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Medizin

06. April 2020 Typ-2-Inflammation: Auslöser für Asthma, AD, Rhinitiden und eosinophile Ösophagitis

Erkrankungen, denen eine Typ-2-Inflammation zugrunde liegt, findet man nicht nur in dermatologischen Praxen, sondern ebenso bei Pneumologen und beim HNO-Arzt. Denn das Feld dieser Erkrankungen ist weit gefasst. Aus diesem Grund fand das Sanofi Genzyme „ADVENT“-Symposium in diesem Jahr als interdisziplinäres Event rund um die Themen schweres Asthma, atopische Dermatitis (AD) und chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) statt. Im Fokus stand die gemeinsame Pathophysiologie der Erkrankungen und deren Auswirkungen auf die unterschiedlichen Entitäten. Das hochranginge interdisziplinäre Steering Commitee führte durch neueste Erkenntnisse bei Antikörper-Therapien und erörterte gemeinsam mit den anwesenden Ärzten in praxisnahen Workshops offene Fragen aus dem Behandlungsalltag.
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Asthma und AD gehören sicherlich zu den beiden bekanntesten und am weitesten verbreiteten Erkrankungen, denen eine Typ-2-Inflammation zugrunde liegt. Doch auch eine chronische Rhinosinusitis, allergische Rhinitis oder eosinophile Ösophagitis können diesen entzündlichen Mechanismen folgen. Mit Interleukin(IL)-4, IL-13 und IL-5 wurden Schlüsselmediatoren in der Pathogenese der systemischen Inflammation identifiziert, die verantwortlich für die Manifestation der Erkrankungen sind. „Nicht selten treten die Typ-2-Erkrankungen daher gemeinsam auf“, führte Prof. Dr. med. Stephan Weidinger, Kiel, in das Thema ein. „Das macht einen interdisziplinären Austausch auch so wichtig.“

Eine Pathophysiologie für verschiedene Krankheiten 

Die Typ-2-Zytokine bewirken unter anderem eine Expansion von T-Helfer-2-Lymphozyten (Th2), induzieren Barrieredefekte und fördern den Klassenwechsel der B-Zellen und die IgE-Produktion sowie die Infiltration weiterer Immunzellen (1-3). „Entsprechend manifestieren sich dann die klinischen Zeichen wie wiederkehrende ekzematöse Läsionen und Pruritus bei der AD, eine Obstruktion der Atemwege, verminderte Lungenfunktion und Exazerbationen beim Asthma sowie Nasenpolypen und nasale Obstruktion bei der CRSwNP“, erläuterte Prof. Dr. med. Marek Lommatzsch, Rostock. Wie bei den gemeinsamen pathophysiologischen Grundlagen, können auch in der Behandlung aller 3 Erkrankungen Parallelen gezogen werden. Neben den systemischen Steroiden spielen insbesondere für eine patientenorientierte langfristige Therapie zielgerichtete Biologika, wie Dupilumab eine wesentliche Rolle. Dupilumab ist das bisher einzige Biologikum, dass im Sinne einer „Collateral Efficacy“ bei diesen 3 Indikationen wegen der gemeinsamen Typ-2-Inflammation eingesetzt werden kann.
 
Systemische Therapie bei Krankheiten mit zugrundeliegender Typ-2-Inflammation

Für die Behandlung von schwerem Asthma mit Biologika, wie zum Beispiel Dupilumab, bedeutet das konkret, dass in einem ersten Schritt ein schweres unkontrolliertes Asthma diagnostiziert werden muss. Dazu gehört die Abklärung, ob alle Trigger ausgeschaltet wurden, die Inhalation richtig und regelmäßig in optimaler Dosierung erfolgt und alle Komorbiditäten erkannt und behandelt wurden. „Bringt eine optimale inhalative Behandlung nicht den gewünschten Erfolg, so sollten Biologika auf jeden Fall vor einer oralen Steroid-Dauertherapie eingesetzt werden“, so Lommatzsch (4). Die Auswahl sollte mit Blick auf die Anamnese, die Biomarker und Komorbiditäten erfolgen.

Komorbiditäten bei AD: Asthma oder CRSwNP

Auch Prof. Dr. med. Kristian Reich, Hamburg, wies darauf hin, dass nicht nur die Haut betroffen sei. So leiden die AD Patienten häufig auch an Asthma oder CRSwNP. Ob ein Biologikum für den Patienten infrage kommt, lässt sich unkompliziert und schnell anhand der Checkliste „Indikationsstellung zur Systemtherapie der Neurodermitis bei Erwachsenen“ (https://www.teledermatologikum.de/wp-content/uploads/AtopiTool-Checkliste-AM-Therapie-Neurodermitis.pdf) feststellen. „Mit Dupilumab ist eine wirksame Behandlung der Erkrankung mit günstigem Sicherheitsprofil auch über einen langen Zeitraum hinweg für die Patienten möglich“, bestätigte der Experte (5).
 
Auch bei der CRSwNP liegt bei 80% der Betroffenen eine Typ-2-Inflammation vor (6-8). „Da die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten bisher allerdings nur sehr eingeschränkt und keineswegs zufriedenstellend waren, sind wir froh, mit Dupilumab nun erstmals eine vielversprechende Therapieoption für schwere Fälle zu haben“ (9), unterstrich Prof. Dr. med. Martin Wagenmann, Düsseldorf.

Quelle: Sanofi

Literatur:

(1) Gandhi NA et al. Nat Rev Drug Discov 2016; 15: 35-50.
(2) Israel E et al. N Engl J Med 2017; 377: 965-976.
(3) Weidinger S et al. Nat Rev Dis Primers 2018; 4:1.
(4) https://www.leitlinien.de/nvl/asthma (letzter Zugriff am 02.02.2020)
(5) Boguniewicz M et al. Annual Meeting of the American Academy of Allergy, Asthma & Immunology (AAAAI) 2019; San Francisco, CA, USA; February 22-25, 2019.
(6) Kato a et al. J Allergy Clin Immunol 2016; 137: AB285.
(7) Kim DW et al. Allergy Asthma Immunol Res 2017; 9: 299-306.
(8) Bachert C et al. World Allergy Organ J 2014; 7: 25.
(9) Fokkens EJ et al. Rhinology 2020; Suppl. 29: 1-464.


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