News | Beiträge ab Seite 268
Hörsturz: Ruhe bewahren
Plötzlich macht ein Ohr dicht, als hätte jemand am Lautstärkeknopf gedreht: "Die meist einseitig auftretende Hörminderung ist typisch für einen Hörsturz", sagt Prof. Gerhard Hesse, Chefarzt des Ohr- und Hörinstituts im hessischen Bad Arolsen und Sprecher des Fachlichen Beirats der Deutschen Tinnitus-Liga. Die Schwerhörigkeit kommt aus dem Nichts, ohne Vorwarnung, "oft morgens direkt nach dem Aufstehen, oft auch in belastenden, stressigen Situationen". Warum das so ist und was genau im Ohr passiert, hat die Wissenschaft bisher nicht herausfinden können. Ob Stress tatsächlich eine Rolle spielt, ist ebenfalls nach wie vor unklar. Ein Hörsturz galt früher als Notfall, mit dem man so schnell wie möglich zum Arzt sollte. Solche Hektik, die schnell in Panik umschlägt, ist laut den aktuellen Empfehlungen nicht notwendig und eher kontraproduktiv - es sei denn, das Ohr ist komplett taub, sagt Hesse.
Streit um Bewertung von Glyphosat-Studien
In der Debatte um die weitere Zulassung des umstrittenen Herbizids Glyphosat in der EU gibt es Streit um die, Bewertung von Studien zu Gesundheitsfolgen. Umweltorganisationen halten Glyphosat für wahrscheinlich krebserregend und erbgutschädigend und werfen deutschen wie europäischen Behörden vor, wichtige Studien nicht beachtet oder falsch bewertet zu haben. Belege dafür wollen die Gruppe Global 2.000 und das privatrechtliche Umweltinstitut München am Donnerstag in Berlin vorlegen.
Regelmäßige Bewegung kann COPD-Patienten vor der Abwärtsspirale bewahren
Zwischen drei und fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden an COPD - einer fortschreitenden chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung, die zu rund 90 Prozent durch langjähriges Rauchen verursacht wird. Typische Symptome sind Husten mit zähem Schleim (Auswurf) und zunehmende Atemnot aufgrund einer chronischen Entzündung und Verengung der Atemwege mit allmählichem Abbau der Lungenbläschen. Infolge der daraus resultierenden Überblähung der Lunge (Lungenemphysem) verliert das Atmungsorgan zunehmend seine Funktion.
AMNOG-Preisverhandlung abgeschlossen: Verordnungs- und Erstattungsfähigkeit von Dulaglutid langfristig gewährleistet
Als letzte Instanz im AMNOG-Verfahren hat die Schiedsstelle einen Erstattungsbetrag für den 1x wöchentlichen GLP-1-Rezeptor-Agonisten Trulicity® (Dulaglutid) festgelegt. "Wir freuen uns sehr, die Versorgung von Menschen mit Typ-2-Diabetes mit Trulicity® sicherstellen zu können", so Nils Hartmann, Direktor Diabetes der Lilly Deutschland GmbH. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte dem GLP-1-Rezeptor-Agonisten Dulaglutid im Juli 2015 einen geringen Zusatznutzen in der Kombination mit prandialem Insulin* gegenüber einer intensivierten konventionellen Therapie (ICT) bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes bescheinigt. Im Indikationsgebiet Typ-2-Diabetes ist Trulicity® somit eine der wenigen Behandlungsoptionen, für die bisher ein Zusatznutzen anerkannt wurde.
Verbesserte Kommunikation nach Operationen für mehr Patientensicherheit im Krankenhaus
Damit die Teamarbeit im Operationssaal und auf der Intensivstation gelingt, ist eine klare Kommunikation zwischen den beteiligten Ärzten und Pflegekräften notwendig. Um die Zusammenarbeit innerhalb des medizinischen Personals zu verbessern, hat die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) aktuelle Empfehlungen zu einer strukturierten Patientenübergabe nach Operationen herausgegeben (1).
Neuropathie: Wirkstoff Parthenolide aus Mutterkraut zur Nervenregeneration?
Ein Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Dietmar Fischer, Universitätsklinikum Düsseldorf, identifiziert einen Inhaltsstoff aus der Heilpflanze Mutterkraut, mit dem das Nachwachsen von geschädigten Nervenfasern bei Mäusen erheblich beschleunigt und verbessert werden kann. Die Forschungsergebnisse wurden in Journal of Neuroscience veröffentlicht und könnten von großer klinischer Bedeutung sein. Fast 8% der über 55-Jährigen in den Industrieländern sind von peripheren Neuropathien, das heißt Schädigung der Nerven vor allem in Beinen und Armen betroffen.
Yoga: Behandlungsoption auch bei psychischen Störungen
In einer Metaanalyse werteten Jenaer Psychologen Studien zur Wirksamkeit von körperorientiertem Yoga bei psychischen Störungen aus. Ihr Fazit: Mit Atem- und Körperübungen als zentrale Bestandteile stellt diese Form von Yoga einen vielversprechenden ergänzenden Ansatz in der Behandlung psychischer Störungen dar.
Hyperhidrose: Methantheliniumbromid in der gynäkologischen Praxis erstattungsfähig
Mit der Zulassung von VAGANTIN® RIEMSER (Methantheliniumbromid) wird die Therapie der primären axillären Hyperhidrose erstattungsfähig (1). Der seit über 50 Jahren in der Therapie der Hyperhidrose bewährte Wirkstoff kann dadurch Patientinnen, die an einer primären, axillären Hyperhidrose leiden, auf Kassenrezept verordnet werden. Das systemisch wirkende, hormonfreie Anticholinergikum eignet sich sowohl zur Bedarfs- als auch Dauertherapie und erhöht die Lebensqualität der Patientinnen.
Komplementsystem an immunvermittelter Epilepsie beteiligt
Am Krankheitsverlauf einer immunvermittelten Epilepsie ist das Komplementsystem unseres Immunsystems mitbeteiligt. Bei dieser wirkt das Immunsystem gegen Teile der eigenen Gehirnzellen und verursacht Schädigungen, die in epileptischen Anfällen resultieren können. Diese Schlussfolgerung legt eine vor Kurzem publizierte Einzelfallstudie nahe, die im Rahmen eines vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützten Projekts durchgeführt wurde – und die wertvolle Erkenntnisse für die gezielte Behandlung des Patienten liefern konnte.
EUROFORUM-Jahrestagung zu Biosimilars: Switches und fehlende Registerdaten
Im Rahmen der EUROFORUM-Jahrestagung „Biosimilare Antikörper in der Rheumatologie - Chancen und Herausforderungen für das Gesundheitssystem“ in Berlin wurde eine strenge Überwachung des Wirk- und Sicherheitsprofils von biologischen Nachahmerprodukten, sogenannten Biosimilars, auch nach der Marktzulassung gefordert. Switches von Original-Biologika auf Biosimilars sollten vermieden werden, so die Kernforderungen von Experten. Denn monoklonale Antikörper, wie sie in der Immunologie eingesetzt werden, zählen zu den derzeit komplexesten Biologika (1). Da exakte Kopien bei Biologika ausgeschlossen sind (2), rät Prof. Dr. Franz Hartmann, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie am Agaplesion Medizinisches Versorgungszentrum, Frankfurt am Main, bei diesen Medikamenten nur zu einem Wechsel bei laufender Therapie, wenn dieser medizinisch begründet ist. Zum Aspekt der Extrapolation von Studiendaten äußerte er Bedenken.
Neue GOÄ auf Eis: Freie Ärzteschaft fordert Revision des Gesamtkonzepts und Unterstützung beim Inflationsausgleich
Die Freie Ärzteschaft (FÄ) begrüßt die Entscheidung der Bundesärztekammer (BÄK), die neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) auf Eis zu legen. "Angesichts der massiven begründeten Kritik an der bisherigen Konzeption der GOÄneu ist das ein längst überfälliger Schritt", sagte FÄ-Vorsitzender Wieland Dietrich am Freitag in Essen.
Modifizierte Gallensäure nor-UDCA - Durchbruch in der Behandlung der primär sklerosierenden Cholangitis?
Einen entscheidenden Fortschritt erwartet Prof. Dr. Michael Trauner, Wien, in der Therapie der primär sklerosierenden Cholangitis (PSC) durch den Einsatz der modifizierten Gallensäure nor-UDCA. Vielversprechende Daten einer Phase-II-Studie werden in Kürze in einer Late-breaking-Session auf dem diesjährigen Internationalen Leberkongress der EASL in Barcelona präsentiert. „Wir glauben, dass dies ein Durchbruch in der Behandlung der PSC sein könnte“, so Trauner auf einem Pressegespräch im Rahmen des Symposiums 201. Auch für Patienten mit Fettleber oder mit einer primär biliären Cholangitis* (PBC), die nicht auf die Standardtherapie mit UDCA ansprechen, könnte nor-UDCA eine Option sein. Ein neuer Therapieansatz wird auch bei Colitis ulcerosa verfolgt. Retardiertes Phosphatidylcholin wirkt gezielt gegen die Störung der intestinalen Barriere, die inzwischen als zentrale pathophysiologische Ursache der Colitis ulcerosa gilt.
Blockade von IL-8 verhindert Invasion von Entzündungszellen in die Leber
Fortgeschrittene, alkoholbedingte und oft lebensbedrohliche Lebererkrankungen könnten schon bald effektiv behandelt werden. Das belegt eine neue Forschungsarbeit des Teams um den Innsbrucker Gastroenterologen Univ.-Prof. Dr. Herbert Tilg. Die Blockade des körpereigenen Botenstoffs Interleukin-8 (IL-8) mittels synthetisch hergestellter Pepducine könnte demnach den entzündlichen Prozess der alkoholischen Fettlebererkrankung stoppen und die mit der Erkrankung verbundene hohe Mortalität senken.
Aufklärungskampagne zur pneumokokken-bedingten Lungenentzündung
"Unverhofft kommt oft“: So heißt die neue Aufklärungskampagne des Pharmaunternehmens Pfizer, welche bundesweit auf die durch Pneumokokken verursachte Lungenentzündung aufmerksam macht. Insbesondere Menschen über 60 Jahre und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, COPD, Diabetes oder chronischen Herzerkrankungen sind gefährdet, an dieser Infektionskrankheit zu erkranken, die schwerwiegend verlaufen kann. Um Ärzte bei der Aufklärung ihrer Patienten über Risikofaktoren für die Erkrankung und ihre Folgen zu unterstützen, stellt Pfizer im Rahmen der Kampagne Broschüren und Wartezimmerposter für Arztpraxen und Apotheken zur Verfügung.
Krebsfrüherkennung: Wann welche Untersuchungen anstehen
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für einige Untersuchungen zur Krebs-Früherkennung. Denn wenn eine Erkrankung früh erkannt wird, sind die Heilungschancen in der Regel sehr viel besser. Darauf weist die Deutsche Krebsgesellschaft hin. Hier eine Übersicht, wer ab welchem Alter welche Ansprüche hat:
Mit neuem und ungewöhnlichem Muttermal besser zum Hautarzt gehen
Wenn man einen neuen und ungewöhnlich aussehenden Leberfleck entdeckt, sollte man damit zum Hautarzt gehen. Gleiches gilt, wenn ein Muttermal wächst oder sich optisch verändert. Denn das können Anzeichen für schwarzen Hautkrebs sein, warnt der Berufsverband Deutscher Dermatologen.
DGOU: Babyboomer kommen in die Jahre und lassen Patientenzahlen ansteigen
Die Zahl der Patienten in der Orthopädie und Unfallchirurgie wird durch den demografischen Wandel bis 2050 erheblich steigen. Experten rechnen bei den Volkskrankheiten Arthrose und Osteoporose mit einem Anstieg um 18% bzw. 25%.(1) Wie dieser Anstieg bewältigt und der gewohnte Versorgungsstandard gehalten werden kann, diskutieren derzeit Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) intensiv mit Experten aus dem Gesundheitssystem. Zwei Szenarien möchte die DGOU verhindern: Lange Wartezeiten auf Behandlungs- und OP-Termine und später einen Ärzteüberschuss, wenn die geburtenschwachen Jahrgänge die geburtenstarken Jahrgänge 1955 bis 1969, also die Babyboomer, ablösen.
Nachrichtenverbreitung in Sozialen Medien: Facebook bleibt Marktführer
Worüber spricht das Web, welche Nachrichten werden am häufigsten geteilt und über welche Plattformen? Mit diesen Fragen befasst sich ein Forscherteam der Technischen Universitäten Darmstadt und Dresden in einer Langzeitstudie. Die Zahl der Nachrichten-Empfehlungen steigerte sich gegenüber dem Vorjahr um etwa 48%. Der Tenor in den Sozialen Medien ist ernster geworden. Beherrschende Themen: Skandale, die Anschläge von Paris und die Flüchtlingsfrage.
Absatz der „Pille danach“ seit Sommer 2015 stabil
Um die Rezeptfreiheit der "Pille danach" gab es heftige Diskussionen. Die Nebenwirkungen könnten gerade für junge Frauen und Mädchen erheblich sein, kritisierten die Gegner der Freigabe damals. Ein Jahr nach der Freigabe geben die Apotheker Entwarnung. Mit der Rezeptfreiheit der "Pille danach" ist die Nachfrage zwar deutlich gestiegen, hat sich aber rasch auf diesem Niveau eingependelt.
Gesamtbelastung durch Arsen in Lebensmitteln insgesamt zu hoch
Neue Studien zeigen, dass die Gesamtbelastung durch Arsen in Europa insgesamt zu hoch ist. Nicht nur Reis, sondern auch andere Lebensmittel sind mit Arsen belastet. Daher mahnt die Beratungskommission der Gesellschaft für Toxikologie verbesserte Regulationen zum Schutz der europäischen Bevölkerung und speziell von Kleinkindern an.