlaufen hatten, blieben schubfrei. Zu Therapiebeginn lagen die Lymphozytenzahlen der meisten Patienten über 1.000 Zellen/μl; das Minimum wurde 3 Monate nach Behandlungsbeginn erreicht, lag jedoch bei einem hohen Anteil noch über dem unteren Normalwert. 44% der Patienten zeigten keine Lymphopenie, 20% eine Lymphopenie vom Grad 3. Lymphopenien vom Grad 4 traten nicht auf. Die Mehrzahl der Nebenwirkungen war mild bis moderat und im Einklang mit dem Nebenwirkungsprofil der CLARITY-Studie. Es traten keine therapieassoziierten Behandlungsabbrüche auf. Häufigste Nebenwirkungen waren starke Müdigkeit (20%), Kopfschmerzen (14%) und Haarausdünnung (10%).

Konsequente Therapie ermöglicht Schubfreiheit

Können Patienten, die im ersten Jahr unter Cladribin-Tabletten einen Schub erleiden, von der Fortführung der Therapie profitieren? Eine post hoc Analyse der CLARITY-Studie beantwortet diese Frage mit einem eindeutigen „Ja“ (3). In einer Auswertung zeigte sich, dass 61,7% der Patienten, die im ersten Jahr unter Therapie eine Schubaktivität zeigten, im zweiten Jahr schubfrei waren (3). In der Placebo-Gruppe lag dieser Anteil nur bei 52,3% (3). Eine konsequente Fortführung der Therapie kann damit den Patienten die Chance auf Schubfreiheit bieten, so die Studien-Autoren (3).

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Cladribin-Tabletten wird in weiteren Studien untersucht, unter anderem in der prospektiven Phase-IV-Studie MAGNIFY bei hochaktiver schubförmiger MS, deren Ergebnisse mit Spannung erwartet werden (4).
 

Quelle: Merck

Literatur:

(1) Oreja-Guevara C. et al. Cladribina oral en patientes con escolerosis múltiple remitente recurrente en vida real, LXXI Reunión Annual de la Sociedad Española de la Neurología, Nov 2019, Poster.
(2) Oreja-Guevara C. Managing multiple sclerosis in the real world. Satellitensymposium „Is it time for a new approach in multiple sclerosis management?” veranstaltet von Merck im Rahmen der EAN Virtual Conference, Mai 2020.
(3) Yamout B, et al. Preservation of relapse-free status in year 2 of treatment with cladribine tablets by relapse-free status in year 1. EAN Virtual Conference, Mai 2020, Poster EPO 1667.
(4) De Stefano N, et al. A 2-year study to evaluate the onset of action of cladribine tablets in subjects with highly active relapsing multiple sclerosis: results from MAGNIFY-MS baseline analysis. EAN Virtual Conference, Mai 2020, Poster EPO 1262.


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