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Medizin
29. April 2021

Schwere atopische Dermatitis + Komorbiditäten: Therapie mit Dupilumab

Die Atopische Dermatitis (AD) ist eine Erkrankung, bei der auch psychische Faktoren eine große Rolle spielen. Es sind nicht nur Erwachsenen davon betroffen, sondern auch im zunehmendem Maße schon sehr kleine Kinder mit einem Anteil von 10 bis 20%. Mit Dupilumab, einem humanen monoklonalen Antikörper, kann bei schwerer AD bereits ab 6 Jahren eine gezielte Behandlung eingesetzt werden.
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Die Atopische Dermatitis zählt zu den häufigsten entzündlichen Dermatitiden. Der Verlauf der Hauterkrankung ist chronisch bis chronisch- rezidivierend. Bei den Symptomen steht vor allem der Juckreiz im Vordergrund, wobei die Krankheitsschübe immer wieder auftreten und auch die Dauer sowie der Schweregrad sich unterscheiden. Zu den klinischen Symptomen der AD gehören, so Prof. Dr. med. Kristian Reich, Hamburg, eine dauerhafte Entzündung der Haut um die Augen, Einrisse der Ohrläppchen und Lippen  sowie Handekzeme. Auch ein Ekzem der Mamillen kann auftreten.

Diagnostische Unterteilung nach Schweregrad

Die Behandlung der atopischen Dematitis richtet sich nach dem Schweregrad und sollte den internationalen Leitlinien gerecht werden. Eine AD ist als mittelschwer bis schwer dann einzustufen, wenn der EASI-Wert bei 16 oder mehr liegt, der IGA-Wert 3 oder darüber und die Körperoberfläche mit mindestens 10% betroffen ist. Außerdem sollte eine topische Behandlung keine Besserung der Beschwerden erbracht haben.

Komorbiditäten: Rhinusitis, Asthma, Depressionen

Es ist wichtig, so der Referent, dass die Erkrankung gut in den Griff bekommen wird, da die Betroffenen neben der AD noch häufig Komorbiditäten haben. Dazu gehören vor allem die chronische Rhinusitis, Asthma und Lebensmittelallergien. Die Lebensqualität spielt deshalb auch eine große Rolle und diese ist bei starker Betroffenheit erheblich eingeschränkt, sodass Depressionen bis hin zur Suizidalität nicht ungewöhnlich sind.

Keine Wechselwirkung mit anderen Medikamenten

Es liegt bei dieser Erkrankung eine Typ-2-Inflammation zu Grunde, wobei Interleukin-4 und Interleukin-13 eine wichtige Rolle spielen. Sie sind die Schlüsselmediatoren der Typ-2- Inflammation. Dupilumab ( Dupixent®) ist nun der erste und bisher einzige zugelassene, monoklonale Antikörper zur Behandlung der mittelschweren bis schweren AD. Er ist für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen und seit November 2020 auch für Kinder ab 6 Jahren bei einer schweren atopischen Dermatitis. Dupilumab kann den Juckreiz durch einen erheblichen Rückgang der Entzündung  stark verbessern, so Reich, und dadurch gehen auch die Depressionen zurück. Untersuchungen haben auch gezeigt, dass sich gleichzeitig  die chronische Rhinusitis und das allergische Asthma verbessern.

Gut tolerierbare Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen gehören Reaktionen an der Einstichstelle und bei 10 bis 20% tritt eine Konjunktivitis auf, die aber selten zum Abbruch der Behandlung führt. Mit anderen Arzneimitteln sind ebenfalls keine klinisch relevanten Wechselwirkungen aufgetreten.

Michaela Biedermann-Hefner

Quelle: Meet the Expert „Dupilumab bei atopischer Dermatitis. Erfahrungen in der Langzeitbehandlung“, 15.4.2021; Veranstalter: Sanofi Genzyme


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