Dienstag, 21. Mai 2024
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Medizin

Diabetes mellitus im Blickpunkt der Schmerzmedizin

Diabetes mellitus im Blickpunkt der Schmerzmedizin
© H_Ko – stock.adobe.com
Mit einer Prävalenz von etwa 10% in der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland zählt Diabetes mellitus zu den großen Volkskrankheiten (1). Insbesondere bei schlechter Blutzuckerkontrolle leiden Betroffene im Krankheitsverlauf zunehmend unter Schmerzen – etwa aufgrund diabetischer Polyneuropathie, Durchblutungsstörungen oder Phantomschmerzen nach Fußamputation. Der hohen Relevanz dieses Themas im Alltag der Patient:innen und auch im hausärztlichen und schmerztherapeutischen Versorgungsalltag trägt die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V. auf dem diesjährigen Deutschen Schmerz- und Palliativtag Rechnung.

Schmerzen und Diabetes: Hoher Leidensdruck bei den Patient:innen

Diabetes mellitus ist eine der großen Herausforderungen nicht nur in der Schmerzmedizin. Auch in allgemeinärztlichen und internistischen Praxen kommen täglich Patient:innen in die Sprechstunde, die aufgrund der Schmerzen unter einem hohen Leidensdruck stehen“, betont Dr. Johannes Horlemann, Kongresspräsident und Präsident der DGS, Kevelaer. Neben den Schmerzen leiden viele Patient:innen unter Schlafstörungen und daraus resultierender Tagesmüdigkeit, die wiederum Bewegungsmangel mit Gewichtszunahme, einem Rückgang der Knochendichte und einer Verschlechterung der Stoffwechsellage zur Folge haben kann. Ein Abbau der Skelettmuskulatur und Fehlhaltungen können die Schmerzen noch verstärken.

Vernetzte Arbeit bei der Schmerz-Therapie von Diabetes-Patient:innen

Gerade bei fortschreitender Erkrankung kommt es sowohl zu neuropathischen als auch nozizeptiven Schmerzformen. Die Herausforderung der Schmerzmedizin besteht dann darin, frühzeitig und konsequent zu behandeln, um schweren und chronifizierten Verläufen vorzubeugen. „Als Schmerzmediziner:innen können wir Schmerzen behandeln. Bei Menschen mit Diabetes ist aber eine vernetzte Arbeit mit Hausärzt:innen, Diabetolog:innen, Neurolog:innen und auch Orthopäd:innen von zentraler Bedeutung“, so der DGS-Präsident. Denn gerade mit Schmerzen einhergehende Veränderungen des Skeletts und der Gelenke können die Lebensqualität der Patient:innen maßgeblich beeinträchtigen. Psycholog:innen sollten gegebenenfalls ebenfalls mit ins Boot geholt werden.
 
 

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Diabetes muss in der Schmerzmedizin eine größere Rolle spielen als bisher

Im Rahmen der interdisziplinären Versorgung nehmen Fachgesellschaften wie die DGS eine zentrale Rolle ein. Denn unter ihrem Dach sind Vertreter:innen vieler der genannten Fachgruppen vereint. Entscheidend für die Patient:innen ist es jedoch, dass die behandelnden Ärzt:innen vor Ort untereinander gut vernetzt sind. Horlemann lädt Kolleg:innenn verschiedener Fachrichtungen aus seiner Region seit 25 Jahren regelmäßig zu Fallbesprechungen und regionalen Fortbildungen ein. „Diabetes mellitus muss eine größere Rolle spielen als bisher. Und als Versorgergesellschaft ist es uns ein Anliegen, das so wichtige Thema mit dem Curriculum Diabetes und Schmerz in großer Breite auszurollen“, so Horlemann. Neben Schmerzmediziner:innen sollen insbesondere Hausärzt:innen und Internist:innen darin unterstützt werden, die komplexen Zusammenhänge erfassen und in ihren Behandlungsalltag einbinden zu können.

Curriculum Diabetes und Schmerz beginnt im Rahmen des Deutschen Schmerz- und Palliativtages

Das Curriculum, das insgesamt 12 Stunden umfassen wird, beginnt im Rahmen des Deutschen Schmerz- und Palliativtages 2023 mit 4 Stunden und wird auf weiteren DGS-Fortbildungsveranstaltungen im 1. Halbjahr ebenfalls im Online-Format fortgesetzt. Thema des Curriculums sind auch die Behandlung des Burning-Feet-Syndroms und der Umgang mit Gelenk- und Rückenschmerzen, die z. B. durch eine zunehmende Immobilisierung und Adipositas entstehen können. Mit den Curricula „Kopfschmerz“ und „Psychotherapie in Zeiten knapper Ressourcen“ stehen noch 2 weitere zentrale Themen der Schmerzmedizin als Curricula auf der Agenda des Deutschen Schmerz- und Palliativtages.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin

Literatur:

(1) IDF Diabetes Atlas 2021.



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