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Medizin

21. März 2019 Plaque-Psoriasis: Neue Antikörper wirksamer als etablierte Biologika-Therapien

Durch den Einsatz von genombasierten Untersuchungsmethoden konnten in den vergangenen Jahren Schlüsselmoleküle in der Immunpathogenese der Psoriasis identifiziert werden. Es stellte sich dabei heraus, dass vor allem Mitglieder der Interleukin-17 (IL-17) und Interleukin-23 (IL-23) Familie bei der Entstehung und Aufrechterhaltung dieser chronisch-entzündlichen Erkrankung eine zentrale Rolle spielen (1,2). Diese Erkenntnis ermöglichte die Entwicklung von therapeutischen Antikörpern, die zur zielgerichteten Hemmung der proinflammatorischen Zytokine führen und dadurch effektive Therapiemöglichkeiten bei Psoriasis darstellen.
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IL-17 und IL-23 Inhibitoren sind die neueste Generation biologisch aktiver Substanzen (Biologika) zur Therapie der mittelschweren bis schweren Psoriasis. Vergleichsstudien mit aktiven Substanzen erlauben die Gegenüberstellung unterschiedlicher biologisch wirksamer Therapeutika. In dieser Publikation wurden systematisch neue Biologika im direkten Vergleich zu den Älteren auf Unterschiede in der Wirksamkeit untersucht.

Studiendesign

Eine Literatur-Recherche, die zwischen dem 1. Juni und dem 26. Juni 2017 stattfand, wurde mit PubMed, Google Scholar sowie ClinicalTrials.gov und den folgenden Wörtern durchgeführt: Adalimumab, Guselkumab, Ixekizumab, Etanercept, Ustekinumab, Tildrakizumab, Risankizumab, Secukinumab, Brodalumab, IL-23, IL-17, Psoriasis, TNF alpha, Efficacy, Phase II und Phase III. Dabei wurden Artikel in jeder Sprache eingeschlossen, die vom 1. Januar 2010 bis 26. Juni 2017 veröffentlicht wurden. Randomisierte klinische Studien fanden Berücksichtigung, wenn mindestens 2 biologische Behandlungen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen verglichen und bestimmte primäre oder sekundäre Endpunkte untersucht wurden (z. B. Psoriasis Area and Severity Index (PASI)). Studien, die nur Psoriasis-Arthritis beinhalteten, waren ausgeschlossen. Bei der Analyse der Vergleichsstudien mit aktiven Substanzen wurden die „Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analysen (PRISMA)“ Richtlinien beachtet.

Studienergebnisse

12 Studien mit insgesamt 12.545 Patienten erfüllten die Auswahlkriterien. Die ausgewählten Studien verglichen die klinische Wirksamkeit eines neuen Antikörpers (IL-23 Inhibitoren (Guselkumab, Tildrakizumab, Risankizumab) oder IL-17 Inhibitoren (Secukinumab, Ixekizumab) und Brodalumab)) mit einem aktiven Komparator, entweder einem TNF-α∂ Inhibitor (Adalimumab und Etanercept) oder einem IL-12/23 Inhibitor (Ustekinumab). Alle Studien bewerteten u. a. die klinische Wirksamkeit nach 12 Wochen Therapie. Dabei kamen die Autoren zu dem Ergebnis, dass die neuen Antikörper den etablierten Biologika überlegen sind. So zeigten beispielsweise in der AMAGINE-2 Studie 44% der Patienten nach 12 Wochen unter Brodalumab (210 mg) einen PASI 100 gegenüber 22% mit Ustekinumab (p < 0,001).

Fazit

Das grundsätzliche Ziel der S3-Leitlinie, eine Erscheinungsfreiheit bei Psoriasis-Patienten zu erreichen, ist dank des wissenschaftlichen und medizinischen Fortschritts in einem kurzen Therapiezeitraum möglich (3). Die Literatur-Recherche ergab, dass für die Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Psoriasis die neuen IL-17 und IL-23 Inhibitoren den etablierten Biologika-Therapien überlegen sind: Die vollständige Erscheinungsfreiheit (PASI 100) wird mit den neuen Antikörpern schneller als mit den entsprechenden Komparatoren erreicht.
 

Quelle: LEO

Literatur:

(1) Zeichner JA, Armstrong A. J Clin Aesthet Dermatol 2016; 9: 3-6.
(2) Senra L et al. J of Investi Dermatol. 2016; 136: 1970-1980.
(3) Nast A et al. S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris.


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