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Medizin

25. März 2015 Systematischer Review zur Bedeutung von Keratolytika und Emollentien bei Psoriasis: Innovatives physikalisches Wirkprinzip - verträgliche Alternativen zu Salicylsäure

Die topische Therapie mit Emollentien und Keratolytika ist integraler Bestandteil im Management der Psoriasis. Doch die Datenlage ist dünn, wie ein aktueller systematischer Review (1) nun zeigte, der sich auf 60 Publikationen zwischen 1983 und 2013 stützt. Als am besten untersuchtes Keratolytikum wurde Salicylsäure identifiziert. Die Autoren des Reviews, Dr. Arnd Jacobi, Prof. Dr. Matthias Augustin und Dr. Anke Mayer vom Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, betonen aber gleichzeitig die erheblichen Limitationen der Salicylsäure aufgrund ihrer systemischen Toxizität.

Und sie fordern die Entwicklung alternativer Keratolytika, deren Wirksamkeit und Verträglichkeit möglichst gut dokumentiert ist. Eine solche Alternative steht seit Kurzem mit LOYON® zur Verfügung, einem innovativen Keratolytikum mit rein physikalischem Wirkprinzip. Im direkten Vergleich mit 10% Salicylsäure bei Patienten mit Kopfhautpsoriasis entfernte die Kombination aus einem Trockenemolliens und Dimeticonen Hautschuppen ebenso effektiv wie der bisherige Standard – ohne Risiko von Intoxikationen.

Die topische Therapie mit Emollentien und/oder Keratolytika ist fester Bestandteil bei Psoriasis. Sie soll die Plaquebildung reduzieren, Symptome lindern und die Penetration von Wirkstoffen durch die Haut verbessern. Doch wie wirksam sind die derzeit verwendeten Regimes tatsächlich? Dieser Frage ging nun ein systematischer Review nach. Er stützt sich auf Metaanalysen, Reviews und klinische Studien aus den Jahren 1983 bis 2013, die in den Literaturdatenbanken MEDLINE und EMBASE zu finden waren. Letztlich konnten 60 Publikationen ausgewertet werden. Und die zeigten, wie spärlich die Datenlage auf diesem Gebiet ist, ganz besonders für Emollentien und Keratolytika mit Urea oder alpha-Hydroxysäuren (AHA) bzw. Poly-Hydroxysäuren (PHA).

Salicylsäure: erhebliche Limitationen

Das am besten untersuchte Keratolytikum ist Salicylsäure. Sie wirkt schnell und effektiv. Die Autoren empfehlen ihren Einsatz in der Monotherapie der Kopfhautpsoriasis sowie adjuvant bei der Behandlung anderer Körperareale. Doch Salicylsäure hat wegen des Risikos der Intoxikation erhebliche Limitationen. Das gilt für die Anwendung bei Kindern, bei Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz, bei großflächiger Psoriasis, bei Patienten unter Phototherapie oder auch bei begleitender Therapie mit Vitamin-D-Analoga oder systemischen Salicylaten. Die Forderung der Autoren ist deshalb nachvollziehbar: die Entwicklung keratolytischer Alternativen zu Salicylsäure, die gut dokumentiert und ähnlich effektiv sind, aber mit weniger Nebenwirkungen einhergehen.


LOYON®: bei Kopfhautpsoriasis so effektiv wie 10% Salicylsäure - aber besser verträglich

Ein neues Keratolytikum (LOYON®), die Kombination aus einem Trockenemolliens (Dicaprylyl Carbonat) und Dimeticonen, hat sich dem bisherigen Standard Salicylsäure gestellt. Mit Erfolg: In einer aktuellen Beobachter-verblindeten, randomisierten klinischen Studie bei 90 Patienten mit Kopfhautpsoriasis erwies sich das physikalische Wirkprinzip als vergleichbar effektiv wie eine Zubereitung mit 10% Salicylsäure. Es kam zu einer gleichwertigen statistisch signifikanten Abschuppung, wobei LOYON® deutlich schneller wirksam war als das Vergleichspräparat: Nach drei Tagen Behandlung reduzierte sich der PSSI (Psoriasis Scalp Severity Index), ein Summenscore aus Schuppung, Erythem und Infiltration, unter LOYON® deutlich ausgeprägter als unter der Therapie mit Salicylsäure (Relative Reduktion: 25% versus 14%). Zudem erwies sich das neue Präparat als wesentlich ergiebiger: Der Verbrauch von Salicylsäure war mehr als doppelt so hoch. Beides, die raschere Wirksamkeit und die hohe Ergiebigkeit, fördern laut Studienleiter Augustin die notwendige Adhärenz des Patienten. Der entscheidende Vorteil von LOYON® aber ist die weitaus bessere Verträglichkeit, die einen Einsatz auch bei Risikopatienten möglich macht.

Gute Dokumentation auch bei Milchschorf

Gut dokumentiert ist der Nutzen des physikalischen Wirkprinzips auch bei Milchschorf: In einer Pilotstudie an Kindern konnte mit LOYON® bei 80% der jungen Studienteilnehmer ein Behandlungserfolg erzielt werden (2).

Fazit: Das neue physikalisch wirksame Keratolytikum LOYON® ist klinisch genauso effektiv wie 10% Salicylsäure; es wirkt aber schneller - und ist weitaus besser verträglich. Deshalb ist es auch für Kinder, Schwangere und Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion geeignet.

Literaturhinweise:

(1) Jacobi A, Mayer A, Augustin M: „Keratolytics and Emollients and Their Role in the Therapy of Psoriasis: a Systematic Review. Dermatol Ther (Heidelb); publ. online 21. January 2015; DOI 10.1007/s13555-015-0068-3
(2) Hengge UR: Topical, Non-Medicated LOYON® in Facilitating the Removal of Scaling in Infants and Children with Cradle Cap: A Pilot Study. Dermatology and Therapy 2014; 4(2):221-32

Quelle: Pohl-Boskamp


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