Journal MED
Medizin
Inhaltsverzeichnis

Stabiler Zustand nach Zellübertragung

„Der Transfer der Spenderzellen war erfolgreich. Die Patient:in erhält derzeit keine weiteren Behandlungen, ihr Zustand ist stabil“, sagt Dr. Dr. Sorwe Mojtahed Poor, stellvertretende Leiter:in der Sektion Rheumatologie der Klinik für Innere Medizin I. Zuvor hatte die Erkrankung der Patient:in auf keine Therapie ausreichend angesprochen.

CAR-T-Zellen: Von Blutkrebs zur Autoimmunerkrankung

CAR-T-Zellen werden bisher vor allem bei Blut- und Lymphkrebserkrankungen angewandt. Dabei handelt es sich in der Regel um patienteneigene Abwehrzellen, die im Labor so verändert werden, dass sie gezielt Krebszellen angehen. Seit Kurzem wird der Einsatz von CAR-T-Zellen auch bei schweren Autoimmunerkrankungen erforscht. Ziel ist es, das fehlgeleitete Immunsystem, das fälschlicherweise Körpergewebe angreift, zu beeinflussen und neu zu organisieren.

Weltweit wurden bislang nur sehr wenige Menschen mit schweren Autoimmunerkrankungen mit allogenen – also gespendeten – CAR-T-Zellen behandelt. Der neue Ansatz wird als vielversprechend bewertet. Die Zellen können standardisiert hergestellt, gelagert und bei Bedarf schneller eingesetzt werden. Dadurch könnte die Therapie künftig breiter verfügbar werden.

Funktionsweise der Spender-CAR-T-Zelltherapie

Dabei werden körpereigene Abwehrzellen (T-Zellen) eines gesunden Spenders im Labor verändert. Sie erhalten künstlich erstellte Rezeptoren (Chimeric Antigen Receptor, CAR), die wie Suchsensoren funktionieren. So sollen sie krankheitsrelevante Zellen im Körper der Patient:in gezielt erkennen und zerstören. Die Spenderzellen werden außerdem so angepasst, dass sie vom Immunsystem der Patient:in möglichst nicht als fremd erkannt und abgestoßen werden.

„Die Therapie mit patienteneigenen Zellen ist aufwendig und zeitintensiv. Zudem sind die T-Zellen durch die Erkrankung und vorherige Behandlungen möglicherweise beeinträchtigt. Durch den Einsatz gesunder Spenderzellen lassen sich diese Probleme potentiell umgehen“, sagt Dr. Catrin Meyer, Oberärztin der Sektion für Stammzelltransplantation und zelluläre Immuntherapie der Klinik für Innere Medizin II mit den Schwerpunkten Hämatologie und Onkologie.

Therapie ist Teil internationaler Phase-I-Studie

Die Behandlung am Campus Kiel ist Teil einer internationalen Phase-I-Studie. In dieser frühen klinischen Prüfung stehen Sicherheit, Verträglichkeit, optimale Dosierung und erste Hinweise auf eine Wirkung des neuen Therapieansatzes im Fokus.

CAR-T-Zelltherapie bei Colitis ulcerosa erstmals erfolgreich

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

CAR-T-Zelltherapie bei Colitis ulcerosa erstmals erfolgreich

Jetzt lesen
Quelle:

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Stichwörter