News | Beiträge ab Seite 303
TK schützt Versicherte vor hohen Zahlungen in spanischen Kliniken und Praxen
Deutsche Urlauber stehen in spanischen Arztpraxen und Kliniken häufig vor einem Problem: Immer wieder wird dort die europäische Gesundheitskarte (EHIC) nicht akzeptiert. Deshalb müssen Touristen eine Notfallbehandlung dort oft bar bezahlen - und das kann sehr teuer werden.
Rituximab zugelassen als „2-Stunden-Infusion“
MabThera® (Rituximab Roche, RTX) in Kombination mit Methotrexat (MTX) ist seit 2006 für die Behandlung der schweren aktiven rheumatoiden Arthritis (RA) zugelassen. Neu ist nun eine Zulassungserweiterung für eine verkürzte Folgeinfusion über zwei Stunden, so dass Rituximab deutlich schneller appliziert werden kann (1). Davon profitieren sowohl Ärzte als auch Patienten, denn dies kann eine bis zu 53 prozentige Zeitersparnis mit sich bringen. Die Zulassungserweiterung macht die B-Zell-gerichtete Therapie praktikabler für den Praxisalltag - und dies bei vergleichbarer Verträglichkeit (2).
Lebensmittelkeim gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Ein Darmkeim, der eigentlich Lebensmittelvergiftungen auslöst, könnte zukünftig in der Krebstherapie eingesetzt werden: Das Bakterium Clostridium perfringens sondert einen Giftstoff ab, die Hülle von Tumorzellen durchlöchert und diese so zerstört. Berliner Wissenschaftler untersuchen derzeit die Wirksamkeit des Bakteriengiftes gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit 240.000 Euro.
Forscher finden Wirkstoff gegen den Krankenhauskeim Pseudomonas aeruginosa
Kein Zugang für Bakterien: Wissenschaftlern der Universität Freiburg ist es gelungen, dem Krankenhauskeim Pseudomonas aeruginosa mit einem Zuckerwirkstoff den Eintritt in Wirtszellen zu verwehren. Dr. Thorsten Eierhoff und Juniorprofessor Dr. Winfried Römer vom Institut für Biologie II, Mitglieder des Exzellenzclusters BIOSS Centre for Biological Signalling Studies der Universität Freiburg, haben in Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Nicolas Winssinger von der Universität Genf/Schweiz und Dr. Anne Imberty von der Universität Grenoble/Frankreich einen Zuckerkomplex identifiziert, der das Bakterienprotein LecA bindet. Dieses Protein ermöglicht es dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa, in menschliche Lungenzellen einzudringen. Die Forscherinnen und Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Angewandte Chemie".
Plaque-Marker sPLA2-IIA: Risikopatienten für Schlaganfall und Herzinfarkt identifizieren und überwachen
Die sezernierte Phospholipase A2-IIA (sPLA2-IIA) ist ursächlich an der Entstehung von Atherosklerose-Plaques beteiligt. Erhöhte Werte zeigen unabhängig von anderen Risikofaktoren ein hohes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall an. Mit der schnellen patientennahen Messung der sPLA2-IIA lassen sich Risikopatienten identifizieren und überwachen sowie die Wirksamkeit therapeutischer Interventionen prüfen.
Schwerstbehinderte haben Anspruch auf Dauerassistenz zu Hause
Benötigt ein Schwerstbehinderter eine Dauerassistenz, um in der eigenen Wohnung zu leben, muss der Sozialhilfeträger dies bezahlen. Dies hat in einem Eilverfahren das Sächsische Landessozialgericht (Az.: L 8 SO 132/13 B ER) entschieden, wie die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilt. Das Sozialrecht sehe den Vorrang ambulanter Leistungen vor stationären Leistungen im Heim vor.
Packungsgrößenumstellung bei Palexia retard: 4 Tabletten mehr in N1 und N2
Palexia® retard kann von Anfang an eine wirksame und verträgliche Therapieoption zur Behandlung starker chronischer Schmerzen sein. Seit Anfang Juni bietet Grünenthal bei allen Wirkstärken von Palexia® retard die Packungsgrößen 24 (N1) und 54 (N2) statt vorher 20 und 50 aus. Das bedeutet für den Patienten: mehr Tabletten bei gleicher Zuzahlung. Die Aktualisierung der Arzneimitteldatenbanken in den Arztinformationssystemen erfolgt ab dem 1.7.2014. In der Übergangsphase sind alle Packungsgrößen verfügbar.
Anspruch auf Pflegehilfe auch während Krankenhausaufenthalts
Auch während eines stationären Krankenhausaufenthalts kann ein Pflegebedürftiger Anspruch auf eine Pflegehilfe haben. Voraussetzung ist, dass die angestellten Pfleger im Krankenhaus diesen Pflegeaufwand nicht leisten können. Die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) informiert über eine Grundsatzentscheidung des Sozialgerichts München (Az.: S 32 SO 473/10).
Palliativmediziner fordern bessere Versorgung in Pflegeheimen
Die Sterbebegleitung in Pflegeheimen ist Experten zufolge noch lange nicht optimal. Ein Grund sei die Vergütung: Die Palliativversorgung in Hospizen werde von der Sozialversicherung weit besser honoriert, kritisiert die Deutsche Stiftung Patientenschutz.
Ärzte beziehen Patienten zu wenig in Therapieentscheidungen ein
Viele Patienten wollen die Entscheidung, welche Therapie für sie die richtige ist, nicht allein ihrem Arzt überlassen. Wunsch und Realität klaffen allerdings auseinander: Während 55 % der Patienten in die Wahl zwischen verschiedenen Therapiealternativen einbezogen werden wollen, wurden 58 % von ihrem Arzt noch nie vor Alternativen gestellt. Dies ist das Ergebnis einer Befragung von knapp 12.800 Patienten im Rahmen des Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung und der BARMER GEK.
ATS 2014 - COPD: Erste Phase-III-Daten zeigen zusätzlichen Effekt der Fixdosiskombination aus Tiotropium und Olodaterol auf die Lungenfunktion gegenüber Tiotropium
Boehringer Ingelheim hat die ersten Phase-III-Daten zur einmal täglich zu inhalierenden Fixdosiskombination aus Tiotropium und Olodaterol bekannt gegeben. VIVACITO™ ist eine 6-wöchige Phase-III-Studie im cross-over Design, die die Fixdosiskombination aus Tiotropium und Olodaterol (T+O FDK) mit den Monotherapien Tiotropium oder Olodaterol sowie Placebo verglichen hat. In der Studie zeigte sich, dass mit der T+O FDK bei COPD-Patienten die Lungenfunktion (FEV1-Wert) auf ein Niveau verbessert werden kann, das signifikant über den Werten einer Tiotropium- bzw. Olodaterol-Monotherapie oder Placebo liegt. Die Studie bei Patienten mit einer mittelschweren bis schweren chronisch obstruktiven Atemwegserkrankung (COPD) wurde auf der Jahrestagung der American Thoracic Society (ATS) 2014 in San Diego erstmals vorgestellt. Weitere Daten aus dem Phase-III-Studienprogramm TOviTO™ zu der T+O FDK werden im Laufe des Jahres erwartet. Diese könnten die Datenlage zur Wirksamkeit und Sicherheit der Fixdosiskombination aus Tiotropium und Olodaterol weiter untermauern und zeigen, wie die Patienten in ihrem täglichen Leben von der Verbesserung der Lungenfunktion profitieren können.
Asthma- und COPD: Patienten haben wieder Zugang zu innovativem Inhalator
Hexal kann jetzt Patienten in Deutschland eine Atemwegstherapie mit einem neuen innovativen und wirtschaftlichen Inhalator ermöglichen. GlaxoSmithKline hat seine einstweilige Verfügung (EV) vor dem Oberlandesgericht Köln zurückgezogen, die Vermarktung, Vertrieb und Auslieferung des neuen Hexal-Atemwegspräparats Airflusal® Forspiro® zeitweilig verhindert hat. Die von GlaxoSmithKline erwirkte EV bezog sich im Wesentlichen auf die lila Farbe des Inhalators.
Sanofi bestätigt die Marktrücknahme - Lixisenatid bleibt nach dem Schiedsspruch nicht verfügbar
Sanofi gab das Ergebnis der Preisverhandlungen zum Erstattungsbetrag von Lyxumia® (Lixisenatid) in Deutschland bekannt. Die Schiedsstelle hat am 18. Juni 2014 einen neuen Erstattungsbetrag für die Vermarktung von Lixisenatid in Deutschland festgesetzt. Auf Basis dieser Entscheidung wird Sanofi den Vertrieb von Lixisenatid in Deutschland nicht wieder aufnehmen. Der Schiedsstelle war angerufen worden, nachdem der Spitzenverband Bund der Krankenkassen und Sanofi ihre Preisverhandlungen zu Lixisenatid ohne Konsens beendet hatten.
Deutsche Diabetes Gesellschaft kritisiert IQWiG-Bericht: „Kombination Dapagliflozin plus Metformin hat klaren Zusatznutzen“
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat in einer Stellungnahme an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) den Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zur Bewertung der Fixdosiskombination von Dapagliflozin mit Metformin als nicht akzeptabel zurückgewiesen. Das IQWiG war zum Ergebnis gekommen, dass für diese Tablettenkombination kein therapeutischer Zusatznutzen belegt sei. "Es ist aber wissenschaftlich unbestritten, dass bei einer Dapagliflozin-Therapie weniger schwere Unterzuckerungen auftreten als etwa bei Sulfonylharnstoffen", erklärt Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel, Präsident der DDG. "Hinzu kommt, dass bei einer Fixdosiskombination nur noch eine einzige Tablette eingenommen werden muss, was die Therapietreue erhöht." Erneut habe das IQWiG eine kritikwürdige Bewertung aufgrund praxisferner, formaler Kriterien abgegeben, so Siegel.
Benignes Prostatasyndrom (BPS): Tadalafil 5 mg täglich bei BPS ab jetzt erstattungsfähig
In der Therapie des benignen Prostatasyndroms (BPS) hat sich etwas Wichtiges getan: Ab sofort ist für Patienten mit BPS die Konstanztherapie mit Tadalafil (Cialis® 5 mg täglich) durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erstattungsfähig (1). Laut Dr. Richard Berges, Facharzt für Urologie aus Köln, stellt diese Entscheidung eine deutliche Verbesserung der Behandlungssituation für Patienten mit BPS dar: „Ich freue mich sehr über die Änderung der Arzneimittel-Richtlinie. Aus meiner Sicht war diese Änderung lange überfällig.“
Illegale und gefälschte Arzneien: Warnung vor dem Wunderpulver
Ein bräunliches Pulver, abgepackt zu Tagesdosen in kleinen Faltbriefchen und natürlich ohne Beipackzettel: Mit diesem angeblich rein pflanzlichen Wundermittel hatte sich vor kurzem eine Frau an Professorin Ulrike Holzgrabe, Inhaberin des Lehrstuhls für Pharmazeutische und Medizinische Chemie der Universität Würzburg, gewandt. Sie sei Rheumapatientin und beziehe regelmäßig ihre Arznei von einem vietnamesischen Heiler aus der Nähe von Ho-Chi-Minh-Stadt; manchmal fahre sie sogar persönlich nach Vietnam, um diese für ein paar Dollar dort zu kaufen, erzählte die Frau der Chemikerin. Die weite Reise sei ihr das Arzneimittel wert, da es ihr, im Gegensatz zu den Mitteln, die ihr der deutsche Arzt verschrieben hat, sehr gut helfe. Allerdings sei sie jetzt doch daran interessiert, die genauen Bestandteile dieser Substanz kennen zu lernen.
Trendige Motivationshelfer: Fitnessarmbänder spornen Couchpotatoes an
Das Sprichwort sagt es, und eigentlich wissen wir es alle: Bewegen bringt Segen. Trotzdem kommt die körperliche Aktivität im Alltag oft zu kurz. Fitnessarmbänder können Sportmuffeln helfen, auf die Beine zu kommen.
Arzneireport: Millionenfach zu teure Pillen - Risiken für Patienten
Ist Neues immer gut? Viele Ärzte scheinen bei Angeboten der Pharmaindustrie dieser Meinung zu sein. Kritiker meinen: Das birgt nicht nur für den Geldbeutel der Beitragszahler Risiken - sondern auch für die Sicherheit der Patienten.
Bei therapierefraktärem Asthma und COPD an primären Immundefekt denken
Therapieresistenz bei respiratorischen Erkrankungen wie Asthma oder COPD und eine ungewöhnliche Infektanfälligkeit: Dass sich hinter diesem Bild ein primärer, also angeborener, Immundefekt verbergen könnte, wird bisher nur selten bedacht. Die Folge ist oft eine späte Diagnose und möglicherweise bereits irreversible Organschäden durch rezidivierende Infektionen. Experten halten deswegen eine Sensibilisierung von Primärbehandlern für notwendig. Bei den häufigsten primären Immundefekten, den Antikörpermangelerkrankungen, steht mit der Substitutionstherapie mit Immunglobulinen eine effektive Behandlung zur Verfügung. Auf die Möglichkeiten bei Diagnostik und Therapie wiesen führende Experten auf einem von CSL Behring unterstütztem Symposium unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Helmut Teschler, Essen, und Professor Dr. Rainer Wiewrodt, Münster, im Rahmen des Kongresses der DGP in Bremen hin.
Ophthalmologie: Keratokonus ist mit augenärztlichem Sachverstand in den Griff zu bekommen
Doppelt sehen mit einem Auge - geht das überhaupt? Bei einer relativ seltenen Hornhauterkrankung ist das tatsächlich ein mögliches Symptom, erklärt Prof. Dr. Gerd Geerling vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands: „Die Rede ist vom Keratokonus, einer krankhaften Vorwölbung und Ausdünnung der Hornhaut. Etwa 40.000 Menschen in Deutschland sind davon betroffen.“