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GLP-1-Rezeptoragonisten könnten Substanzkonsum reduzieren

GLP-1-Rezeptoragonisten wurden ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt, werden sie heute auch bei starkem Übergewicht eingesetzt. In den vergangenen Jahren haben Studien Hinweise darauf geliefert, dass sie möglicherweise auch den Konsum von Alkohol und anderen Substanzen reduzieren könnten. Ob diese möglichen Effekte nach dem Absetzen der Medikamente bestehen bleiben, war bislang jedoch unklar.

Daten von mehr als 167.000 Menschen ausgewertet

Für die aktuelle Studie werteten die Forschenden unter Beteiligung des ZI Gesundheitsregisterdaten von 167.026 Menschen mit Typ-2-Diabetes aus Schweden aus. Damit zählte die Untersuchung zu den bislang größten Studien zu diesem Thema. Dabei verglichen die Forschenden Zeiträume, in denen dieselben Personen mit GLP-1-Rezeptoragonisten behandelt wurden, mit Zeiträumen ohne Behandlung. Zusätzlich untersuchten sie die ersten sechs Monate sowie den Zeitraum zwischen sechs und zwölf Monaten nach dem Absetzen der Medikamente.

Effekte nach Therapieende nicht dauerhaft nachweisbar

Während der Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten waren alkohol- und substanzbezogene Krankenhausaufnahmen seltener als in den behandlungsfreien Zeiträumen. Bei alkoholbezogenen Krankenhausaufnahmen blieb dieser Zusammenhang auch in den ersten sechs Monaten nach Therapieende statistisch nachweisbar. Im Zeitraum zwischen sechs und zwölf Monaten nach dem Absetzen zeigte sich dagegen kein statistisch belastbarer Hinweis mehr auf die zuvor beobachtete Verringerung der Hospitalisierungsraten. Für substanzbezogene Krankenhausaufnahmen fanden die Forschenden nach dem Absetzen weder in den ersten sechs Monaten noch im Zeitraum zwischen sechs und zwölf Monaten statistisch signifikante Zusammenhänge.

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Sorgfältige klinische Begleitung nach Ende der Behandlung angezeigt

„Bisher war wenig darüber bekannt, wie sich die beobachteten Zusammenhänge nach dem Ende einer Behandlung entwickeln. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass sie nicht dauerhaft bestehen bleiben und sich innerhalb eines Jahres abschwächen“, sagt Prof. Dr. Dr. Patrick Bach, Arbeitsgruppenleiter am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit und Erstautor der Studie. „Die Befunde liefern Hinweise darauf, dass mögliche Effekte dieser Wirkstoffklasse auf suchtbezogene Verhaltensweisen reversibel zu sein scheinen.“

Die Forschenden sehen in den Ergebnissen einen Hinweis darauf, dass dem Zeitraum nach dem Therapieende besondere Aufmerksamkeit zukommen sollte. „Die Daten unterstreichen die Bedeutung einer sorgfältigen Beobachtung und Begleitung von Patient:innen nach dem Ende einer Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten“, betont Bach.

Keine Aussagen über Ursache und Wirkung

Die Forschenden weisen darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Die Ergebnisse erlauben daher keine Aussagen über Ursache und Wirkung. Zudem wurden ausschließlich Menschen mit Typ-2-Diabetes untersucht. Weitere Studien sind erforderlich, um die zugrunde liegenden Mechanismen und die mögliche Bedeutung der Befunde für die Behandlung von Alkohol- und Substanzkonsumstörungen besser zu verstehen.

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Quelle:

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit

Literatur:

(1)

Bach P. et al. Association of GLP-1 receptor agonists with alcohol use disorder-related and substance use disorder-related hospital admissions during treatment and after discontinuation: a Swedish register-based within-individual observational study The Lancet Psychiatry, 13, 669-677. DOI: 10.1016/S2215-0366(26)00172-0.

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