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Medizin

28. November 2017 Was tun bei Verdacht auf eine Helicobacter pylori Gastritis?

Viele Patienten, die wegen wiederkehrender, zumeist diffuser Oberbauchbeschwerden den Arzt konsultieren, sind mit dem Magenkeim Helicobacter pylori infiziert. Dies ist zunächst ein Verdacht, der jedoch naheliegt, weil diese Infektion weit verbreitet ist und oft zu eben solchen Beschwerden führt.
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Fachinformation
Die Verbreitung der Helicobacter pylori Infektion in Deutschland wird mit 35-40% Prävalenz beziffert. Somit ist etwa jede dritte Person davon betroffen, doch ist unter Personen mit Migrationshintergrund mit einer noch viel höheren Prävalenz zu rechnen, erklärt Prof. Dr. Stephan Miehlke vom Magen-Darm-Facharztzentrum Eppendorf in Hamburg (1). Die Infektion wird zumeist im Kindesalter durch den engen Kontakt zu infizierten Erwachsenen erworben. Auch der Gletschermann „Ötzi“ war offenbar vor mehr als 5.000 Jahren mit Helicobacter pylori infiziert.

Wer mit dem Magenkeim infiziert ist, hat eine zwei- bis dreifach höhere Wahrscheinlichkeit für Magen-Darm-Beschwerden als ohne Infektion mit dem Magenkeim. Zu den charakteristischen Beschwerden unter einer Helicobacter pylori Infektion zählt Prof. Dr. Miehlke (1) Oberbauchschmerzen, Druckschmerz und Druckgefühl, Übelkeit, auch Aufstoßen. Unbehandelt kann die Infektion chronische Gastritis, Ulzera in Magen und Zwölffingerdarm und gastrointestinale Blutungen auslösen. „Auch bei Karzinomen und Lymphomen des Magens kann H. pylori eine zentrale Rolle spielen“, heißt es im „Weissbuch Gastroenterologische Erkrankungen 2017“ der „Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten“ (DGVS) (2).

Vor jeder Therapie zur Keimeradikation ist der Keim nachzuweisen

Ein Patient mit Helicobacter pylori Infektion lässt sich heute effektiv zur Keimeradikation behandeln. Mit der Keimeradikation können die Beschwerden häufig beseitigt und das Risiko für die Folgekrankheiten massiv gesenkt werden.

Die bloße Annahme einer Helicobacter pylori Infektion, auch wenn sie noch so wahrscheinlich ist, rechtfertigt aber noch keine solche Behandlung. Vielmehr ist vor jeder Therapie die Diagnose zu sichern; dazu ist der Nachweis des Keimes zu führen.

Eine entsprechende Diagnostik zum Keimnachweis kann heute jeder Hausarzt in seiner Praxis mit einem einfachen Laborkit vornehmen – man muss dazu kein Facharzt sein, betont der Gastroenterologe Prof. Dr. Miehlke (1). Viele Hausärzte wissen das nicht und schicken ihre Patienten zum Test auf Helicobacter pylori zum Gastroenterologen. Das kostet den Patienten unnötigen Aufwand und Wartezeiten. Allerdings wird der nicht-invasive Nachweis mittels Atemtest von den gesetzlichen Krankenkassen nur in der Eradikationskontrolle erstattet.

Zur Diagnose-Sicherung soll ein Test gewählt werden, der eine aktuelle Helicobacter pylori Infektion sicher nachweist – dazu zählt die aktuelle „S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit“ (3) als „starke Empfehlung“ den Harnstoff-Atemtest.

Als zuverlässig präzise, sicher und kosteneffektiv hat sich der Harnstoff-Atemtest Diabact® UBT des Unternehmens Kibion (4) bewährt, bestätigt Prof. Dr. Miehlke (1). Dieser Test erreicht zudem eine extrem hohe Sensitivität und Spezifität (5).

Der Diabact® UBT Test wird sehr gut von den Patienten akzeptiert, weil er einfach anzuwenden ist und dazu nur eine kleine Testtablette mit einem Schluck Wasser eingenommen werden muss. Vor der Tabletteneinnahme und 10 Minuten danach muss der Patient je zwei Atemproben in je zwei Röhrchen oder Atemgasbeutel abgeben. Alle Röhrchen bzw. Beutel werden auf dem üblichen Weg zur Analyse an ein Medizinisches Labor geschickt.

Die meisten Medizinischen Labore in Deutschland haben den Helicobacter-13C-Atemtest in ihrem Analysen-Portfolio. Der Test dauert also nur 10 Minuten – für den Patienten aber auch für den Arzt und das Praxispersonal ist das eine hoch geschätzte Zeitersparnis im Vergleich zu anderen und älteren Tests.

Dieser Test ist auch zur Kontrolle des Therapieerfolgs hervorragend geeignet. Eine solche Kontrolle wird von der aktuellen Leitlinie (3) erstmals und dringend empfohlen, weil die Antibiotika zur Keimeradikation wegen zunehmender Resistenzen heute nicht mehr so effektiv wirksam sind wie in der Vergangenheit. Nach Angaben von Prof. Dr. Miehlke lag der Therapieerfolg der Standardtripeltherapie früher bei über 90%; diese Rate ist bis heute auf 50-70% gesunken. Daher wird heute zunehmend die sogenannte Bismut-Quadrupeltherapie eingesetzt.

Quelle: Kibion

Literatur:

(1) Prof. Dr. med. Stephan Miehlke, Gastroenterologe am Facharztzentrum Eppendorf in Hamburg, Arbeitsgruppenmitglied der S2- und S3-Leitlinie „Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit“ der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) 2008-2009 und 2014, in einem Gespräch zum Thema im Juni 2017.
(2) Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten: Weissbuch Gastroenterologische Erkrankungen 2017 – Gegenwart und Zukunft der Versorgung von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Leber und der Bauchspeicheldrüse in Deutschland. Herausgeber: Lerch MM, Lammert F. FRISCHTEXTE Verlag, Herne, 1. Auflage, 2017. ISBN: 978-3-933059-59-8. Online verfügbar unter: www.dgvs.de/dgvs-im-blick/die-dgvs/publikationen (letzter Aufruf: 30.07.2017).
(3) Fischbach W, Malfertheiner P, et al. „S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit“. Online verfügbar unter: www.dgvs.de über das Menü „Wissen kompakt – Leitlinien der DGVS > Helicobacter pylori …“(letzter Aufruf: 30.07.2017).
(4) Diabact® UBT – UBT = Urea Breath Test = Harnstoff-Atemtest. Einzelheiten zum Test online verfügbar unter: www.kibion.se über das Menü „PRODUCT RANGE > Diabact® UBT > Diabact UTB leaflet (oben rechts / PDF)“ (letzter Aufruf: 30.07.2017).
(5) Gatta L, Vakil N, Ricci C, Osborn JF, Tampieri A, Perna F, Miglioli M, Vaira D. A rapid, low-dose, 13 C-urea tablet for the detection of Helicobacter pylori infection before and after treatment Aliment Pharmacol Ther 2003;17:793–798.


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