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Medizin
21. April 2021

Verengte Vena cava schwächt das Herz

Ungefähr die Hälfte des zirkulierenden Blutes wird über die Vena cava inferior, zum Herzen geführt. Bei körperlicher Anstrengung kann dieser Anteil sogar auf Zweidrittel ansteigen. Mit gut 2 cm Durchmesser ist die Vena cava eines der größten Gefäße des Menschen. Bisher herrschte die Auffassung, dass Verengungen der Vena cava durch das Bilden natürlicher Umgehungsgefäße vom Körper kompensiert würden. Eine Studie unter der Leitung von Prof. Nils Kucher, Zürich, konnte nun zeigen, dass auch eine Verengung der Vena cava bei körperlicher Belastung eine Art Herzschwäche auslösen kann. Die Ursache lässt sich jedoch minimalinvasiv behandeln.
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Verengungen der Vena cava sind relativ häufig. Grund dafür sind meist Thrombosen. Andere Ursachen können eine Kompression der Vene aufgrund von Erkrankungen im Bauchraum sein oder in seltenen Fällen eine angeborene Fehlbildung der Vena cava. Therapiert wurden solche Verengungen bisher primär bei Beschwerden in den Beinen wie Schmerzen, Schwellungen oder Hautveränderungen. 
 
KHK: Studienergebnisse zu Stentimplantation vs. Medikamententherapie
© Christoph Burgstedt - stock.adobe.com

Bei Patienten mit einer stabilen Koronaren Herzkrankheit wirkt die optimale medikamentöse Therapie genauso gut wie eine Stentimplantation. Invasive Verfahren gehen allerdings mit einer deutlichen Besserung der Lebensqualität einher. Bei akuten Herzinfarkten ist eine Stentimplantation nach wie vor der Goldstandard und verbessert die Lebenserwartung drastisch.
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Leistungsfähig stark eingeschränkt

In einer Pilot-Studie der Klinik für Angiologie am USZ wurden 17 vermeintlich herzgesunde Patienten mit einer Verengung der Vena cava einem speziellen Leistungstest unterzogen, bei dem die Sauerstoffaufnahme im Blut gezielt gemessen wurde. Bei einer gesunden Person steigt diese unter körperlicher Belastung proportional zur Herzleistung an. Bei Dreiviertel der untersuchten Patienten war die Sauerstoffaufnahme jedoch ungenügend: Im Durchschnitt wurde nur gerade 62% des Sollwertes erreicht. Entsprechend schlechter war die Leistungsfähigkeit der Probanden.

Minimalinvasive Aufweitung zeigt deutliche Verbesserung

Bei allen 17 Patienten wurde anschließend die Verengung der Vena cava mittels Ballonkatheter aufgeweitet und durch Einlage eines Stents behoben. Danach wurden die Funktionstests wiederholt. Mit klarem Resultat: Die Belastbarkeit der Patienten hatte sich deutlich verbessert, die Sauerstoffaufnahme unter voller Belastung lag um 29% höher. Entgegen der verbreiteten Meinung konnte die Studie damit zeigen, dass eine Verengung der Vena cava zu einer Art Herzschwäche mit verminderter Leistungsfähigkeit führt. Dies bestätigten zugleich die subjektiven Berichte von Patienten, die nach einer wegen Beinschmerzen erfolgten Cava-Rekonstruktion über deutlich bessere Belastbarkeit und leichtere Atmung berichtet hatten. Die Studie zeigt: Die minimalinvasive Intervention bietet eine ebenso schonende wie effektive Methode, um diese Art der Herzschwäche zumindest teilweise zu beheben. 

Quelle: Universitätsspital Zürich


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