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Beamtenlaufbahn: Verbeamtung bei Diabetes ist grundsätzlich möglich
Wer eine Beamtenlaufbahn anstrebt, muss unter anderem zunächst eine Gesundheitsprüfung durchlaufen. Die örtlichen Gesundheitsämter untersuchen Anwärter auf ihre Tauglichkeit. Stellt der Amtsarzt gesundheitliche Einschränkungen fest, die erwarten lassen, dass der Anwärter während seiner Laufbahn dienstunfähig werden könnte, kann eine Verbeamtung abgelehnt werden. So entschied Ende Januar das Oberverwaltungsgericht Münster, dass eine Verbeamtung eines Diabetes-Patienten aufgrund des hohen Risikos für Folgeerkrankungen verweigert werden kann. Trotzdem können Menschen mit Diabetes oder anderen chronischen Krankheiten grundsätzlich auch eine Verbeamtung erreichen. Um die hohe Hürde der Gesundheitsprognose zu meistern, rät die "Deutsche Diabetes-Hilfe Menschen mit Diabetes" (DDH-M) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) Betroffenen, sich vorab um die Feststellung einer Schwerbehinderung zu bemühen.
Studienerfolg nicht nur von IQ abhängig
Zu Beginn des neuen Semesters in Australien hält Lea Waters, Professorin an der pädagogischen Fakultät der University of Melbourne, eine gute Nachricht für Studierende bereit. Denn tatsächlich hat man mehr Einfluss auf den Verlauf seines Studiums, als man glaubt. "Viele sind der Meinung, dass Studienerfolg allein auf Intelligenz zurückzuführen ist. Neue Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass der akademische Erfolg ebenso von persönlicher Stärke und einer positiven Einstellung beeinflusst wird", erklärt die Expertin auf dem Gebiet der positiven Psychologie. Ihrer Meinung nach sind Hoffnung, Selbstkontrolle und Neugierde bereits die halbe Miete für ein erfolgreiches Studium.
Sozialgericht lehnt einstweiligen Rechtsschutz ab: Bestandsmarktaufruf geht weiter
Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg (LSG) hat heute entschieden, keinen einstweiligen Rechtsschutz gegen eine Nutzenbewertung eines Medikamentes zu gewähren, das bereits vor dem Inkrafttreten des AMNOG im Jahre 2011 auf dem Markt war. Dazu erklärt vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer: "Unkenrufe, die aus einem einzelnen Gerichtsverfahren gleich ein Scheitern des AMNOG abgeleitet haben, sind damit überholt. Nach Ablehnung einstweiligen Rechtsschutzes können anstehende Fragen im Hauptsacheverfahren detailliert geklärt werden. Der voreilige Ruf nach dem Gesetzgeber ist hinfällig. Gleichwohl sollte der G-BA den deutlichen Hinweis des Gerichtes ernst nehmen und seine Beratungspraxis am Grundsatz des fairen Verfahrens ausrichten."
Gemeinsame Festbetragsgruppen für Humaninsuline und moderne Insuline: GBA-Festbetragsbeschluss für Novo Nordisk nicht nachvollziehbar
Nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 21. Februar 2013 soll es künftig gemeinsame Festbetragsgruppen für Humaninsuline und moderne Insuline (so genannte Insulinanaloga) geben. "Mit seiner Entscheidung erkennt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die in klinischen Studien nachgewiesenen patientenrelevanten Vorteile von modernen Insulinen gegenüber Humaninsulin erneut nicht an", sagt Camilla Sylvest, Geschäftsführerin von Novo Nordisk. "Etwa eine Million Menschen mit Diabetes in Deutschland profitieren täglich von dem optimierten Wirkprofil, der verbesserten Sicherheit und der einfacheren Handhabung moderner Insulintherapien. Gemeinsame Festbetragsgruppen für moderne Insuline und Humaninsuline werden diesen Vorteilen nicht gerecht", so Sylvest.
Die Verschlechterung der Nierenfunktion anwendungssicher und wirksam mit Azidosetherapeutika bremsen
In Deutschland sind derzeit etwa 70.000 Patienten dialysepflichtig. Zu den Hauptursachen für eine Niereninsuffizienz gehören Diabetes mellitus und arterielle Hypertonie. Die sich bei vielen Patienten entwickelnde chronische metabolische Azidose ist einer der bedeutsamsten Progressionsfaktoren. Aktuelle Arbeiten betonen erneut diesen Aspekt.
Neurologen weisen Veränderungen im Gehirn durch Sport nach
Mediziner der Universität Bochum haben entdeckt, dass Leistungssportler mehr graue Substanz in bestimmten Hirnregionen haben als Nichtsportler. Ob das möglicherweise die Leistung des Arbeitsgedächtnisses steigert, also die Fähigkeit, Informationen schnell zu verarbeiten und Entscheidungen zu treffen, wollen die Wissenschaftler mit weiteren Untersuchungen prüfen. Ihre detaillierten Ergebnisse stellen sie auf der 57. wissenschaftlichen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung vor, die vom 21. bis zum 23. März in Leipzig stattfindet.
Darmkrebs zeigt bei Maus und Mensch übereinstimmende epigenetische Muster
Die epigenetische Untersuchung von Mäusen kann daher zur Früherkennung von Krebserkrankungen beim Menschen beitragen. Bei der Entstehung von Tumoren kommen Mutationen im Erbgut mit einer weiteren Art von Modifikationen zusammen, den epigenetische Veränderungen. So können bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz DNA durch Anheften von kleinen chemischen Gruppen - sogenannten Methylgruppen - verändert und so Gene aktiviert oder stillgelegt werden. In welcher Reihenfolge diese Veränderungen im Laufe der Tumorentwicklung auftreten, war bisher ein Rätsel. Wissenschaftler vom Berliner Max-Planck-Institut für molekulare Genetik haben nun in jungen Darmtumoren von Mäusen ein Muster aus rund 13.000 epigenetischen Veränderungen identifiziert, in denen sich die Krebszellen von gesunden Zellen unterscheiden. Große Teile dieses Musters entdeckten sie auch in menschlichem Krebsgewebe, was Hoffnungen für neue Möglichkeiten in der Früherkennung weckt.
Hirnforschung: Erinnerungen kommen schneller als gedacht
Das Gehirn kann Erinnerungen schneller abrufen als bislang angenommen. Das hat ein Forscherteam um den Magdeburger Neurowissenschaftler Emrah Düzel bei einem Gedächtnistest mit 31 Probanden festgestellt. Diese sollten zuvor gezeigte Wörter identifizieren. Deutlich weniger als eine halbe Sekunde nach dem erneuten Erscheinen eines Begriffs setzte bei den Versuchsteilnehmern der Erinnerungsprozess ein. Bisherige Untersuchungen hatten auf eine längere Reaktionszeit hingedeutet. Die Studie ist in der renommierten Fachzeitschrift „Current Biology“ erschienen.
Virtueller Seziertisch für Heidelberger Medizinstudenten
In den Präpariersälen des Instituts für Anatomie der Universität Heidelberg verhelfen jetzt zwei "Virtuelle Seziertische" Medizinstudenten zu einer besseren Orientierung im menschlichen Körper: Die High-Tech-Geräte der Firma Anatomage Inc. zeigen die lebensgroße, dreidimensionale Darstellung eines Menschen, die an beliebigen Stellen geschnitten und - anders als bei der realen Präparation - von allen Seiten betrachtet werden kann. Die verschiedenen Organe lassen sich isoliert oder mit anderen Strukturen zusammen darstellen. Die Medizinstudenten erhalten so, parallel zum Präparieren der Leichen, am tischgroßen, horizontalen Bildschirm einen hervorragenden Überblick über die Lage von Organen, Blutgefäßen oder Nervenfasern. Zum Einsatz kommen die virtuellen Seziertische als Ergänzung im Präparierkurs und bei Tutorien.
Diarrhö: Therapie mit hochdosierten Lactobazillen überzeugt Apotheker
Eine große Mehrheit der Apotheker wollen mit Probiotika wie Lacteol® die Krankheitsursachen einer Diarrhö behandeln - und nur rund 12% plädieren für eine rein symptomatische Therapie z. B. mit Motilitätshemmern wie Loperamid. Und die meisten Pharmazeuten sind überzeugt: Lacteol® ist sehr gut verträglich und bildet einen effektiven Biofilm aus, der die Adhäsion pathogener Keime an der Darm-Mukosa hemmt. Aus diesen Gründen schnitt Lacteol® unter marktüblichen Antidiarrhoika am besten ab und wurde mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Zu diesem Ergebnis kam kürzlich eine Umfrage des „Apotheken-Wirtschaftsdienstes“ (AWD), der 1200 Apotheken befragt hatte.
Film: „Vorsicht Operation“
In keinem Land der Welt werden so viele künstliche Knie- und Hüftgelenke eingesetzt und so viele Herzkranzgefäße aufgedehnt wie in Deutschland. Rückenoperationen werden hierzulande drei mal so häufig durchgeführt wie in England und doppelt so häufig wie in Frankreich. Rund 15 Millionen stationäre Eingriffe haben die Deutschen letztes Jahr hinter sich gebracht. Das tut weh. Den Patienten, aber auch den Krankenkassen, deren Ausgaben für Operationen jedes Jahr einen neuen Rekordwert erreichen.
BPI zu Lieferengpässen: „Herr Lauterbach - Nur Sachlichkeit hilft“
Zu den Forderungen des SPD-Politikers Karl Lauterbach erklärt der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie: In Zusammenhang mit den derzeit diskutierten Lieferengpässen wird der Eindruck erzeugt, es handele sich um durch die Industrie absichtlich herbeigeführte Probleme.
Ernährungsmediziner: „Mit Armut etabliert sich versteckter Hunger in Deutschland“
Der Schattenbericht der Nationalen Armutskonferenz offenbart: Auch in Deutschland entwickelt sich wieder Armut. Oft unbemerkt, doch eng damit verbunden etabliert sich damit auch ein versteckter Hunger in Form von Fehl- und Mangelernährung, warnt der Ernährungsmediziner Prof. Dr. Hans Konrad Biesalski von der Universität Hohenheim. "Der Tagessatz von Hartz IV für Ernährung reicht nicht aus, um ein Kind gut zu ernähren. Die Folgen tragen Menschen und Gesellschaft ein Leben lang. Der Wissenschaftler fordert deshalb unentgeltliches, hochwertiges Essen in Kindertagesstätten und Schulen.
Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung
Zur Diagnostik und Therapie komplexer, schwer therapierbarer Krankheiten, die eine spezielle Qualifikation, interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie besondere Ausstattungen erfordern, wurde der neue Paragraph 116b SGB V im Rahmen des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes eingeführt. Er soll ein reibungsloseres Ineinandergreifen von stationärer und ambulanter Versorgung gewährleisten und schrittweise diese Sektoren verbinden. Auch wenn die Politik Druck macht, lassen sich die Detailfragen nicht in dem vorgegebenen Zeitfenster klären.
Elektronische Zigarette auf dem Prüfstand
Sind E-Zigaretten schädlich für den Konsumenten? Dies ist bislang nicht geklärt. Noch schwerer einzuschätzen ist die Gefahr für Umstehende. Welche und wie viele Inhaltsstoffe atmen die Elektroraucher aus? Eine neue Studie bringt Licht ins Dunkel.
Patientenrisiko Chefarzt-Boni - Unnötige OPs in der Kritik
Kann man Ärzten trauen, wenn sie zur Operation raten? Reihenweise sollen Menschen unters Messer kommen, damit Ärzte und Kliniken Einnahmen machen. Hinter den Kulissen tobt ein Kampf darüber.
Hämoglobin-Spray zur Behandlung chronischer Wunden
Chronische Wunden sind ein echtes Sorgenkind der Medizin. Trotz guter Versorgung leben in Deutschland mehrere Millionen Menschen mit chronischen Wunden, die zum Teil über Jahre oder gar Jahrzehnte bestehen. Offenbar reichen bei vielen Patienten herkömmliche Verfahren wie etwa die feuchte Wundbehandlung - der derzeitige Goldstandard - nicht aus, um langfristig eine Besserung zu erreichen. Wie eine Studie der Dermatologischen Klinik der Prager Karls-Universität zeigt, konnte das Hämoglobin-Spray Granulox signifikante Behandlungserfolge im Vergleich zur Placebo-Gruppe erzielen. Bei der Studie handelte es sich um eine monozentrische prospektive, kontrollierte, randomisierte einfach-verblindete Studie. Insgesamt 72 Patienten mit chronischem Ulcus cruris, der im Durschnitt seit zwei Jahren bestand, wurden in die Studie eingeschlossen - und in zwei Gruppen aufgeteilt.
Prozess um schädliche Brustimplantate wird noch lange dauern
Im Prozess um gesundheitsschädliche Brustimplantate verkündete das Landgericht Karlsruhe am Freitag nur eine Zwischenentscheidung - juristisch ist die Lage vertrackt. Doch die Klägerin hat schon einen Grund, sich zu freuen.
Medikamentenüberdosis durch Grapefruits möglich
Eine halbe Grapefruit zum Frühstück ist nicht ratsam, wenn man bestimmte Medikamente einnimmt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der University of Western Ontario. Die Interaktion zwischen Frucht und Medikamenten könnte zu einer ungewollten Überdosis führen. Das Team um David Bailey analysierte die Packungsbeilagen verschiedener Medikamente auf Hinweise nach möglichen Auswirkungen. Bailey fand heraus, dass es bei 85 Medikamenten bekannt ist, dass es zu Wechselwirkungen mit Grapefruits kommen kann. Bei 43 Mitteln kann es sogar zu schweren Nebenwirkungen kommen. Die Anzahl der betroffenen Medikamente ist seit 2008 durch die Einführung neuer Präparate um 24% angestiegen (und umfasst vor allem Tyrosinkinaseinhibitoren, Antibiotika, Statine, ACE-Hemmer und Immunsuppressiva, Anm. d. Red.).
Brüssel hat offiziell neuen Gesundheitskommissar
Brüssel hat einen neuen EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz. Der Malteser Tonio Borg wurde am Mittwoch offiziell ernannt.